Fußball!

Endlich gibt sich mal die schlauste Mensch der Welt die Ehre – wird auch,Zeit, dass hier mal wieder was über Fußball steht, nicht dass wir weiterhin in der Einslive-Popscheißen-Blogschau als subkultureller Graffiti oder gar Musikblog geführt werden. Kann ja nicht sein. Jetzt aber viel Spaß mit 1001 weisen palindromzahligen Worten:

Nachdem sich der magische Ballspielverein bereits am Freitagabend zum 35.-mal in der Saison 2010/2011 die Ehre im altehrwürdigen Westfalenstadion gab, worüber die Fettlinge ausgiebigst berichten werden, stand das Wochenende noch gänzlich vor uns. Und da das Wochenende im Zeichen von König Fußball steht, musste dieses auch ad äquad noch mit der Kür gefüllt werden. Diese Sichtweise des Wochenendes behandelt im Gegensatz zum Parallelbericht übrigens ausschließlich den Fußballanteil. Borussia Dortmund kann man ja mittlerweile nicht mehr dieser Sportart zurechnen und was bei Rot-Weiss Essen passiert wird im Duden wahrscheinlich eher unter Kneipensport /-Schlägereien abgehandelt.

Da der Samstag Regelspieltag der Regionalliga ist, und überraschenderweise unsere kleinen BVB-Pferde nicht parallel zu den gleichaltrigen Profis angesetzt wurden, gab es eigentlich wenig Gegenargumente sich diesem Spiel zu verweigern. Leider ergab sich am Freitag noch ein Autoplatz-Angebot, das man nicht ablehnen konnte. Ansonsten hätte man sich wohl drei Stunden eher aus dem Bett schälen müssen und eine der erfahrungsgemäß spektakulären WET-Touren genießen können. Naja, man wird bequem. Ergo war die Anreise mit der königlichen Sänfte recht ereignislos und wir waren frühzeitig oben aufm Berg. Einen Zwischenfall gab es aber dennoch: Auf einer Autobahnausfahrt wurde es einmal kurz brenzlich als sich unser weißes Geschoss plötzlich auf der gleichen Spur einer läusetragenden, lila Häkelschals aus dem Auto hängenden, hostelbesetzenden, Weltverbesserercorsabesatzung wiederfand.

Kurz nach den Autos trafen bereits die Zugfahrer ein, die von einer ebenso ereignislosen Anfahrt berichten konnten. Obwohl es für die schwarz-gelben Menschenfresser (nein, ich meine nicht Dresden!) ins Zuckerbäckerland zwischen Rhein und Mosel ging, dort wo noch Law & Order und Kurt Beck regieren, gab es keine Eskorte von BFE, MKÜ oder sonstiger behinderter Affen. Müßig zu erwähnen, dass Rheinland-Pfalz nach dem Einfall der Vandalen trotzdem immer noch auf der Landkarte steht! Darüber hinaus konnten die Zugfahrer von einer morgendlichen Zusammenkunft mit dem Bierigen berichten, der nach 3-monatiger Askese wieder zu neuen Abenteuern aufgelegt ist.

Apropos Bier: Das wurde natürlich auch getrunken und um die Rückfahrt bewältigen zu können wurden kurzerhand im örtlichen Kaufmannsladen 10 Paletten Dosenbier vom Kolonialwarenhändler der Szene „reserviert“. Die Verpflegung im Stadion war hingegen nicht so üppig. Neben der unsäglichen Kartenscheiße war Schmalhans Küchenmeister, sodass die ältere Generation sich spontan mit den entspannten Ordnern kurzschloss und einfach mal Pizza in den Gästeblock bestellte. Hat funktioniert, jedoch sei angemerkt, dass die bösen Amerikaner in Kaiserslautern und Umgebung mit ihrem von Adipositas getriebenen Bestellverhalten die Preise der Pizza-Lieferanten in die Höhe treiben. Hoffentlich passiert das nicht auch bald in Essen…

Die Umsatzchance gewittert gesellte sich dann noch ein Eiswagen zum Gästeblock um uns auch einen köstlichen Nachtisch zu kreieren. Unterm Strich haben wir also nichts anderes als Restspießerdeutschland gemacht. Am Samstagnachmittag mit Freunden etwas in der Sonne gesessen, Eis gegessen und Pizza bestellt. Fußball wurde im etwa zu 5 Promille gefüllten Fritz-Walter-Stadion übrigens auch. Und nach den anfänglich desolat aussehenden Mannschaftsleistungen der Amateure z.B. in Cloppenburg, zeigte die Zweitvertretung eine souveräne Leistung und siegte verdient und locker mit 2:0! Zu den Eintrittskarten sei übrigens gesagt, dass es ein und dieselben Tickets zu drei verschiedenen Preisen zu kaufen gab. 3€, 6€ oder 8€ – je nachdem wie jung, schlau oder dreist man war.

Zeitgleich zum Schlusspfiff setzte ein sintflutartiges Gewitter ein. Und da ich als einziger eine Jacke besaß und zudem noch Fahrer war, oblag es mir den Fahrservice zu spielen und die restlichen Mitfahrer direkt am Block abzuholen. Da es trotz des apokalyptischen Regens immer noch nicht das Ende aller Tage, vor allem nicht diesen Tages war, stand noch ein weiteres Schmankerl auf der Agenda: Jeunesse Esch gegen CS Pétange – quasi das Luxembourger Südderby! Auf der stark verregneten Autobahn fuhren wir u.a. an der Halde Duhamel vorbei. Diese wuchtige Erscheinung wird einerseits noch geschüttet, ist aber andererseits schon der Öffentlichkeit freigegeben. Frage des Tages: Um welchen Haldentyp handelt es sich? Der König interessierte sich jedoch viel mehr für das Weltkulturerbe der Völklinger Hütte, die wir ebenfalls passierten.

Da wir recht zeitig schon in Esch waren nutzen wir an der Tankstelle noch die Möglichkeit uns kostengünstig richtig voll zu machen. Anschließend fuhren wir direkt in den Gewaldmob von ‚Grenz United‘, konnten aber unbehelligt direkt am Stadion parken. Nicht auszudenken wenn ‚White Pride‘ noch etwas passiert wäre. Dann hätten wir wohl oder übel zu BMW-Muzzolini fahren müssen. Das Stadion selbst war ansehnlich gefüllt und das Publikum zeigte sich stark engagiert. Direkt hinter uns saß die Mutter vom Mittelstürmer Jens Kirchen, die in Hockey-Mom-Manier jeden Ballkontakt frenetisch feierte, dem Schirigespann jegliches Fachwissen absprach und im Prinzip jede Spielsituation lautstark kommentierte. Der Vorteil war, dass Frau Kirchen dies auf Deutsch und nicht auf Lëtzebuergesch tat, sodass wir alles verstehen konnten. Spannende Standardsituationen begleitete sie übrigens mit 40-fachen Hexenkreuz-Rufen. Der König war not amused!

Weiter erwähnenswert war die Situation in der gefühlt zweiten Spielminute, als einem Spieler das Kreuzband kaputtgetreten wurde, was von Grenz United mit „Hub-Hub-Hubschrauber-Einsatz!“ quittiert wurde, sowie der Spieler Dieumerci Ndongala, der uns stark an den guten alten David Odonkor erinnerte: Im Sprint unnachahmlich und unschlagbar, im Pass- und Flankenspiel kläglich! Ansonsten war das Geschehen abseits des Spiels noch interessanter, weil der „stärkste Mensch mit den kleinsten schwarzen T-Shirts der Welt“ wegen seiner Oberarme natürlich von den Jeunesse-Hools angesaugt wurde und in der Folge noch den einen oder anderen Plausch halten durfte. Das nächste mal bekommt Björn Pullover-Pflicht! Nach dem Spiel, und einem kleinen Dynamo-SMS-Hagel ging es heim.

Und da das Wochenende aber immer noch nicht zu Ende war, durften am Sonntag die Vestische Kampfbahn und das Stadion am Hessenteich gekreuzt werden um wenigstens in der Olafs‘schen Anerkennungsskala ein My weiter nach oben zu rutschen. Während in Gladbeck auf dem Platz zwei Trainerauswahlen ihre standfußballerischen Fertigkeiten und neben dem Platz zwei Gladbecker U10-Nationalspieler ihr Können präsentierten wurden wir beim Pokalkracher in Langendreer wiederholt Zeuge einer spektakulären roten Karte. In Sodingen schaffte es noch ein Spieler sich beim Ausführen eines Freistoßes einen Platzverweis einzuhandeln, so bedurfte es heute garkeines spielerischen Einsatzes um vom Platz zu fliegen. Augenscheinlich waren äußerst sachliche Kommentare jeweils für das vorzeitige Duschen ursächlich.

Nächstes Wochenende Spielt schon wieder der BVB! Wahrscheinlich wieder mit interessantem Rahmenprogramm. Ich werde vom „Gegen-den-modernen-Fußball-Wochenende“ berichten…

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