Erste Runde im Pokal…

Posted in Pflückebeutels Abenteuer on August 26, 2016 by schnurzeletti

Wir haben uns gehen lassen, uns zu sehr auf unseren Lorbeeren ausgeruht, haben fast alle geheiratet, sind langweilig geworden. Auch die Gaststätte Rullich ist in der Post-MiSu-Phase angekommen, nachdem wir sie in die Freiheit entlassen haben, um auf eigenen Füßen zu stehen. Aber wenn selbst unsere Muse MauriciusQ wieder den Bleistift in die Faust nehmen kann, um die Welt mit geistigen Ergüsse zu beschenken, dann können wir das ja wohl schon lange! Wir machen die 1.000 Jahre voll! Ein Blick in die Geschichte lehrt uns, dass uns hierzu nur noch vier Jahre fehlen…

Da der glorreiche BVBich aufgrund der Europameisterschaft der Herzen erst später ins Spielgeschehen eingreifen sollte und  sowieso in anderen Sphären über uns thront, soll sich dieser Auftaktbeitrag um den sympathisch-chaotischen Familienclub an der Hafenstraße drehen. Zehn tapfere Holzfüße tanzen hier um den sich sehr gut pflegenden Papa Löning herum. Da RWE es in diesem Sommer geschafft hatte, ohne auch nur einmal gegen den Ball zu treten, eine Euphorie nie da gewesenen Ausmaßes zu entfachen und damit sogar 5.000 Fans und einem Doktor eine Dauerkarte bis zum Bundesligaaufstieg anzudrehen mussten wir natürlich zum Saisonauftakt nach Wiedenbrück reisen.

Direkt an der Linie stehend könnten wir einer absoluten Glanzleistung folgen, inklusive der Kirsche auf der Torte durch den verlorenen Sohn Timo Brauer. Wir gehen an dieser Stelle davon aus, dass im Frühjahr relativ viele Jungen namens Timo geboren werden. Ein viel wichtigerer Vorname des Tages war jedoch Horst. Unser aller Glockenhorst ist nach seiner Hüftmallaise gesundet und fährt wieder. Gott sei Dank, denn sonst hätten die schwer arbeitenden und schwer nassgeregneten Damen und Herren der Bundespolizei in einem einstündigen Monolog nie erfahren, welcher Essener es geschafft hat zwei deutsche Meistertitel zu ergattern – nämlich einen mit der A-Jugend von RWE im Fußball und einen im Boxen. Unsere fachkundige Leserschaft wird natürlich sofort wissen wer gemeint ist.

Das Spiel gegen den Bonner SC, dem ersten Aufsteiger vom Mittelrhein seit Menschengedenken, der wahrscheinlich a) nicht wieder sang und klanglos direkt wieder absteigt und b) nicht an der Hafenstraße gewinnen konnte, wurde von einem viel größeren Skandal überschattet. Es ging natürlich ums Bier. Nachdem der geneigte Hafenstraßengast Freund mit dem 0,3er Stauder geworden war und nach dem Umzug sich schon mit 0,4er Bechern arrangieren musste, wurde er nun mit 0,5er Einwegbechern konfrontiert. Ein wahrhafter Skandal, den auch die Kurve mehrfach aufgriff und die Gaststätte förmlich zu einem offenen Brief zwang. Leider ist der Doc bisher nicht eingeknickt und quält uns wahrscheinlich auch weiterhin mit den riesigen Bieren.

Pünktlich zum Duell der beiden deutschen Städte, in denen asozial eher Kompliment als Schimpfwort ist, durfte auch der allseits beliebte Familienfettling wieder in Geschehen eingreifen. Da er sich zuletzt sehr gute Noten als verantwortungsbewußter Supervater verdient hatte, war er natürlich fett wie Frittenheiß und konnte dementsprechend den langersehnten Feierabend an der Arbeiter und Bauernhochschule kaum erwarten. Da bereits vorher durchgesickert war, dass aufgrund unserer freiheitlich-demokratischen Panikstaates jetzt auch in der vierten Liga Ausnahmezustand und Alkoholverbot ausgerufen, verzichtete ich auf einen 10-tägigen Notfallvorrat Bierproviant und deckte mich stattdessen stilecht mit einem äußerst köstlichen Molkeprodukt für die einstündige Fahrt im neuen National Express ein. Ungewohnt pünktlich und komfortabel ging es also durch das malerische Ruhrpottrandgebiet zum malerischen Wuppertaler Hauptbahnhof. Da man als erfahrener Fußballfan natürlich genau weiß, dass man am S-Bahnhof sofort abgefangen wird und zum Gästeblock eskortiert wird, entschied ich für die Schwebebahn, die ja sogar schon einmal einem Elefanten standgehalten hat.

Am Zoostadion angekommen doch dem Bierdurst erlegen und eine gut gekühlte Flasche an der örtlichen Nie-wieder-Pizza-Bude erworben, mit der ich mich vermeintlich geschickt durch die Polizeikette zu den übrigen dezimierten Bichverdächtigen durchwieselte. Beim Treffen durfte ich dann feststellen, dass der Rest der Truppe den unstressigen Weg über den S-Bahnhof vorgezogen hatte und gänzlich uneskortiert und unbevormundet den Weg zum Gästeblock antraten. Und das sogar mit einem praktischen Bionadekasten, der noch praktischer mit Stauder bestückt war. Leider wurde das letzte Stauder noch in der Schlange an RWE Fan Siggi verschenkt, so dass wir erstens auf dem Trockenen saßen und zweitens den Kasten an einem Flaschensammler vermachen konnten. Natürlich unter der Auflage, dass er ihn an den Glockenhorst weiterzugeben habe, sollte dieser sein Deputat verlangen.

immerwiederRWEDas Wuppertaler Zoostadion ist nach wie vor eine der absolut sehenswerten Spielstätten – insbesondere wenn wie heute über 13.000 Zuschauer vorort sind. Selbst  der Abriß der kultigen und mittlerweile in NRW wirklich sehr rar gewordenen Radrennbahn hat dem Charakter der Stadions nicht geschadet. Im Gegenteil der großzügige Stehplatzgästeblock lässt die Erinnerungen an den alten Bökelberg so lebendig werden, dass man beim Betreten erstmal inbrünstig Jörg Stiel beleidigen muss…

Das Spiel an sich konnte den Erwartungen nicht gerecht werden, aber immerhin besannen sich die Roten nach schwerer erster Halbzeit eines besseren und spielten im zweiten Durchgang ihren Stiefel souverän herunter. Man merkte allen Beteiligten schon früh an, dass ein Unentschieden für beide Seiten absolut erstrebenswert war. Leider zählte das vermeintliche Abseitstor in der letzten Minute nicht, schade, es wäre schön gewesen zu sehen, wenn die circa 4000 mitgereisten Gästefans einmal kollektiv ausgerastet werden.

Nachdem Spiel entschieden wir uns erneut für die Schwebebahnvariante. Zum einen konnte so der schlauste Mensch der Welt ohne Umstieg am unterirdischen Kopfbahnhof E21 nach Dortmund fahren und Horst-Kevin und Ewald konnten sich zumindest noch 1 verdientes Feierabendbierchen gönnen. Oder halt zwei oder drei oder fünfzehn – wer will das in diesen Zeiten schon genau nachhalten, wenn selbst unsere sympathische Bundesregierung zu Hamsterkäufen aufruft.

Gegen Viktoria Köln passierte dann natürlich das, was passieren musste: 4:0-Klatsche trotz der bis dahin besten Saisonleistung gekrönt von einer Asi-Schlägerei nach dem Spiel. Wer nun schlussendlich siegreich mit dem Titel “Hure der Kurve” den Vorplatz verließ können wir nicht mehr sagen, wir freuen uns aber schon auf den Rückkampf, idealerweise aber nicht wenn die hochschwangere Frau von Herwigs Vorarbeiter daneben steht.

Das Bielefeldspiel – bzw. eher dessen Nachspiel war das erste Erweckungserlebnis der Woche: Ein Kölner schwänzte das Auswärtsspiel des FC in Berlin, um an der Hafenstraße dem rassigen Pokalfight gegen die Arminia beizuwohnen und dieses Ereignis in seinem Blog festzuhalten. Beim Lesen dieser Zeilen wurde mir mal wieder vor Augen geführt, dass es wirklich noch besondere Spiele und besondere Atmosphäre beim Fußball gibt und diese Ereignisse für die Nachwelt (und für einen selbst an schlechten Tagen) festgehalten werden müssen. Aufgrund der Tatsache, dass der ruhmreiche Ballspielverein a.k.a der zweite Leuchtturm der Republik erst am ungeliebten Montagabend antreten sollten, schafften wir es endlich mal wieder in verhältnismäßig großer Runde einem Spiel von Rot-Weiss beizuwohnen.

Wie bereits in der Vorwoche wurde als kompententer Treffpunkt unsere neue Lieblingsbude gegenüber unserer alten Lieblingskneipe ausgewählt und gut ausgerüstetmit Bier und Untapped App ging es per Ringlinie nach Bergeborbeck. Dort besuchten wir die berühmte 1-Euro-24-Stunden-Bude, gedachten einer übermenschlichen Höchstleistung und staunten, wie voll es auf der Hafenstraße sein kann. Da RWE auch für den Kick gegen die Arminia humane Eintrittspreise (8 Euro Stehplatz) aufrief, konnten wir uns sogar noch ein köstliches Essener Heilwasser am Hafenstübchen gönnen, wo der berüchtigte Bichsteuerberater und der Lehrerjan die illustre Runde komplettierten.

Auch wenn das Stadion natürlich lange nicht mehr den Flair des alten Georg-Melches Stadion versprüht, war allein die Erinnerung an das legendäre Spiel gegen Union Berlin 2011 Grund genug, an die Pokalsensation zu glauben. Leider ging der Favorit früh in Führung, so dass die Hoffnungen einen ersten Dämpfer erhielten. Doch RWE kämpfte sich – frenetisch unterstützt von allen (!) drei Heimtribünen – zurück ins Spiel und schaffte es dem Zweitligisten sogar in Unterzahl ein Unentschieden nach der regulären Spielzeit abzuringen. DA auch die Verlängerung torlos zu Ende ging, musste am Ende das Elfmeterschießen über Wohl und Wehe entscheiden und hier versagten ausgerechnet dem Torschützen zum 1:1 die Nerven, so dass RWE nach der bitteren Pleite gegen Fortuna Düsseldorf im Vorjahr erneut im Elftmeterschießen die Segel streichen musste. Schade, da war wirklich mehr drin. Mehr drin war auch im Portemonnaie des schlausten Menschen der Welt und so erklärte sich der Social Media Manager von Essens Event Club Rullich bereit, uns in seiner Kneipe auszuhalten. Diese Angebot wurde natürlich unter frenetischem Jubel angenommen vor dem selbst das alte Georg-Melches-Stadion neidvoll erblasst wäre…

Das Erstrundenlos “TuS Grevenbroich” konnte schließlich auch überzeugen. Entgegen des ursprünglichen Plans erneut mit dem Zug den innig geliebten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr komplett zu durchqueren, erklärte sich Vorarbeiter Marc dankenswerterweise dazu bereit uns zu chauffieren. Danke Chef, ich bin auf jeden Fall zu Zusatzschichten am Wochenende bereit! Im Zug Richtung E21 ereignete sich dann das zweite Blog-Erweckungserlebnis der Woche:

Nachdem ich völlig unverwirrten Schwerstmalocher der Familie davon überzeugen konnte, ebenfalls den vereinbarten Treffpunkt an der Ex-Aral aufzusuchen, sprach mich völlig unvermittelt mein Sitznachbar im völlig überfüllten (und natürlich mit einer formidablen Türstörung ausgestatteten) Regionalexpress des Unternehmens Zukunft an. Er, nennen wir den gut gebildeten und belesenen jungen Mann der Einfachheit halber Onkel Willi, hatte die typische Bichschnodderschnauze erkannt, was erstens eine angeregte Diskussion über Fußball, Turnschuhe und die Frage, was das für 1 Life sei, nach sich zog und Inspiration dazu lieferte, einen neuen (sehr kurzen) Blogbereicht zu schreiben.

Langer Rede, kurzer Sinn: Dort am Niederrhein, im Filetstück im Städtedreieck Gierath, Gubberath und Garzweiler, kurz vor dem Braunkohleabbaugebiet und in direkter Nachbarschaft zu einer von nur drei Radrennbahnen NRWs, wo die Welt noch in Ordnung ist sollten die Roten also Fußball spielen. Der Ruf des Schrecks vom Niederrhein eilte uns natürlich voraus, sodass es mancher in Grevenbroich schon mit der Angst zu tun bekam. Da die Stammkneipe von Horst Schlämmer “zum Wilddieb” leider nicht existiert ging es auf direktem Wege ins Schlossstadion. Trotz höchster Sicherheitsmaßnahmen gelangten wir unbehelligt in den kostenlosen VIP-Raum, gingen dann aber freiwillig in den Gästeblock um noch etwas Sonne zu genießen. Feierlicher Rahmen des Spiels war die Premiere des neuen Premiererasens, der durch Hybridtechnik 10% stabiler, 20% siegreicher und 30% grüner ist. Die Recherche im Nachgang offenbarte allerdings, dass uns übel mitgespielt wurde. So wurde, wie uns vorgetäuscht, der neue Hybridrasen nicht gegen Rot-Weiss Essen eingeweiht sondern bereits eine Woche zuvor im Hassderby gegen SV Bedburdyck/Gierath bespielt wurde.

Morgen steht dann das nächste Ligaspiel gegen Borussia Mönchengladbachs Zwote an. Wir erwarten eine ernüchternde Niederlage und damit das Ende der Sommereuphorie..

Der Nächste ist immer noch der Beste!

Posted in Bichse eklären die Welt with tags , , , , , , , , , , on April 20, 2015 by schnurzeletti

In Zeiten, in denen die Leute weinend durch die Straßen Dortmunds laufen weil Gott sie verlassen hat, bietet es sich an zu einem äußerst professionellen Verein an der Elbe Parallelen zu ziehen. Lest im Folgenden mit welchen Bonmots der Verein mit dem Plus an Fingerspitzengefühl seine Trainer seit Thomas Doll am Tag ihrer Inthronisation ins Verderben geschickt hat:

„Der HSV hat unter Bruno Labbadia den besten Fußball der letzten 15 Jahre gespielt.“

(Bruno Labbadia; seit 15.04.15)

„Wir sind überzeugt, dass es in dieser Situation die beste Option für uns ist.“

(Peter Knäbel; 22.03.15-15.04.15)

„Wir haben Vertrauen in Josef Zinnbauer und glauben, dass die Mannschaft in den nächsten Spielen eine Reaktion zeigen wird.“

(Josef Zinnbauer; 16.09.14-22.03.15)

„Ich bin davon überzeugt, dass er es schafft, in Hamburg erfolgreich zu arbeiten.“

(Mirko Slomka; 17.02.14-15.09.14)

„Van Marwijk war unsere Nummer eins. Wir hoffen, dass er in den nächsten Jahren unser Trainer ist.“

(Bert van Marwijk; 25.09.13-15.02.14)

„Er wird definitiv vom DFB freigestellt, weil wir ihn jetzt benötigen für diese Aufgabe.“

(Rodolfo Cardoso; 17.09.13-24.09.13)

„Ich habe gesagt, dass ich so lange warten will, bis ich den perfekten Trainer für den HSV gefunden habe. Thorsten ist die Zukunft dieses Vereins.“

(Thorsten Fink; 17.10.11-16.09.13)

„Ich bin Trainer hier, bis ein neuer Trainer da ist.“

(Frank Arnesen; 10.10.11-16.10.11)

„Rodolfo hat jetzt unsere volle Unterstützung.“

(Rodolfo Cardoso; 19.09.11-10.10.11)

„Ich glaube, er hat durchaus das Format, Cheftrainer des HSV zu sein.“

(Michael Oenning; 13.03.11-19.09.11)

„Veh ist genau der richtige Trainer zur richtigen Zeit. Zudem war er im Schnitt länger als zwei Jahre bei seinen Vereinen, ich habe ein gutes Gefühl.“

(Armin Veh; 01.07.10-13.03.11)

„Wir haben uns auch über Alternativen Gedanken gemacht. Aber es gibt wohl niemanden, der mehr hundertprozentiger HSVer ist.“

(Ricardo Moniz; 26.04.10-30.06.10)

„Bruno Labbadia hat die Rückendeckung, hier wirklich etwas Dauerhaftes aufzubauen.“

(Bruno Labbadia; 01.07.09-26.04.10)

„Ich bin ein happy Präsident. Martin Jol ist unsere absolute 1A-Wahl.“

(Martin Jol; 01.07.08-26.05.09)

„Ich glaube, dass er nun auch hier in Hamburg genau das richtige Händchen haben wird.“

(Huub Stevens; 02.02.07-30.06.08)

„Wir sind von Thomas überzeugt. Er hat sich in der Vergangenheit sehr gut entwickelt.“

(Thomas Doll; 18.10.04-01.02.07)

Unerwähnt soll natürlich nicht bleiben, dass die aufgeführten Zitate selbstverständlich von 34 verschiedenen Präsidenten, Sportchefs, Vorstands- oder Aufsichtsratsvorsitzenden stammen und idealerweise noch durch die blumigen Abschiedsgrüße ergänzt werden müssten, mit denen sie nach ihrer Demontage vom Hof gejagt wurden. Wir wollen den Rucksack für den schönen Bruno jedoch nicht zu groß werden lassen…

Niemals geht man so ganz!

Posted in Pflückebeutels Abenteuer, VerbicheneGeschichten with tags , , on April 16, 2015 by schnurzeletti

Es gab eine Zeit, da berichtete dieser nicht gänzlich unkeckige Familienblog regelmäßig und beständig über das Zeitgeschehen. Als geschäftige Manager hatte man hierfür genug Zeit und der traditionelle Misu und jeder noch so grottige Amateurkick boten genug Stoff um ein paar kesse Zeilen zu Papier zu bringen. Doch dann kam die Zeit, als für die fleißigen Vierlinge der Ernst des Lebens losbrach: Der schnöde Kapitalismus zerstörte beinahe dieses lyrische Kleinod und ließ den Blog fast das gleiche Schiksal ereilen wie alle anderen Dortmunder Fußballblogs. Folglich kann man die Beiträge der letzten zwei Jahre an einer Hand abzählen. Da kommt es gelegen, dass bei mir aktuell eine produktive Phase zwischen zwei Managerjobs ansteht. Und weil einen die soziale Hängematte vor dem Bergfreien bewahrt, fühlt es sich fast so wie früher an: Attraktiver Amateurfußball, Bier und ein aus dem Vorzimmer der Pathologie enteilter Bichblog, der vom letzten Bochumer Derby aller Zeiten und beiden Halbfinals des besten Niederrheinpokals aller Zeiten berichtet.

Fangen wir also in der Lohrheide an: Da bekanntlich nur sehr erfolgreiche Mannschaften und welche, die aus Frankfurt kommen ihre Zweitvertretungen vom Spielbetrieb abmelden, sah sich auch der VfL aus Bochum genötigt es gleich zu tun und die zweite Mannschaft aus dem Spielbetrieb zu nehmen. Und weil am Gründonnerstag eh der Hund begraben war sahen wir uns wiederum genötigt dem letzten Aufeinandertreffen der beiden Bochumer Vereine beizuwohnen. Selbst der Lehrer konnte sich an seinem sehr harten Ferientag loseisen und kutschierte uns doch sogar per Auto gen Osten. Nicht ohne in der Hallostraße noch kurz zu halten um einen katastrophalen Biertrinkerdilletantismus zu beenden und eine Gaststätte anzustecken. Gespannt warteten wir auf die Aktionen, die da kommen mussten und wurden nicht enttäuscht. Da eine Abmeldung einem Abstieg gleich kommt, zündete Bochum pflichtgemäß zum Anpfiff eine Tonne schwarzen Abstiegsrauch und stürmte dann in Richtung Wattenscheider Kurve. Da keine Freunde und Helfer im Innenraum des Stadions standen waren wohl beide Seiten perplex wie einfach das Aufeinandertreffen schien. Dass es die Wattenscheider im Anschluss ihren Lokalkontrahenten gleichtun wollten versteht sich von selbst. Folgerichtig begrüßte der Stadionsprecher die Anwesenden im Rund der Lohrheide mit „Liebe Fußballfans und Chaoten“ und begann wenig übertrieben-panisch sein Programm. Die Mannschaften standen in Formation auf dem gründen Geläuf und wollten eigentlich anstoßen. Nur der Schiri nicht, der beim ersten Wölkchen schon in die Kabine gerannt war und den Anpfiff um 15 Minuten nach hinten verlegte. Im Prinzip war es das dann auch, denn ungefähr alle im Stadion hatten sich eigentlich nur für die Minuten vor Anpfiff interessiert – nicht für die eigentlichen 90 Minuten selbst. Diese hatten die Aufmerksam auch nicht wirklich verdient, denn es folgte ein richtig mieses Spiel, der von einem recht keckigen Remake eines Wattenscheider Klassikers unterbrochen wurde und schließlich 0:2 für den VfL ausging. Auch Melanie und die Otten waren nicht begeistert, insbesondere weil auch frühzeitig bereits alle Biervorräte des Stadions erschöpft waren. Schließen wir also dieses Kapitel mit der Antwort des Wattenscheider Kapitäns auf die Eingabe eines lokalen Fans am Spielertunnel die Spieler seien keine echten Wattenscheider mehr: „Halt die Fresse und verpiss dich!“

Weiter sollte es im Niederrheinpokal an der Hafenstraße mit dem Kracher RWE gegen FCK gehen. Und da die Krayer tatsächlich beide Ligaspiele bereits gewonnen hatten und die Rot-Weissen sich derzeit bei allem Chaos durch die Liga stümpern konnte dieses Spiel beileibe kein Selbstläufer werden. Eigentlich war die ganze Saison von RWE von diesem Spiel abhängig. RWE schien sogar so sehr die Düse zu gehen, dass sich die äußerst souveräne Vereinsspitze nach den Auflaufsperren von Limbasan und Wingerter erneut gezwungen sah, den Krayern ein Abschlusstraining an der Hafenstraße zu
verwehren. Insgesamt schien die Partie jedoch nicht so viel Resonanz zu bekommen, lag das geschönte Zuschauerinteresse doch nur bei jämmerlichen 6.300. Da der Fußballverband Niederrhein in seiner Weisheit die Begegnung auf meinen letzten Arbeitstag legte, schickte ich mich an diesen auch würdig zu begehen. Als Kenner des Essener Lokalfußballs war es eine Kleinigkeit die richtige Anzahl der Tore zu tippen, die Kray und RWE am Spieltag zusammen schießen würden. Eins. Was gab es also besseres als ein Beschäftigungsverhältnis mit VIP-Karten zwischen Welling, Oberholz und Aubameyang ausklingen zu lassen. Man muss allerdings konstatieren, dass so ein RWE-Spiel von der Haupttribüne noch deutlich beschissener als von der Stehplatztribüne aussieht. So geriet der Kick zwischen all dem Freibier und den vielen Köstlichkeiten fast zur Qual. Meine Meinung zum VIP-Bereich bei Fußballspielen hat sich aber erneut bestätigt: Meins ist es nicht! Zumindest die Fernsehzuschauer konnten sich freuen, da RWEs One-Man-Show Prof. Dr. Dr. Dr. Michael Welling das Spiel im DSF kommentierte und offensichtlich ziemlich zu überzeugen wusste. Glücklicherweise konnte RWE das sehr schwache Spiel durch Tore von Baier und Freiberger (der jetzt wirklich durch die Decke geht) gewinnen und ins Finale einziehen. Weitere Erkenntnis des Tages: William-Fils ist bei weitem nicht so schnell wie Pierre-Emerick, Ciro Immobile wechselt im Sommer zu RWE und solange ein Schiedsrichter nicht Armin heißt kann es vorkommen, dass dieser sogar ein Spruchband bekommt. Man stelle sich vor, die Krayer hätten auch das dritte Aufeinandertreffen in dieser Saison gewonnen…

Da folglich noch ein Finalgegner für den RWE gesucht wurde, mussten wir natürlich auch zum zweiten Halbfinalspiel zwischen RWO und MSV an die Emscher fahren. Und weil der Oberhausener Hbf nur so von schweren Jungs und HoGeSa-Spastis wimmelte wählten wir die konspirative Anreise über den Olga-Park. Leider lag auch noch eine Bude auf dem Weg sodass wir noch kurz einkehren mussten. Da kaltes Stauder leider ausverkauft, Veltins keiner haben wollte und ich meinen ersten Tag der Arbeitslosigkeit begießen wollte, gab es eine Runde kühles und köstliches Landfürst für die Bagage. Der Kiosk-Betreiber erkannte das Muster und die Gleichgültigkeit in unserer Getränkewahl und gab uns mit den Worten „Wat? Wieviele seid ihr? Fünf? Ja, komm, wenn euch eh alles egal ist, dann kriegt ihr noch die dabei!“ noch fünf köstliche Riesenklopfer 43er. Was eignet sich an einem milden Frühsommerabend mehr als ein großer, warmer, öliger Schluck puren 43er um die geschundenen Kehlen zu befeuchten? Köstlich! Da der Anpfiff näher rückte beschlossen wir als pflichtbewusste Jürgen-Kempe-Ultras auch das innere des rappelvollen Niederrheinstadions zu betreten und unsere angestammten Plätze einzunehmen. Einige Duisburger hatten sich ihre Plätze hingegen auf den Dächern der Kiosk- und Toiletten-Container gesucht was dazu führte, dass ein äußerst kompetenter und besonnener Stadionsprecher ständig panisch nach einem „Elmar, Elmar!“ rief. Als daraufhin komischerweise noch mehr Fans die Dächer erklommen tönte es sogar „Hier! Elmar, Elmar! Wie heißt der? Fanbeauftragter! Bitte sofort zur Stadionregie“ durch die Emscher- und Kanalkurve. Da jedoch Ralle Jäger im Stadion zugegen war und sich höchstpersönlich um die Sicherheitsbelange und das Wohl aller Fans gekümmert hatte, konnte ja gar nichts passieren. Folgerichtig wurde der Innenminister auch frenetisch bei seiner Begrüßung gefeiert. Nicht verhindern konnte er allerdings, dass zur 88. Minute das Bier ausverkauft war. Auf dem Rasen konnte RWO gegen einen müden MSV auftrumpfen und überraschend mit einem verdienten 2:0-Sieg ins Finale einziehen. Beflügelt durch das Ergebnis waren
die Duisburger Fans so sehr zufrieden, dass sie die eigene Mannschaft vor Freude mit Pyrotechnik bewarfen. Aber auch wir müssen konstatieren, dass der MSV schon mehr hätte abliefern müssen wenn er sich ein Finale gegen den RWE gewünscht hätte. Und wer wünscht sich das nicht? Da nach dem Spiel der Durchgang leider für Lehrer gesperrt war (allenfalls arbeitslose Lehrer) mussten wir wieder den Wieseltrick wählen und über den Olga-Park fahren. Leider hatte die Bude schon die Rollläden herunter gelassen und wollte uns, obwohl noch Licht brannte, keine Getränke mehr verkaufen. Dafür konnte dann das Dönerbaguette am unterirdischen Oberhausener Hauptbahnhof überzeugen.

Was gibt es geileres als attraktiven Lokalfußball? Das war Werbung für den Fußball! Wir freuen uns auf das Finale!

Zwiebelfest statt Wiesn!

Posted in Pflückebeutels Abenteuer on Oktober 2, 2014 by schnurzeletti

Jeder weiß wie es ist: immer im August mahnt der Skibich pünktlich die halbjährliche Zahlung für Eure Lieblingsdomain an, so dass man immer wieder im Oktober endlich zähneknirschend seine Online Banking Unterlagen zusammenkramt und sich fragt, warum man denn schon wieder diesen horrenden Betrag überweisen muss. Zum Glück haben wir und vor allem die hochgeschätzten Leser dafür diese ausdrucksstarke und rege frequentierte Plattform, die Euch eigentlich viel regelmäßiger über die schönsten Dinge des Lebens informieren sollte. Glücklicherweise ist in den letzten knapp 400 Tagen kaum etwas passiert, so dass wir einfach so tun als würde der Biergerdi noch rauchen und weitermachen wie vorher. Und zwar mit einem der größten Auswärtsknaller seit Menschengedenken – einem Abendausflug am Montag in die ostwestfälische Provinz. Und damit meinen wir nicht die ostwestfälische Bielefeld Provinz sondern die Provinzprovinz des malerischen Rödinghausen. Nie gehört? Nicht verpasst! Allerdings treibt dieser Verein nach fünf Aufstiegen in Folge nun mittlerweile bereits sein Unwesen in Deutschlands vierthöchster Spielklasse und schafft es nicht ganz so übersichtliche Summen in abgehalfterte Stars wie den ehemaligen Regionalligatorschützenkönig Christian Knappmann zu investieren und das Familienvermögen eines mir bis dato völlig unbekannten Küchenherstellers unters Volk zu bringen. Dafür wurde natürlich auch ein passendes Stadion neu gebaut und stilecht auf die örtlichen Kuhfladen gesetzt – prima!

Leider hatte man nicht bedacht, dass es in der vierten Liga nun auch tatsächlich Vereine gibt, die nicht am Reißbrett entstanden sind, und so etwas fürchterliches wie Gästefans mitbringen könnten. Und das auch noch skandalöserweise nicht nur in einer verkraftbaren Größenordnung von 14 Verler Bauernlümmeln sondern tatsächlich in der Gestalt marodierender Hooligans aus der Kulturhauptstadt. Flugs durfte der örtliche Oberkreispolizist auch zum ersten Mal in seinem Leben überregional in Erscheinung treten und ernsthaft verkünden, dass man sich nicht in der Lage sähe, parallel zum Zwiebelmarkt in Bünde eine weitere Großveranstaltung (mit sage und schreibe 2500 Zuschauern) durchführen könnte. So unfaire logistischen Meisterleistung können eben nur die unfairsten Menschen der Welt vollbringen, weswegen es nur in München möglich ist, das größte Volksfest der Welt (mit mehr Straftaten als 800 Bundesligasaisons und zwölf Zwiebelmärkte zusammen)und Heimspiele von Xavi Alonso 10 anderen, die nie den Ball haben, parallel stattfinden zu lassen. Lange Rede kurzer Sinn, der willige WLFV verlegte also in der Tat das Spiel auf einen Montagabend, was allerdings eher für Belustigung als für Frust sorgte. Schon schnell war zumindest den beiden Wissenschaftsbichs, dass man – einen geeigneten Fahrer vorausgesetzt – auf jeden Fall mit von der Partie sein wollte. Glücklicherweise fanden sich schnell sogar drei freiwillige Fahrer, von denen es zwei sogar schafften nicht abzusagen, so dass wir schlussendlich sogar mit zwei Autos Vorort waren. Diese „Jetzt-erst-recht“ Mentalität hatte auch die Fanszene von Rot-Weiss Essen erfasst, so dass das Motto „Alle nach Rödinghausen“ ausgerufen wurde und die peinliche Posse so ad absurdum geführt wurde. Ich würde fast tippen, dass schlußendlich mehr Leute die Fahrt auf sich genommen haben, als am Regelspieltag der Fall gewesen wäre. Doch dazu später mehr.IMG-20140926-WA0012

Genau wie das Schreiben haben wir auch das Wieseln nicht verlernt und so organisierte ich kompetenten Transfer von Deutschlands erster Elite Fachhochschule zum Autohof Lippetal, wo mich der Lehrer meines Vertrauens samt Wissenschaftsbich in seine Obhut nahm und wir der Vorzüge moderner Kraftfahrzeuge kennenlernen durften. Diese liegen natürlich auf der Hand, werden aber der Vollständigkeit halber trotzdem erwähnt: Platz für fünf Leute und ein Kühlschrank. Dazu Zwiebelkuchen, Dosenbier und eine Variation vier verschiedener Malzsorten, so dass die Fahrt wie im Fluge verging und wir schon bald die Abfahrt erreichten. Glücklicherweise gehören Lehrer ja zu den letzten mutigen Helden des Alltags und so ließ sich unser Fahrer erst gar nicht vor der angekündigten Vollsperrung irritieren und ignorierte gekonnt die ausgeschilderte Umleitung. Trotz dieses waghalsigen Manövers waren ein Malte Dürr und der schlauste Mensch der Welt schon seit Ewigkeiten am Ziel und konnten uns auch eine Parkgelegenheit direkt am Eingang des Gästeblocks empfehlen. Um diese zu Erreichen durfte man noch den örtlichen Vollidioten einem Intelligenztest unterziehen und diesen Mal raten, ob man mit dem Essener Kennzeichen entweder für RWE oder doch einfach ein weitgereister Rödinghausenfan ist, der endlich mal an der Hotline Karten bekommen hat.

Das Stadion selber konnte natürlich in keiner Weise überzeugen. Während man sich bei Tribüne noch durchaus Mühe gegeben hat, war die Sicht auf den lieblosen drei Stufen im Gästeblock beschissen, IMAG0911 dafür durfte man aber immerhin 8 Euro abdrücken und das nicht so leckere Herforder Pils trinken – immerhin wenigstens mit Alkohol – was ja leider mittlerweile auch bei unterklassigen Vereinen erwähnenswert ist. Der Gästeblock war tatsächlich gut gefüllt und die Gästekarten auf der Haupttribüne sogar ausverkauft, so dass der Plan so viele Gäste wie möglich fernzuhalten, wohl als gescheitert gelten kann. Die Essener Fanszene garnierte ihren Auftritt dann auch stilecht mit etwas Pyrotechnik, deren (moderater) Einsatz sofort mit einer Spielunterbrechung und anschließender Ermahnung inklusive der Drohung mit Spielabbruch durch den Stadionsprecher geahndet wurde. Kann ja auch nicht sein, dasss sich der Pöbel erdreistet auf seine Art dem Ärger über die dörflichen Schikanen Luft zu machen. Die beste Antwort hatte allerdings die Mannschaft der Essener parat, die den hochgehandelten Aufsteiger gar nicht erst zur Entfaltung kommen ließ und das Spiel letztlich verdient durch ein kurioses Tor (aus der Kategorie Tore, die RWE sonst in der Nachspielzeit kassiert unbedingt sehenswert…) entscheiden konnte. Völlig untypisch eigentlich für RWE, dass der Sieg gegen den bis dato ungeschlagenen Spitzenreiter in der Vorwoche tatsächlich vergoldet werden konnte und so konnte dann nach den obligatorischen sinnflutartigen Regenfällen zufrieden und leicht angedüdelt die Heimfahrt angetreten werden.

Abschließend gibt es von Lieblingsvierlingen noch einen Gratisratschlag für die Verantwortlichen in Rödinghausen. Leider seid Ihr, aller Mühe zum Trotz, auch im Spaßverderben noch nicht erstklassig. Wie empfehlen Euch einen Blick über die Grenze nach Brüssel, wo man zeigt, wie man wirklich auch den treuesten Fans das Auswärtsspiel verleiden kann. 70 Euro Eintritt, Anreise in einer Buskolonne, angedrohte Festnahme aller Fans, die ohne Eintrittskarte den Stadtteil Anderlecht betreten – das sorgt sicherlich für feuchte Höschen in Ostwestfalens Vereinsheimen. Und das sorgt auch dafür, dass solche Spiele ohne mich stattfinden – irgendetwas muss sich in den vergangenen 400 Tagen ja geändert haben – und da reicht es nicht aus, dass der tapfere Snör Bertram jetzt verantwortungsvolle Mutter ist.

Reclaim the game!

Kleider machen Leute oder Finale ist nur zweimal im Jahr

Posted in Pflückebeutels Abenteuer with tags , , , on Juni 1, 2013 by schnurzeletti

Nachdem wir ja schon im vergangenen Jahr die Malocher aus der Stadt des krummen O bei ihrer schändlichen Niederlage im Halbfinale gegen Hö-Ni (kann man mal verlieren) besucht hatten, stand in dieser Saison der SC Rot-Weiß Oberhausen vor heimischer Kulisse sogar im Finale des Niederrheinpokals. Und da sich der Ballspielverein trotz heiligem Beistand in Wembley den unfairen Buyern unterwerfen musste galt es der Saison noch einen noch einen würdigen Abschluss zu verschaffen.

Und wie man das so für Ende Mai erwartet fand dieses fußballerische Schmankerl natürlich bei 8°C und einem schönen Landregen statt. Folglich sammelten wir Unentwegte, also zumindest die, die nicht in Riga oder Terminflut waren oder anderen wichtigen Verpflichtungen nachgehen mussten, am üblichen Platz in der Emscherkurve. Der Allesfahrbi hatte netterweise im Vorfeld Vollzahler-(!)-Eintrittskarten erstanden um uns die Odyssee an den Kassenhäuschen zu ersparen.

Ich für meinen Teil hatte auch vorausschauend mich kleidungstechnisch auf Ende Mai eingestellt und wäre somit Petrus und dem Fußballgott völlig ausgeliefert gewesen. Um jedoch vor Wind und Wetter geschützt zu bleiben und nicht das Risiko einer Erkältung vor dem anstehenden Urlaub einzugehen ergriff ich kurzum die Chance und nahm eine Sicherheitsjacke, die mich vor Regen und Kälte schützen sollte mit zum Stadion Niederrhein.

In der U-Bahn ließen mich die Blicke der Mitreisenden schon erahnen was mir wohl im Stadion bevorstünde. Ein ganzes Stadion, das mich mit „Orange trägt nur die Müllabfuhr!“ verhöhnt? Es kam noch besser! Es begann damit, dass ich am Bierstand natürlich für einen städtischen Müllwerker gehalten wurde. Der örtliche Bierstandsuffi beschimpfte mich, dass ich noch nach Feierabend mich erdreistete – natürlich wählte er eine andere, blumigere, mit Ruhrgebietsidiomen durchsetzte Wortwahl – mit meiner Müllmannjacke die Steuergelder der Stadt zu versaufen. Die raffgierige Stadt wolle immer mehr, immer mehr Geld und für den kleinen Mann auf der Straße bliebe da nichts mehr. Skandal!

Zugegen waren folglich der Klassensprecher, der seit kurzem auch Whatsapp kennt, ein Müllmann, ein überstrapazierter Informatiklehrer, der Allesfahrbi, dessen Vater sowie der Schwiegersohn in spe einer exotischen Deutschsprechenden. Das sportliche erzählt sich in diesem Spiel ein wenig anders als sonst. Der heimische Favorit schaffte es zwar 89,5 Minuten lang den unterklassigen Gegner aus Baumberg in Schach zu halten, konnte aber selbst auch rein gar nichts Zählbares auf die Kante legen. Ein richtiger Grottenkick, der dafür aber in der allerletzten Sekunde noch mit einem Paukenschlag aufwarten konnte. In der 90. Minute erarbeitete sich die Mannschaft aus Baumberg nämlich tatsächlich einen Freistoß in des Gegners Hälfte. Dieser wurde scharf aufs Tor gebracht und auf die Brust des Torwartes geköpft.

Komischerweise war der Ball dann doch im Tor, der Schiri pfiff kurz darauf ab, auf den Rängen brachen alle Dämme, der Platz wurde gestürmt und es ereigneten sich Bilder, die wir dem geneigten Leser ersparen möchten. Glücklicherweise griffen unsere Freunde in Grün recht schnell und beherzt ein und konnten weitere Todesfälle verhindern. Nachdem sich die Situation nach einigen Minuten entspannt hatte sah man davon ab die Zeremonie direkt vor der Oberhausener Kurve durchzuführen und schob die Siegereherung auch nicht nur räumlich deutlich nach hinten. Zeit für uns den Ort des Schreckens zu verlassen und den Rest des Abends zu planen.

Beim Verlassen des Stadions konsultierte mich schließlich noch ein Stadiongänger mit der Bitte das Bier, was ich ihm beim Einlass abgenommen hätte, doch wieder heraus zu rücken. Meinen Aufgaben als Ordnungsdienst folgend konnte ich die Situation natürlich deeskalieren und versachlichen während sich der Oberstreber köstlich amüsierte und die Fahrräder der Oberhausener vollgepisst wurden.

Da wir zum Saisonabschluss noch zu Bier und Mettwurstbrötchen im ekeligen Teig geladen waren vertagte sich die Festgestellschaft noch auf ein Weilchen an die Heidekirche. Auch der Jürgen konnte sich noch aus einem Kirmesbesuch wieseln und lief uns freudestrahlend am Bustand entgegen. die Kirmes wäre ohnehin kein Vergnügen geworden, da dort eh nur wieder Emotionen respektiert wurden. Dass aus einem harmlosen Kick nach Feierabend dann doch wieder eine Veranstaltung bis spät ist die Nach wurde braucht man in diesem Blog wohl nicht erwähnen. Sehr wohl erwähnen muss man jedoch die liebe Kathi, die uns noch netterweise bis zum unterirdischen Kopfbahnhof in Essen kuttschierte.

Wir folgern: Bei Regen in einem alten siffigen Stadion stehen, mit Bier und Freunden einem Pokalkracher beiwohnen, in dem in allerletzter Sekunde der Underdog durch einen Torwartfehler gewinnt, danach alle Dämme brechen, der Platz gestürmt wird und Spieler und Funktionäre angegriffen werden? Das ist Fußball!

Und schon wieder keine Schale…

Posted in Pflückebeutels Abenteuer with tags , , , , on Mai 16, 2013 by schnurzeletti

Was haben das letzte Auswärtsspiel der Saison und die erste Runde im Pokal gemeinsam? Kenner der BVB Fanszene werden sich ob der Schwierigkeit dieser Frage vor Lachen kringeln, schließlich ist die Antwort denkbar einfach – beide Spiele sind prinzipiell die Höhepunkte Dortmunder Ausgelassenheit, wobei Außenstehende wohl häufig ein anderes Wort mit gleichem Anfangsbuchstaben benutzen würden…
Aber fangen wir vorne an. Wie jeder Fußballfan in einer erfolgreichen Europapokalsaison musste auch Euer adipöser Lieblingsfettling am Brückentag an die Schüppe, um das arg strapazierte Überstundenkonto ein wenig aufzubessern. Aufgrund der komfortablen Situation auf den pünktlich zu „unserer WM“ dreispurig ausgebauten Autobahnen des Ruhrreviers entschied ich mich entgegen meiner üblichen Gepflogenheiten für die Autoanreise, die mir auch erlaubte noch die Flyer für die „Kein Zwanni“ Aktion nach Hause transportieren zu können. Glücklicherweise hatte ich aufgrund des Neunzigertages am Vortag noch den lokalen Radiosender des Sektors einprogrammiert, so dass ich von der Verlosung der Freikarten für das Sektorderby zwischen RWE und dem Wuppertaler SV am Abend erfahren könnte. Unter Einsatz meines Lebens und nur zweifachem Verfahren auf der Autobahn gelang es mir auch „#Biergerdi“ rufend zwei dieser begehrten Tickets zu ergattern, so dass ich den Rest des Tages im Wesentlichen damit verbringen konnte, Abnehmer für ebendiese zu finden…

Gegen 17:00 Uhr sollte also endlich am bekannten Kopfbahnhof das Wochenende eingeläutet werden, wo sich neben den üblichen Verdächtigen heute auch ein Einsatzhubschrauber unserer Freunde und Helfer einfinden sollte, um den reibungslosen Ablauf eines Viertligaspiels zu gewährleisten, bei dem immerhin knapp 700 Gäste anwesend sein sollten. Da wahrscheinlich nicht nur mäßig begabten Elitestudenten die Worte fehlen, um zu beschreiben, w ie überflüssig dieser Aufwand ist, springen wir sofort ins Stadion, wo sich immerhin die beiden Fanszenen zum Anfang ordentlich bepöbelten und auch entlang des teuren Sitzplatzbereiches einige Gegenstände austauschten. Das Spiel sollte für die Gäste ungleich wichtiger sein, da diese am heutigen Abend den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen konnten, während die Heimmannschaft seit der Niederlage gegen Fortuna Köln sowieso im Niemandsland der Tabelle unterwegs ist und scheinbar auch nicht mehr mit der letzten Konsequenz zu Werke geht. Dementsprechend ging der WSV schon nach 2 Minuten mit dem ersten Torschuss in Führung und der Gästeblock, in dem sich mehr Fans befanden als gewöhnlich bei den Heimspielen der Wuppertaler anzutreffen sind, verfiel in Ekstase und trällerte einmal das komplette BVB-Kuttenrepertoire vor sich hin.

Etwas lethargischer ging es im Heimbereich zu, wo viele wohl ein ähnliches Debakel wie in der Vorwoche befürchteten (1:6 Heimniederlage gegen Mönchengladbach 2). Immerhin leisteten die Roten heute aber heftige Gegenwehr und so wurde das Spiel schlussendlich mit dem letzten Aufgebot nur knapp verloren. Die Tribünen honorierten den Einsatz der arg dezimierten Truppe, in der unter anderem zwei A-Jugendliche ihr Regionalligadebut absolvierten. Schön zu sehen, dass Kampf und Einsatz hier noch entsprechend gewürdigt werden.

Nach dem Spiel versuchten wir noch unser Glück an der bekannten Tankstelle, wo wir zwar noch den ein oder anderen Dortmunder (teilweise mit Piercing) trafen unser aber köstliches Heilwasser verwehrt wurde, da die Essener Horden bereits alles aufgekauft hatten. Letzte Hoffnung war die Freundin unseres Cousins (bekannt aus diversen Beschattungen), die noch am Hafenstübchen einige Granaten organisieren konnte. Irgendwann war aber auch hier das Bier ausgetrunken und so machten wir uns trotz des ominösen Rauchverbotes noch auf in die bekannte Hipsterkneipe, wo wir entweder Fotos von köstlichen Matetee mit bunten Streuseln bei Instagramm teilen konnten oder einfach ein paar Bierle in unsere Prachtkörper schütteten. Entgegen der Wünsche des tapferen Rächer der Gerechten verzichteten wir aber auf eine zünftige Eskalation und zogen in Anbetracht der zu erwartenden Strapazen am Folgetag eine Audienz beim St. Pennematz vor.

Dankenswerterweise hatte Kai-Uwe angeboten die Flyer, meinen Bierkasten und mich mit dem Vieraugenmobil zum HBF zu kutschieren, wo sich im Raucherbereich eine illustre Reisegruppe einfinden sollte. Die beiden kuscheligen Bichs konnten sich heute über zahlreiche Groupies freuen, so begleiteten unter anderem die Schmenkfahne, Gesundheitsfetischist Biergerdi und der lange verschollene Hundefreund Eure Protagonisten in Richtung Bierstand. Dort stellte der Oberhausener Ökotropholge sofort fest, dass weder die Bier noch die Zigaretten Vorräte annähernd drei Stunde ausreichen würden und so wurden einige Konsumgutscheine an die örtlichen Bahnhofsgeschäfte verteilt. Aufgrund der stressfreien Erfahrungen in dieser Saison hatten wir uns erneut für die Anreise mit dem Sonderzug entschieden, der sich so ziemlich die ganze Dortmunder Fanszene anschließen sollte.

Leider unterlief uns der klassische Anfängerfehler und wir machten es uns im ersten Abteil des Zuges in kleiner Runde bequem. Verhängnisvollerweise war dies auch das erste Abteil auf der Kontrollrunde des Schaffners, der uns unter Aufbietung all seiner rhetorischen Kräfte doch tatsächlich ein Wochenendticket aus den Rippen leiern konnte. Skandalös, schließlich sind wir jahrelange in der Gewissheit konditioniert worden, dass wir zwar als Fans keinerlei Rechte haben, wenn es um die Verpflegung an Umsteigebahnhöfen oder die Behandlung als freie Bürger unserer noch freieren Überrepublik geht. Im Gegenzug gestatten uns dafür alle Verkehrsunternehmen aus Mitleid freie Mitfahrt und das Recht überall – auch im Metronom – rauchen und trinken zu dürfen. Pah! Immerhin wieselten sich die geizigsten Fans noch mit Verweis auf theoretisch existierende Fahrkarten in anderen Abteilen aus der Affäre, während sich die anderen Fahrgäste in unserem Abteil auf wundersame Art und Weise verdrückten… Immerhin sah der Schaffner irgendwann die Hoffnungslosigkeit seines Unterfangens ein und verließ auch an der Landesgrenze den Zug.

Von diesem Schock erholten wir uns aber gewohnt schnell und ohne weitere Vorkommnisse erreichten wir die KdF-Stadt bei Fallersleben um die Mittagszeit, wo sich die Reisegruppe auf Dönerladen und Stadionvorplatz verteilen sollte. Für mich und den schlausten Menschen der Welt stand nun die Vorbereitung des Kein Zwanni Protestes auf der Agenda und so verteilten wir Flugblätter, klärten die Fans auf und sichteten die örtlichen Gegebenheiten. Ein großer Dank gebührt an dieser Stelle dem Fanprojekt Dortmund, die uns vorbildlich unterstützten und sogar den Kontakt zu den entscheidenden Personen bei den Sicherheitsdiensten herstellten. Völlig reibungslos wurde unser Ansinnen den Stehplatzblock aus Protest gegen die Topspielzuschläge 20 Minuten leerzulassen genehmigt und im Gegensatz zu den Aktionen in Hamburg stieß unser Aufruf auch dieses Mal beinah ausschließlich auf offene Ohren.

Schlussendlich beteiligte sich tatsächlich der komplette Block an der Aktion und auch die Sitzplätze verhielten sich weitestgehend solidarisch und schlossen sich in großer Anzahl unserem Protest an. Auch wenn viele Fans sich wohl nur deshalb anschlossen, weil es im Gegensatz zum Hamburg Boykott dieses Mal nur um zwanzig Minuten bei einem Spiel um die goldene Ananas ging, kann die Aktion durchaus als Ausrufezeichen verbucht werden. Wiedermal haben wir ein deutliches Zeichen gegen die fortwährende Kommerzialisierung unseres Lieblingssportes gesetzt und nicht nur ein eindrucksvolles, aussagekräftiges Bild generiert sondern auch den Weg in sämtliche Formen der Berichterstattung gefunden. Vielleicht gelingt es uns doch in Zukunft die intrinsische Motivation des Einzelnen zu stärken und auch weiterhin erfolgreich gegen horrende Eintrittspreise zu kämpfen.

Tommy, sg.de

Tommy, sg.de

Zumal sich auch langsam erste Erfolge abzeichnen, Abschaffung der Topspielzuschläge in Dortmund, Verzicht auf Topspielzuschläge im Gästeblock beim ungeliebten Nachbarn, Halbierung der Zuschläge in Mönchengladbach und faire Preise in Düsseldorf sind nicht zuletzt auch Verdienst des Kampfgeistes der organisierten Fanszenen. Wir erwarten mit Spannung, was die Zukunft noch mit sich bringen wird.

Müßig zu erwähnen, dass ohne aktiven Gästeblock die neumodische Allerweltsarena einem akustischen Friedhof glich, zumal auch die Wolfsburger Szene derzeit wohl aufgrund diverser Probleme nicht aktiv in Erscheinung tritt. So wurde es lediglich dann laut, wenn der Gästeblock hinter Tribüne lauthals bezahlbaren Fußball forderte und als Sven Bender zur zwischenzeitlichen Führung einnetzte. Beim Wolfsburger Ausgleichstreffer durch den Ex-Borussen Ivan Perisic ertönte dann noch der bekannte Wolfsburger Torjingle und schon waren ersten zwanzig Minuten vorbei und die Fans konnten endlich (oder leider) vom Bierstand in den Block wechseln. Dort lieferte der Gästehang eine solide Vorstellung ab und feierte Trainer, Team und Fans gebührend für eine weitere gelungene Saison, deren Höhepunkt uns in der Folgewoche erwartet.

Wir verließen nicht ganz mit Abpfiff den Schauplatz des Rangelns um pünktlich zu ebendiesem den Bus in die Tristesse namens Innenstadt zu nehmen, wo wir uns noch zu sensationellen Preisen bei der Lieblingsanwältin des Biergerdi verköstigen ließen und einen Kasten edlen Tropfens zum Schnäppchenpreis erstanden. Danach konnten wir endlich zum gemütlichen Teil des Tages übergehen und ließen den Tag im ordentlich versifften Abteil – dieses Mal in der Zugmitte – gemütlich ausklingen.

Freitag Abend – was tun?

Posted in Pflückebeutels Abenteuer with tags on Februar 27, 2013 by Horst-Kevin

Allein die Frage regt den gemeinen Bich eigentlich ja schon so sehr auf, dass sein Blut in Wallung gerät und er nicht mehr klar denken kann. Nun ist allerdings der völlig undenkbare Fall eingetreten, dass unser geliebtes Familienfettschwein auf Kuba ausspannt – oder wie Allesfabi sinngemäß sagt: „Das Durchschnittsgewicht auf Kuba ist zur Zeit signifikant erhöht“ – und sich somit momentan sämtliche fußballerischen Leckerbissen  entgehen lässt. Kann jawohl nicht wahr sein dachten sich auch Kai-Uwe und Horst-Kevin, vor allem vor dem Hintergrund, dass letzten Freitag ein – um in der bekannten Bich-Terminologie zu bleiben – wahres Keckspiel auf dem Programm stand. RWO – Viktoria Köln, wer kann sich diesen Regionalliga-West-Schlager schon freiwillig entgehen lassen? Also ließen wir „das kleine Ruhrpottderby“ (Zitat Sky) gekonnt links liegen und reisten mit großer Erwartungshaltung in die Heimatstadt des #biergerdi um bei feinstem Wetter ein 0:0 der schlechteren Sorte zu bestaunen. Zusammen mit uns wollten der beste Lehrer der Welt, der bereits zitierte Allesfabi sowie sein Vater und dessen Kumpel Jürgen das Spektakel bestaunen. Da man als Lehrer natürlich nicht immer an alles denken kann, musste auch diesmal (wir erinnern an das Niederrheinpokal-Halbfinale in Uerdingen) die Klassenkasse statt der eigenen Brieftasche für die Finanzen herhalten. Die muss ja schließlich für irgendetwas gut sein. Ausgerüstet mit Bier und Döner ging es zum Stadion und dort konnte man zumindest kurz erkennen, dass Herwig uns im Geiste begleitete, als Kai-Uwe eine Vollkrise wegen der am Kassenhäuschen angeschlagenen Eintrittspreise bekam. Fast 10 Mark für einen Steher bei einem verfickten Regionalligaspiel, da wär man an so einem Abend doch lieber zu Hause geblieben, hätte man es nur vorher gewusst! Nachdem sich jedoch herausstellte , dass die Eintrittspreise aus der Vorsaison (oder der davor, wer weiß das schon genau?) stammten, ließ sich Kai-Uwe sehr schnell besänftigen – Herwig hätte den restlichen Abend die gesparten zwei Mark gefeiert, schäm dich Kai-Uwe! – und wir konnten ins Stadion gehen. Dort konnten wir dann wirklich Erstaunliches sehen: Zum einen waren die Toiletten in der Emscherkurve ausnahmsweise mal nicht eingefroren, was eine wirklich gute Nachricht für die beiden anwesenden Miniblasen war. Nicht schlecht für Oberhausen! Zum anderen hatten sich tatsächlich ca. 60 äußerst gefährliche Viktoria-Hools/Ultras/sogenannte Fans zu dem Spiel verirrt. Nicht schlecht für so einen Scheißverein!

Die Geschichte des Spiels ist dann schnell erzählt: RWO spielte Viktoria Köln, die immerhin mit einem Sieg wieder an die Tabellenspitze zurückgekehrt wären, an die Wand.  Zwar wurden bei den Kölnern weder Albert Streit noch Giovanni Federico an diesem Abend eingesetzt, aber dennoch standen genügend Hochkaräter wie Mike Wunderlich oder Alexander Voigt auf dem Platz. Dennoch hätte sich der Gast auch über eine 6:0-Niederlage nicht beschweren können, es wurde am Ende immerhin ein 2:0. Wirklich eine starke Vorstellung von Oberligahausen, das war im Vorfeld wahrlich nicht zu erwarten. Wir waren sogar so euphorisiert, dass wir bei der Humba nach dem Spiel, vorgetragen von Rückkehrer Marcel Landers, lautstark mitmachten! Wirklich toll so eine Humba. Um das Ergebnis zu feiern, nahmen wir die Einladung von Bichonkel Markus an, der lediglich zwei Kästen Bier für diesen Abend besorgt hatte und uns gerne mit in sein trautes Heim nahm. Außerdem hatte er selbstverständlich dafür gesorgt, dass uns die weltbeste Autofahrerin Kati am Stadion abholte. Leider war es jedoch nicht so einfach zu dieser weltbesten Autofahrerin zu gelangen, denn da war ja noch die talibanähnliche Busbesatzung aus Köln. Als wir den Zugang zum Gästeblock passieren wollten, wurden wir von der Staatsmacht leider daran gehindert. Die Bullenschweine erklärten uns dann auch auf äußerst freundliche Art und Weise, dass die Talibans das Spiel ja verloren hätten und deshalb bestimmt etwas missmutig wären und wir daher warten müssten, bis der Bus abgefahren sei. Schade, dass das Fettschwein nicht dabei war, das wäre sicherlich für ihn der Höhepunkt an diesem Abend gewesen. Wir waren leider nicht so aufmüpfig und warteten daher ruhig und besonnen, bis die Gefahr vorüber war. Herwig wäre nicht gerade stolz auf uns gewesen…

Auf diesen Schock mussten von uns natürlich in lustiger Runde noch einige Biere vernichtet werden. Zu uns gesellte sich neben den bereits erwähnten Personen noch Allesfabis Kumpel Jupp (leider habe ich seinen richtigen Namen sofort wieder vergessen). Da Jupp selbstverständlich Bayernfan ist und sein Vater bei den Bullenschweinen arbeitet, ließen wir unseren gesammelten Fanfrust an ihm aus. Glück jedoch für Jupp, dass Herwig nicht vor Ort war. Das wäre nach der Vorgeschichte kein lustiger Abend für ihn geworden. Zu vorgerückter Stunde setzte der wie immer sehr fürsorgliche Kai-Uwe dann seinen typischen Nach-Hause-Geh-Blick auf, um uns zu signalisieren, dass es nun Zeit für uns wäre. So brachte uns Kati dann gegen Mitternacht erst sicher zu McDonalds und anschließend in heimische Gefilde, wo ein lustiger Abend sein Ende fand. Danke für die ganze Fahrerei!

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