Willkommen zurück in der Realität

Bevor Jan von Liv diesen sympathischen Familienblog endgültig feindlich übernimmt, soll heute noch einmal der virtuelle Füllfederhalter des großzügigen Schlankheitsbichs bemüht werden. Da ich nach meinem letzten Bericht zurecht im Mittelpunkt der Kritik des überregionalen Feuilletons stand, da ich auf gewisse nebensächliche Einzelheiten verzichtet hatte – unter anderem vergaß ich den Bierigen, der nun der Limonige ist, als Pfandskerl (kein Rechtschreibfehler, liebes WordPress-Korrekturprogramm) zu bezeichnen – werde ich nun versuchen möglichst detailliert die Abläufe beim Ultrá Duell des Jahres zu beschreiben.

Nachdem das Bich-Umfeld am Freitag Abend gewohnt ruhig das Wochenende eingeläutet hatten, war es für mich am vorgestrigen Samstag ein leichtes die Pflichtübung sogenannte „Arbeit“ in Anführungszeichen gewohnt souverän zu erledigen, so dass ich Samstag Abend zu keinen Schandtaten mehr bereit war und früh die Kirche des heiligen Sankt Pennematzes zur Messe aufsuchte. Dementsprechend ausgeschlafen verabschiedete ich am Sonntag Morgen den tapferen Ritter S. B. und ließ mich vom vieräugigen Wunderjungen per Fanastra in die Bierhauptstadt chauffieren. Die Reisegruppe komplettierten noch der eingangs erwähnte Superschurke JVL sowie der weltbekannte Skibich.

Leider verspäteten wir uns bei der Ankunft am Treffpunkt in Dortmund um das in der Fanszene äußerst beliebte akademische Viertel – glücklicherweise hatten die Herrenultras aus der Hauptstadt des Verbrechens noch nicht angegriffen, so dass sich nun dank unserer Präsenz endlich alle verhältnismäßig sicher fühlten. Zumindest so sicher, wie es eben geht, wenn die raubenden Horden aus FFM erwartet werden…

Nach ereignislosem Rumstehen vor der eigenen Lokalität, ereignete sich, um es vorwegzunehmen, das eigentliche Highlight des Tages: Auf der Suche nach einer Nahrungsquelle befolgten wir clevererweise den Vorschlag des schlausten Menschen der Welt und kehrten im Nudelhaus ein. Dort verköstigte uns der ansässige Italiener ohne Migrationshintergrund mit einer nicht außergewöhnlich guten Bolognese zu einem allerdings außergewöhnlich guten Preis. Ein Teller Macceroni sowie eine Portion Brötchen mit Butter rissen mit zwei Mark ein überschaubares Loch in das ansonsten prall gefüllte Geldsäckel des besserverdienenden Studentenpacks.

Irgendwann sollte es dann auch, nach kurzen Zwischenstopp zum Runterwerfen einiger Lammkoteletts, in schönste Westfalenstadion der Welt gehen, um sich die „Pflichtübung“ gegen die Eintracht vom Main anzusehen. Wurde vorab nur über die Höhe des Sieges diskutiert, zeigten die Hessen unserer jungen Mannschaft tatsächlich die Grenzen auf. Trotz zwischenzeitlicher Führung waren wir im eigenen Stadion nie wirklich Herr der Lage. Sehr schade, zumal wir gegen einen potentiellen Konkurrenten Boden hätten gut machen können. Aber trotz der Welle der Entrüstung auf Tribünen und in Foren noch (!) nicht weiter dramatisch. Selbst bei der einkalkulierten bei Branchenprimus in München, hätten wir noch mindestens zwei Punkte Vorsprung auf Platz sechs. Auch nicht schlecht, wenn man bedenkt in welch prekären Situationen man sich zu diesem Saisonzeitpunkt vor noch nicht allzu langer Zeit befand.

Leider passte sich auch unsere Leistung auf der Tribüne der unserer Kicker an – und so hatte der viel zitierte Funke auch nie wirklich die Gelegenheit überzuspringen. Insbesondere dem Block Drölf ist leider ein schlechtes Zeugnis auszustellen, versteht man sich doch auch sonst als Motor der Tribüne. Lediglich die ersten zehn Minuten konnten man das interne Ultraduell gewinnen, danach allerhöchstens noch unterer Durchschnitt – sicherlich nicht das, was die Mannschaft und vor allem wir selber von uns erwarten!

Nach dem Spiel dann wiederum keine Vorkommnisse, so ging es ganz entspannt gen Heimat, wo ich mich trotz zwanzigminütiger Verspätung noch in der obligatorischen Sonntagsabendstatort hineinfinden konnte, was wohl schon alles über dessen Qualität aussagt. Und da mir kein pathetischer Spruch einfallen will, endet diese Bericht so unspektakulär wie der gesamte Tag!

2 Gedanken zu “Willkommen zurück in der Realität

  1. Jan von Liv schreibt:

    Die Berichte über die Grubenfahrt auf der wir im Flöz Sonnenschein unter GE die Atombombe zünden und über den West-Süd-Klassiker gegen Buyern Muc Rot gehören euch!

    Glück Auf!

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