Scheiß Wochenende!

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit den Tags , , , , , , , am Mai 21, 2012 von schnurzeletti

Da wir immer auf der Suche nach neuen Gastautoren sind, lassen wir heute an dieser Stelle den schlausten Menschen der Welt aus der Sicht des ältesten Menschen der Welt das Pokalfinale beschreiben. Wemm das nicht genug Superlative sind, dem können wir auch nicht mehr helfen.

Das Pokalfinale ist vorüber. Ganz Dortmund platzt vor Glück. Gleichzeitig war es auch das letzte Spiel des größten Fans von Borussia seit Menschengedenken. Aus diesem Anlass wollen die Bichvierlinge ihm mit diesem völlig nüchternem Bericht ein ehrendes Denkmal setzen und den Tag aus seiner Sicht niederschreiben:

Während der Großteil der Dortmund-Fans sich mehr oder weniger die paar Stunden Nachruhe gönnte und verquollen in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett quälte konnte ich kein Auge zu tun. Die ganze Woche schon. Aber heute ist der Tag der Tage. 12. Mai! Schon jetzt geschichtsträchtig nachdem wir die blauen Bastarde aus dem Westfalenstadion geschossen haben und diesen Wichsern die Meisterschaft versaut haben! Die sollen alle sterben die Hurensöhne! Jaja, wat hammse damals noch gesungen mit Abstieg und Meisterschaft. Und was ist draus geworden. Hä? Hä? Ja? alle die Fresse halten sollen se! Von wegen ‘Ruhrpott hält zusammen’ – ihr habt sie noch alle! Mit wem rede ich hier eigentlich? Ist ja niemand da. Puls runter! Es ist zwar noch mitten in der Nacht, aber ich kann ja eh nicht schlafen.

Frühstücke ich mal lieber und schaff mir eine Grundlage für den Tag. Schön Marmeladenbrot. Ingwer-Sauerquitte ist zwar echt ekelig, aber Erdbeermarmelade wird mir niemals ins Haus kommen. Scheiß RWE! Wie könnt ihr da hingehen? Ich frage euch: WIE? Geht mal lieber zu den Amateuren! Was seid ihr denn für Dortmund-Fans? Ihr unterstützt doch nur solche hochmütigen Vereine die Steuergelder für ein neues Stadion verschwenden! In der vierten Liga! Wie kann man sowas sinnloses machen! Auf dem Küchentisch liegt noch ne Tageszeitung aus der Woche. Ich krieg es nicht über die Lippen. Es wird für IMMER das WESTFALENSTADION bleiben. Wie können die den Namen so in den Dreck ziehen. Wie kann Ewald bei denen ne Versicherung abschließen und diesen Kackladen noch unterstützen? Denkt der denn nicht nach? Unfassbar! Und warum war Ewald überhaupt da? Kann man Mitte Mai nicht noch irgendwo Skifahren?

Ich sehe durch das Fenster langsam die Sonne aufgehen. Der Himmel ist klar, nur wenige kleine Wölkchen. Zu viel für mich und reiße das Rolle direkt wieder runter. Blau-weiße Dreckscheiße. Und die Hurensöhne singen das auch noch in ihrem Vereinslied. Ich hassen den Himmel! Langsam muss ich auch meine neun Sachen für die Zugfahrt zusammenpacken. Im Kühlschrank steht schon das Dosenbier bereit. Dortmunder Bier natürlich! Ich kann nicht verstehen wie man sich diese Scheißplörre in Holland kaufen kann. Wegen der paar Cent! Wir sind die Bierhauptstadt und ihr fallt der Tradition dermaßen in den Rücken und trinkt diese Pisse! Dortmunder Bier für Dortmunder Kehlen! Vielleicht sollte ich aber auch schon froh sein, dass die kein Veltins trinken. Oder Stauder! Normalerweise trinken die Banausen ja immer nur dieses Essener Gesöff! Schimpfen über Veltins weil das bei den blauen Hurensöhnen in der Wichs-Arena ausgeschenkt wird aber Stauder trinken? Das wird in der beschissenen GAK ausgeschenkt! Auch bei den Blauen! Hurensöhne wer Stauder jetzt noch trinkt!

Als ich vor die Tür treten grinst mich schon wieder diese blau-weiße Scheiße vom Firmament auf mich herab. Zum Glück kann ich aber in den U-Bahn-Schacht entschwinden. Stadtgarten muss ich umsteigen. Es ist schon knapp. Aber mit der U47 fahr ich nicht sondern warte auf die U49. Ehrensache! Am Hauptbahnhof steht der Sonderzug schon bereit. Mehrer Sonderzüge! Aber meiner ist der Szenesonderzug. Was steht da auf dem Schild? Sonderzug Pokalfinale? THE – U – NI – TY? Was meint ihr eigentlich wer ihr seid? Wisst ihr eigentlich warum wir nach Berlin fahren? Wieso lese ich nirgendwo Borussia Dortmund? Scheiß Ultras! Maaaaan! Und dann noch die Abfahrtszeit! 07:07 Uhr! Wie kann man so eine Uhrzeit festlegen. Seid ihr eigentlich alle bescheuert? Uhr ihr lacht noch drüber! RWE gibts erst seit 1923 ihr Superfans. Aber Dauerkarte haben. Jaja.

Kaum losgefahren pennt der knallvolle Bierograph schon ein. Ist der bescheuert? Ich kann wochenlang nicht schlafen vor Aufregung und der pennt seelenruhig wie ein Kätzchen. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass er knallvoll ist. War ja beim letzten Mal auch schon so. Fährste zum Pokalfinale hin und kriegst nichts mit. Ich würd wahnsinnig werden! Ich werde wahnsinnig! Und a propos Kätzchen! Da kann der Hubert ja direkt auch für seine Töle ne Karte blocken. Die war auch nicht in Kiel oder Fürth. Beim Finale kommense alle wieder aus den Löchern wo ihnen der BVB vorher am Arsch
vorbei geht! Wir haben damals mit 26 Leuten in Freiburg gestanden! Sechsundzwanzig!

Wir rollen durch die Republik, durch Städte wie Bielefeld (Scheiß Bielefeld!), Braunschweig (Wär heute unmöglich die Zaunfahne wieder zu bekommen. Scheiß Ultras!) und Magdeburg, wo schon der ganze Bahnhof voller Bullen steht (Scheiß Bullen!). Mit etwas Verspätung kommen wir in Berlin an. Nahezu die komplette Stadt ist schwarz-gelb. Noch krasser als 1989 oder 1965. 1965 war das Finale natürlich in Hannover. Aber das wisst ihr ja wieder nicht. Ihr interessiert euch ja nicht für Fußball! Trotzdem laufen uns einige Bayern über den Weg. Sprecht Deutsch ihr Scheiß-Münchener! Bayern! Maaaan! Insgesamt aber unfassbar viele Dortmunder in der Stadt. Auch weil die Waldbühne ja zum Public-Viewing einlädt. Angeblich ja ein ach so tolles Geschenk von unserem Hauptsponsor. 9 Euro! Scheiß Evonik!

Je näher das Spiel kommt desto fickeriger werde ich. Als ich das Olypiastadion betrete befällt mich dieses erhabene Gefühl eines Poklendspiels im Olympiastadion. Ich erinnere mich noch gut an die Eröffnung 1936 und an die vielen Schlachten, die Borussia in diesem Stadion geschlagen hat. Beide Fanszenen hatten Choreographien für ihre Kurven vorbereitet, bekamen jedoch beide Steine vom DFB in den Weg gelegt. Fußballmafia DFB! So gibts nur Choreos auf Sparflamme. Das Spiel läuft! MNNMYMOMN!!!!!! [Manuel Neuer am Ball, Anm. d. R.]. Die kleinste Blase Dortmunds erwidert darauf, dass Manuel Neuer wie wir ein Kind es Ruhrgebiets sei und wir schließlich zusammenhalten müssten. Hat der noch alle Latten am Zaun? Schießbuden-Neuer soll verrecken! Wo wohnt die kleinste Blase eigentlich? In Lünen-Süd oder in Kamen-Methler! Soll erstmal nach Dortmund ziehen bevor er hier die Klappe aufreißt!

Aber die anderen Spinner reihen sich direkt in diese Provokationen ein. Wie könnt ihr diesen Spasti gut finden? Das ist ein absoluter Hurensohn! Das muss jeder einfach einsehen! 7. im Olympiastadion und der Großteil hält sich zurück. Und in einem Monat bei der EM klatschen sie wieder diesem Hurensohn Applaus. Wie kann das sein? Das sind keine BVB-Fans mehr für mich. Feind
bleibt Feind! In der Waldbühne singen sie wahrscheinlich schon Super-Deutschland-Olé! Es wird niemals etwas über dem BVB geben! Aber nein, die ganzen Vollidioten fangen dann wieder an mit ihren schwarz-rot-geilen Klatschpappen! Genauso wie die scheiß Bayern-Erfolgs-Spastis! Verpisst euch einfach! Was seid ihr denn für Fans?

Bayern! Scheiß Fans! Scheiß Land! Scheiß Polizei! Scheiß CSU! Das wird nur noch durch die ganzen Hirnaputierten in meinem Abteil getoppt, die morgen FDP wählen! FDP! Wir kann man bitte so eine Chaostruppe auch noch unterstützen? Warum sitze ich überhaupt mit solchen Leuten in einem Abteil? Furchtbare Fahrt zumal mir die komplette Hinfahrt der blau-weiße Himmel ins Gesicht grinste. Diesem Grinsen muss man einfach mal in die Fresse hauen. Genau wie dem DFB-Vollidioten, der nach der Pokalübergabe auch noch das Einlauflied von den Blauen einspielt. Hammse wohl noch vom letzten Jahre noch auf dem Plattenspieler gehabt. Die Wichsblauen sind ja hier öfter im Pokalfinale. Hat ja auch ne verdammte blaue Laufbahn das Stadion!

Aber dass bei diesem Spiel einiges anders da ist. Zehntausende Karten sind nicht an echte Fußballfans gegangen sondern nur an feiste Sponsoren, nimmersatte Funktionäre und elitäre Politiker! Da sitzt die Merkel von der weltfremden CDU im Stadion und weiß nicht mal die Spieler im Kader von Borussia Dortmund aufzuzählen. Es geht um Fußball und nicht um Poltik! Aber da kann sich die Leserschaft hier ja auch mal an die eigene Nase packen. Jaja, immer von der großen Liebe zum BVB labern und zu den Amateuren gehen aber nicht einen Spieler kennen. Scheiß Ultras! Versteh ich nicht. Kann ich einfach nicht verstehen. Die sollen erstmal nen paar Jahre zur Borussia fahren. Aber die sind ja eh bald alle weg wenn die Büchse ruft. Und Herwig ist ja noch viel schlimmer! Der geht lieber zu Essen und lässt den BVB im Stich! Scheiß RWE! Maaaaaan!

Zum Glück stand der Boyd nicht aufm Platz. Solche Spieler hasse ich! Erst kommt Borussia und dann der Spieler. Das sollten sich aber auch mal die Spieler hinter die Ohren schreiben! Es geht um Toreschießen und nicht um irgendein verkacktes Tänzchen an der Eckfahne. Das hasse ich! Selbstdarsteller! Wie die scheiß Ultras! Sollen Tore schießen und sich freuen. Das einzig Positive beim Spiel heute ist, dass nicht durchgeschwenkt wurde. Endlich mal wieder freie Sicht aufs Spielfeld und nicht so ein Gehampel wie im Westfalenstadion (Für immer Westfalenstadion!). Das ist das
einzig positive! Dass die Hirnamputierten heute tiefer standen. Ich könnt jetzt schon wieder platzen wenn ich an die neue Saison denke. Aber noch ist die Saison ja nicht vorbei. Am Samstag geht’s mit den Amateuren noch nach Wuppertal-Asozial. Geh ich wahrscheinlich wieder alleine hin, Scheiß-RWE spielt ja parallel auch. Aber danach kann ich zum Glück mal durchschlafen.
Schlafen ging auf der Rückfahrt im Zug natürlich auch nicht weil ein behinderter Koreaner wie bekloppt auf ne Trommel einschlägt. Jaja, Hauptsache Suff und BVB. Vollidioten!

Insgesamt also ein Wochenende zum aufregen. Zuhause angekommen gibt’s dann noch vorm Zubettgehen nen schönes Schwarzbrot mit Käse – Salami ist verboten!

Für Stadt und Verein!

Lamczyk, du Teufelskerl

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit den Tags , , , , , , , am Mai 15, 2012 von Horst-Kevin

Nachdem der ranzige Bichfettling nach monatelanger Schreibepause mal eben so die beste Überschrift seit es Überschriften gibt aus dem Ärmel geschüttelt hat, bleibt mir gar nichts anderes übrig, als euch so einen 0815-Titel dahinzurotzen. Dennoch wäre dieser Blog nicht komplett, wenn wir nicht auch selbstverständlich über das andere Halbfinale im Niederrheinpokal berichten würden. Das Finale – so viel sei schon mal vorweggenommen – wird natürlich auch nicht ohne Bichbeteiligung von Statten gehen. Da wir uns also die Pralinen des Fußballsports also nicht entgehen lassen können, machte sich auch an diesem Mittwoch ein kleiner Tross auf den Weg nach Uerdingen. Mit dabei waren trotz Arbeitsstress der Tischtennisbich, der Fettbich, ein Spieler von GW Vernum (nicht Küchenlars, der verrückte Towart) und der stressgeplagteste Lehrer der Weltgeschichte, welcher – wie sollte es anders sein – natürlich sein Portemonnaie vergaß und daher die ihm anvertraute Klassenkasse plündern musste. Da Lehrer auf der Welt bekanntlich der größten Stress haben, schaffte er es leider auch nicht pünktlich zum Treffpunkt, weshalb wir in zwei Schüben nach Uerdingen fuhren.

Während der Towart und ich in aller Ruhe von Essen nach Oppum fahren und von dort zum Stadion laufen konnten, rächte sich das Zuspätkommen der Anderen sofort. Sie wurden mit den anderen hochgefährlichen RWE-Fans von den stets zuvorkommenden Freunden und Helfern eingekesselt und  begleitet. Wer zu spät kommt, den bestraft eben das Leben und verdient hat es Herwig allemal. In der Grotenburg erwartete uns dann bereits die nächste Enttäuschung: Es gab natürlich kein Vollbier, sondern nur Bier mit geringem Alkoholgehalt. Zudem drohte uns Ungemach von Oben, denn es waren Gewitter angekündigt. Das alles konnte unsere Stimmung aber nicht trüben, denn uns erwartete schließlich ein fußballerischer Leckerbissen in einem fantastischen Stadion. Neben ca. 2000 Essenern waren auch 4000 Uerdinger Fans angereist – keine schlechte Zahl für ein Niederrheinpokalhalbfinale unter der Woche. Unter ihnen, wie sollte es anders sein, natürlich die Ostgroten (mit zugehöriger Zaunfahne), die Westgroten (mit zugehöriger Zaunfahne) und der Grotifant.

Die Roten übernahmen mit Anpfiff auch gleich das Kommando auf dem Rasen und führten nach 25 Minuten vollkommen verdient mit 2:0 Toren. Doch RWE wäre nicht RWE, wenn man den Gegner nicht anschließend ins Spiel hätte zurückkommen lassen. Völlig unnötig natürlich, aber so entwickelte sich anschließend ein richtig spannender Pokalfight. Nach dem Ausgleich der Uerdinger zu Beginn der zweiten Hälfte ging es ständig hin und her. RWE bekam das Spiel zwar wieder in den Griff, die Uerdinger kamen jedoch auch zu einigen Großchancen. Also kam es, wie es kommen musste, eine Entscheidung konnte in 90 Minuten nicht gefunden werden und es ging in die Verlängerung und anschließend ins Elmeterschießen. Konnte ja zu dem Zeitpunkt noch keiner ahnen, dass dies nicht das letzte Elfmeterschießen in dieser Woche bleiben sollte. Man muss eben auch mal Glück haben. Leider (oder auch zum Glück) sind Elmeterschießen mit RWE-Beteiligung nicht wirklich spannend, da an RWE-Keeper Gerrit Lamczyk einfach kein Vorbeikommen ist. Wie im letztjährigen Halbfinale konnte er auch diesmal drei Elfmeter in Folge parieren, während die Essener Schützen ausnahmslos verwandelten. Leider hat Gerrit für die kommende Saison immer noch keinen Vertrag, vielleicht trägt dieses Spiel ja zu einem Umdenken bei den Verantwortlichen bei. RWE steht also wie in den vergangenen vier Jahren im Finale des Niederrheinpokals und kann sich mit einem Sieg die Saison vergolden und in den DFB-Pokal einziehen. Das sollte gegen einen Sechstligisten normalerweise auch zu schaffen sein, würde es sich nicht um RWE, sondern um einen normalen Verein handeln.

Nette Anekdote am Rande: Während das gesamte sonstige Bichumfeld (Hundemessen-Hubert, der Skibich und der komische Bich) natürlich nicht mit zum Spiel kommen konnte, wurde das Geschehen natürlich die ganze Zeit per Whats App kommentiert. Alles Kutten! Dafür dürfen sie natürlich auch nicht zum Finale kommen, seineszeichens immerhin das letzte Flutlichtspiel im altehrwürdigen Georg-Melches-Stadion, welches nach dieser Saison bekanntlich dem Erdboden gleichgemacht wird.

Der Rückweg aus Uerdingen verlief dann praktisch wie immer (wir sind ja auch so oft dort): Straßenbahn –> Uerdingen Bf –> Pissen –> natürlich kein Bier bekommen, da die Bürgersteige schon hochgeklappt sind –> fast in den RE nach Aachen eingestiegen –> doch nicht in den RE nach Aaachen gestiegen –> in den RE nach Essen gestiegen –> Essen –> Pennematz.

Gute Nacht.

Edit: Der schlauste Mensch der Welt war selbstverständlich auch beim Spiel, allerdings auf Seiten der Uerdinger. Folglich geht er bestimmt auch morgen in den Gästeblock.

Gegen Hö-Nie kann man mal verlieren

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit den Tags , , , , , , , , , , am Mai 11, 2012 von schnurzeletti

Der Boulevard spekuliert, die ARD haut einen Brennpunkt nach dem anderen aus, über die NRW-Wahl spricht kein Mensch mehr und selbst die Bremerinnen und Bremer haben seit Monaten zu keiner Lichterkette in den Vorgärten homophober Fanplakatschreiber mehr aufgerufen. Und alles nur, weil die Bichfettlinge nicht mehr bloggen. Damit ist jetzt Schluss, die Probezeit ist überstanden, die daraus resultierenden Hemmungen auf der Arbeit passé, der normalste 25-jährige M-Dax CEO der Welt unter der Haube und die Welt wieder ein lebenswerter Platz. Also los geht’s:

Viel istl passiert, Derbysieg und Meisterschaft wurden errungen, dazu überstrahlt das Pokalfinale die letzte Arbeitswoche vor dem wohlverdienten Urlaub und dementsprechend soll hier quasi als Comeback auf die Partie eingegangen werden, die unsere Leser am meisten interessieren wird. Natürlich handelt es sich hierbei um die Schande von Oberhausen auch bekannt unter dem weniger reißerischen Titel “Pokalhalbfinale auf Verbandsebene zwischen Rot-Weiß Oberhausen und dem weltbekannten SV Hönnepel-Niedermörmter“.

Das Abenteuer begann für Euren Lieblingsfettling bereits in der vorvergangenen Woche, als der sympathische Fußballverband Nordrhein diese Partie nach Oberhausen verlegte, und sich somit die Chance bot, direkt von der neuen Arbeitsstelle im beschaulichen Hamm, bekanntlich eine Großstadt im Grünen, zum Austragungsort zu reisen. Flugs wurden der Tischtennisbich, der schlauste Mensch der Welt, die kleinste Blase Dortmunds (dazu später mehr) und mein Patenonkel samt Cousin als Mitfahrer auserkoren und nach zahlreichen schlaflosen Nächten stand ich endlich am Bahnhof Hamm in Westfalen. Sportlich, wie Euer adipöser Lieblingsbich bekanntlich ist, war ich aber mit dem Fahrrad unterwegs und so beschloss ich noch einen außerplanmäßigen Zwischenstopp in der Kulturhauptstadt 2010 einzulegen, um mein Sportgerät in der örtlichen Radstation zum Schnäppchenpreis von 50 Eurocent einzulagern. Dort traf ich auch auf den Tischtennisbich und die verspätete S-Bahn führte uns durch die pittoresken Ecken des Ruhrgebiets nach Oberhausen. Unterwegs erreichte uns bereits die Hiobsbotschaft, dass aufgrund eines Triebwerksschadens an der Eurobahn nicht nur die kleinste Blase Dortmunds heute nur das heimische stille Örtchen aufsuchen konnte, sondern auch der schlauste Mensch der Welt mit dreißigminütiger Verzögerung das Ziel erreichen würde. Kompetent wie immer machten wir aber das Beste aus dieser vertrackten Situation und zogen uns erstmal im anliegenden Gourmettempel einen Döner und ein nicht ganz so alkoholfreies Bier rein. Irgendwann kam dann auch endlich JvL und mit dem allerletzen Stadionbus (maximal 15 Fahrgäste, von denen aber 12 sofort bei Betreten des Busses rauchen mussten – als Fußballfan hat man eben seine Vorteile) gondelten wir gen Niederrheinstadion.

Aufgrund des Andrangs (immerhin schier nicht zu bewältigende 1200 Zuschauer waren zu Gast) wurde der Anpfiff noch um 10 Minuten verschoben, was aber aufgrund der wenigen Kassenhäuschen trotzdem nicht ausreichen sollte, um pünktlich im Stadion zu sein. Ein richtig kompetenter Profiverein eben. Im Stadion gesellten wir uns dann zu den wenigen noch leidensfähigen RWO Fans und dachten bereits nach 6 Minuten, das Ding wäre eigentlich gegessen. Immerhin führte nun der (noch) Drittligist aus Oberhausen gegen den Sechstligisten aus der Nähe von Kalkar. Klare Sache eigentlich, wäre da nicht eine aufopferungsvoll kämpfende Bauertruppe gewesen, deren Slogan “Der Acker bebt am Niederrhein” sich auch auf den heutigen Austragsort erstecken sollte. So kam es also, wie es immer kommt, wenn man pünktlich im Bett sein will. Nach dem Ausgleich und einer Verlängerung mit einem Tor für jede Mannschaft musste der Sieger im Elfmeterschießen ermittelt werden. Damit wir uns auch während des eigentlich nicht sonderlich spannenden Spiels nicht langweilen mussten, sorgten motivierte, jugendliche Oberhausener für etwas Unterhaltung. Dies war auch bitter nöti, schließlich war das Bier aufgrund der oben erwähnten Zuschauermassen bereits ab der 60. Minute ausverkauft.

Nachdem die Oberhausener Ultra(?)-Szene zunächst ihren scheinbar großen Vorbildern aus Essen nacheiferte und das Pokalspiel mit einer gehörigen Portion Missachtung strafte, was darin resultierte, dass man lieber auf den Wellenbrechern rumlümmelte, als irgendwie in Erscheinung zu treten, machte sich auf einmal große Nervosität breit und die Jungs stürmten Richtung Ausgang, um vermeintliche Eindringlinge in die Schranken zu weisen. Ob es sich hierbei um Hönnepels Bauernlümmel handelte oder die Essener doch eine Autogrammstunde anboten, entzieht sich aber unserer Kenntnis. Scheinbar verhielten sich die potentiellen Gegner aber wie die berühmten “Hundert Guten aus Birmingham” und waren schlicht und ergreifend einfach nicht zur Stelle. Zu unserem Glück, denn so konnte das überschüssige Testosteron durch einen angedeuteten Platzsturm und furchteinflößendes Schlagen auf den Spielertunnel abgebaut werden. Allerdings bettelte die RWO Elf auch durch freche Leistungsverweigerung förmlich um eine Reaktion der Fans. Wie eigentlich in jedem Stadion war der inkompetente Ordnungsdienst komplett überfordert und so “deeskalierten” die bekannten Freunde und Helfer die Situation auf ihre Art. Immerhin überstand RWO Trainer Mario Basler auch diese brenzlige Situation ungerührt und paffte seinem Oberhausener Vorbild nacheifernd direkt mal 20 Marlboros weg…

Dass der krasse Außenseiter zu guter Letzt das Elfmeterschießen für sich entschieden konnte, verwunderte in der RWO Kurve dann auch niemanden mehr. Selten (wenn überhaupt) habe ich in einem Fußballstadion diese Stille geprägt von maßloser Enttäuschung um mich herum vernommen. Resignation wäre hier noch ein Euphemismus zur Beschreibung der Situation. Glücklicherweise haben wir derzeit keine derartigen Sorgen im sportlichen Bereich, so dass wir recht schnell das Stadion verlassen konnte. Vor den Toren wurden wir dann noch Zeuge, wie eine komplette Einsatzhundertschaft herangekarrt wurde, die wohl im Nachgang das Stadion abriegelte, damit die Spieler unbehelligt zu ihren Autos vordringen konnten. Schade, dass man nicht dem Rat meines Onkels folgen wollte und statt den Fans mal die Mannschaft verprügelte. Unser Abend endete dann unspektakulär vor verschlossener Radstation in Essen, Gerüchten zu Folge soll der schlauste Mensch der Welt auf dem Rückweg die kleinste Blase Dortmunds noch kompetent vertreten haben… Bleibt nur noch zu sagen, dass von uns wirklich keiner Fisch bestellt hat!

Für alle RWO Fans und Freunde zünftiger Stadionmusik hier noch (der hoffentlich allseits bekannte) beste RWO Song aller Zeiten:

Ein geiler Abend in Köln!

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit den Tags , , , am März 28, 2012 von Horst-Kevin

Liebe Leser,

obwohl die Überschrift suggerieren möchte, dass es sich hierbei um einen Spielbericht des Spiels FCFCFCFC gegen den BVB handelt, ist dies wider Erwarten nicht der Fall. Keine Ahnung, was der fette Bich zur Zeit so treibt. Vermutlich ackert er wie eine Hafendirne in seinem neuen Job und kommt zu gar nichts mehr. Ihr müsst uns also diese Vernachlässigung des Kerngeschäfts verzeihen. Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Artikels: Endlich mal wieder ein Konzertbericht! Denn gestern Abend machte die (in meinen Augen) großartige Band Dispatch auf ihrer allerersten Europatour in der Stadt, aus der die Scheiße vom Dom kommt, halt. Die drei Amerikaner, die eine Art “Rock-Reggae-Folk-Funk” mit sozialkritischen Texten spielen, hatten ihre gemeinsame Karriere eigentlich bereits im Jahr 2004 mit einem Konzert vor 110.000 Zuschauern beschlossen, was zeigt, welchen Bekanntheitsgrad die Band in den Staaten genießt. Bis heute ist jedoch keines ihrer Alben in Deutschland veröffentlicht worden. Daher sollte das Konzert zunächst im kleineren Luxor stattfinden, wurde aufgrund der hohen Nachfrage jedoch in die Live Music Hall verlegt, welche dann auch gestern Abend ausverkauft war.

Während ihres zweistündigen Auftritts zeigte die Band eine Spielfreude und einen Spaß am eigenen Repertoire, wie ich es selten erlebt habe. Kein wichtiges Lied fehlte in der Setlist und die Songs wurden oft verlängert und das Publikum zum Mitmachen animiert, was von diesem gerne angenommen wurde. Höhepunkte waren sicherlich “The General” mit einem unglaublich lauten Chor, “Flying Horses” und eine Art Freesytle-Stück zu Beginn der zweiten(!) Zugabe, welches mit “Stand By You” begann und mit einem Crowd-Surfing von Lead-Sänger Chad Urmston durch die gesamte Halle, kommentiert von Drummer Brad Corrigan, fortgesetzt wurde. Die Stimmung war durchweg großartig, so kam es zum Beispiel mehrere Male dazu, dass im Publikum Leute stehend auf den Schultern anderer tanzten, was glücklicherweise mal nicht von den Ordnern unterbunden wurde.

Einzige kleinere Schwächen waren meiner Meinung nach die langsameren Stücke, meist interpretiert von Brad Corrigan oder Pete Francis. Die Band ist eigentlich immer dann am Besten, wenn sie schnelle Reggae-lastige Stücke spielt, welche zumeist aus der Feder von Chad Urmston stammen. Man kann schon erkennen, weshalb sich die Band einst aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die musikalische Entwicklung trennte. Insgesamt war das Konzert jedoch einfach nur fantastisch und mit Sicherheit eines der Besten, die ich bislang genießen durfte.

Für alle, die das Konzert leider verpasst haben, gibt es jedoch auch eine gute Nachricht. Der WDR hat das gestrige Konzert für seine Sendung “Rockpalast” aufgezeichnet. Es wird am 16.04.12 um 0:15 Uhr ausgestrahlt. Einige Informationen dazu, sowie ein Video von “The General” und die Setlist findet man bereits hier. Zudem vom Abschiedskonzert aus dem Jahre 2004 eine DVD unter dem Titel “All Points Bulletin” erschienen und ebenfalls sehr zu empfehlen. Außerdem möchten wir euch noch das folgende Video als Anspieltipp ans Herz legen. Vielleicht gefällt die Musik ja dem Einen oder Anderen:

 

Die teuersten Regenschirme der Welt

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit den Tags , , , am Februar 24, 2012 von Horst-Kevin

Die Saison 2011/12 wirft bei uns im Hinblick auf die anstehende EM eine wichtige Frage auf: Hat die Bundesliga ein Stürmerproblem? Ich meine, das ist ja kaum zu beschönigen, dass es in der ersten Liga zur Zeit eigentlich nur Durchschnitts- und Mittelklassestürmer gibt.

Der Gomez von Bayern zum Beispiel. Trifft eigentlich nur, wenn er zwei Meter vor dem leeren Tor so günstig  angeschossen wird, dass der Ball reintrudelt. Tore also, über die ich mich nicht freuen könnte! Und dass nicht mal das immer hilft, hat man ja damals gegen Österreich gesehen. Da kann man eigentlich auch einen Regenschirm aufstellen. Weniger Tore macht der bei den Bayern auch nicht. Wenn die Bayern dann am Wochenende 7:0 gewinnen, dann heißt es wieder 1:0 Frooooooooooonck, 2:0 Schweini, 3:0,4:0,5:0,6:0,7:0 Regenschirm. Ist ja klar, der Gomez macht ja eh nur die unwichtigen Tore und anstoppen kann der auch keine Kugel. Die Rolle kann der Regenschirm also eigentlich gar nicht schlechter ausfüllen. Und am Ende der Saison ist der Regenschirm dann mal wieder Torschützenkönig der Bundesliga und alle rufen: „Wow, der Regenschirm, der ist absolute Weltklasse!“, der Kicker würfelt sich irgendeine Rangliste zusammen, in der natürlich in allen Kategorien die Bauern vorne stehen und auch der Schal, hier der Bundesschal, stellt den Regenschirm dann bei der EM auf. Dabei hat sich keiner mal die Mühe gemacht, mal genau zu schauen, WIE der Regenschirm seine Tore geschossen hat oder wie der Regenschirm in der Defensive mitarbeitet. Und eine bereinigte Rangliste, in der mal die Elfmetertore abgezogen werden, die erstellt natürlich auch keiner. Das Ganze ist also wenig objektiv, der Teufel steckt wie immer im Detail.

Oder der Podolski vom FC, der ist genau so ein Fall. Spielt eigentlich nur gut, wenn es zur Nationalmannschaft geht und mit Abstrichen noch in Köln. Und da eigentlich auch nur in eine Richtung: Nach vorne. Habt ihr euch nicht auch schon mal gefragt, wieso immer der Verteidiger, der hinter „Poldi“ spielen muss, so schlecht aussieht? Außerdem: Woanders, bei einem guten Verein, hat der sich noch nie bewiesen. Und sein mieser Charakter kommt noch dazu. Wenn der Schal mal nach Leistung aufstellen würde, dann hätte der Poldi in der Nationalelf schon lange nichts mehr verloren. Der Schürrle hat ihm ja längst den Rang abgelaufen. Aber dass es beim Schal nicht nach Leistung geht, ist ja schon längst bekannt. Der hält seinen Leuten ja die Stange, egal was die für Leistungen in der Bundesliga zeigen. Oder wie kann es sonst sein, dass der Cacau immer noch dabei ist? Gut, beim Helmut ist es ähnlich wie bei Babak Rafati. Der ist in der Nationalmannschaft sowas wie der Quotenschwarze seit das Schwabbelschwein nicht mehr dabei ist. Dabei weiß ja jeder , dass er mit Abstand der schlechteste Stürmer ist, der da rumläuft. Sogar noch schlechter als der Regenschirmersatz. Also auch hier gilt: Besser mit Regenschirmen auffüllen.  Ein schwarzer Regenschirm wird sich ja sicher irgendwo finden lassen.

Die offensichtliche Schwäche der deutschen Stürmer verwundert besonders stark vor dem Hintergrund der schlechten Abwehrspieler in der Bundesliga. Ich meine, schaut euch die Tabelle doch mal an: Die Bauern haben 14 Gegentore und somit von den Zahlen her die zweitbeste Abwehr der Liga. Und die spielen mit dem Badstümper und mit Steve Urkel vor Manuela. Fehlt eigentlich nur noch, dass die Edson Braafheid aufbieten. Dann wäre ich mir sicher, dass sie die Liga verarschen wollen. Aber das haben sie sich anscheinend doch nicht getraut. Wenn also selbst diese Abwehr nur 14 Gegentreffer kassiert, dann können die Stürmer in der Bundesliga keine Qualität besitzen. Kein Wunder: Der einzige deutsche Stürmer, der ein bisschen kicken kann, spielt ja mittlerweile im Ausland bei Lazio Rom. Eigentlich müsste der Schal ihn mit zur EM nehmen und 3 Regenschirme. Aber so wird es ja sowieso wieder nicht kommen…

Bichige Büttenrede

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit den Tags , , , , , , am Februar 21, 2012 von schnurzeletti

Bevor der Ascher-Bich-Woch kommt, könnt Ihr Euch noch an den Büttenrede des schlausten Menschen der Welt erfreuen, die übrigens nicht adipös ist, falls das noch irgendwer denkt:

Nachdem bereits vor einige Tage,
der Blog versuchte euch zu sage,
was mir beim letzte Spiel so triebe,
gar im Schema von der NSU geschriebe,

Wollte mir es nu probiere,
dem Brauchtum zu tributiere,
gemäß der aktuelle Fassenacht,
wohlklingend zu Papier gebracht.

Dabei ist es unerlässlich,
zum stupide Reimschema sehr pässlich,
den debilen Singsang zu benutze,
und dabei der Intelligenz zu trotze.

Als dröge Ostfriese und Westfale,
sind die Bichs sich nich zu schade,
anstatt nach Kölle oder Meenz,
nach Berlin mit Borussia und Lenz.

So ging es ach in früher Morgenstund,
bereits aus Panoptikum, Bette und
reich belade zum Express,
so ist das mit Borussia-Stress.

Aber nach den ganze Bustransferen,
freute man sich mal den Zug zu nehme,
um das altbekannte WET zu strapaziere,
und in der Eisenbahn zu eskaliere.

Dennoch hatte all die Essener Leut,
die Tour mit Bus und Bahn gescheut,
nur der Jünger von Klaus Zeppenfeld,
hatte sich der Asozialität gestellt.

Zu unsrer große Freude,
gesellte sich zu uns heute,
die Bullenschweine ausnahmsweise nicht,
da freute sich der gemeine Bich!

In Berlin die BVG im großen Streik,
ware mir erst gar zur Mittagszeit,
im Preuߑschen Landwirtshaus,
versammelt zum Getränkeschmaus.

Zu Anpfiff wieder farbenfroh,
sahe mer ne sehenswerte Choreo.
Schwarz und gelb der ganze Block,
da gehe andere nur am Stock.

Der Rest der großen Szenerie,
lässt sich wieder mal beschreibe wie,
das harte Werk des Arbeitssiegers
inklusive Kevins Großkreutz‘ Torriechers.

Wichtig noch erwähnt zu werde,
ist der größte Kuttenforscher auf der Erde,
der diesma mit dem Megafone in der Hand,
heut im großen Rund gar auf der Mauer stand.

Für die Rückfahrt war geplant,
mit dem InterCity elegant,
zurück gen Heimat wohl zu brause,
und dabei sich so richtig zu besaufe,

Jedoch musste sich der Adipöse,
trotz des großen Abfahrtsgetöse,
noch ordentlich verquatsche,
so saß er nun wohl in der Patsche.

Aber wie schon bei den blöden Radkappe,
musste er nun seine Scheine gar berappe,
um den nächsten ICE zu buche,
er musste sich bestimmt verfluche.

Während es im Zug nun richtig eskalierte,
uns der ICE-Fahrer nonchalant passierte,
und gar früher war zuhaus als mir,
hatte mir viel Spaß dafür.

So rief unsere kleine Biene Emma,
ohne Punkt und Komma,
die Gewalt nun endlich mal zu stoppe,
dabei gab es nirgendwo mal Kloppe.

Schließlich standen weit und breit,
nur Hansa Pils statt Hansa Hools bereit,
so konnte uns nicht wirklich was passiere,
außer uns mit Kotze zu beschmiere.

Unterm Strich also ne Knaller-Fahrt,
am Alkohol wurde natürlich nicht gespart,
und so wünsche mir uns dann recht stark,
dass sich diese Fahrt nur wiederhole mag!

Bich for President!

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am Februar 17, 2012 von schnurzeletti

Gegrüßt seid Ihr, Freunde der anspruchsvollen Fußballunterhaltung,

Nachdem wir uns bereits in einem der letzten Artikel zumindest in der sogenannten Tag-Funktion ausgiebig den Machenschaften unseres reizenden Ex-Bundespräsidenten gewidmet haben, wollen wir heute die Stunde Null nutzen, um Euch vor unserer Reise zum Schloss Bellevue noch auf den neuesten Stand zu bringen. Man weiß ja bekanntlich nie auf welch absurde Idee die Legislative wieder kommt und vielleicht wird ja die Altersbeschränkung von Bewerbern um das Präsidialamt aufgehoben oder gleich der älteste Mensch der Welt per Dekret zum Staatsoberhaupt gemacht. Seien wir also gespannt, ob Euer Lieblingsblog nicht in Zukunft sogar die Bundespressekonferenz ersetzt.

Nachdem das ereignisreiche Spiel in Nürnberg noch je nach Gusto mit einer Reise nach Luzern oder in die Vergangenheit (Der Vieraugenjunge und ich durften uns tatsächlich mit BVB-Legende Rolf auf der Rückfahrt einen Bus teilen) fortgesetzt wurde, bescherten uns unsere sympathischen Mitkonkurrenten im Kampf um die Schale am Samstag freundlicherweise die Tabellenführung, welche der gemeine zufrieden im heimischen Pennematzland zur Kenntnis nahm. Müßig zu erwähnen, dass der ruhmreiche BVB – sowieso seit mehr als hunderttausend Jahren ungeschlagen, diese auch in der Folgewoche souverän gegen die Pillendreher aus dem Bayerwerk verteidigte und somit der vergangene Samstag hier nur pro forma Erwähnung findet. Highlight neben der kunstvollen Einzelleistung unseres Kaninchenjagenden Japaners aber die Tatsache, dass mich der berühmte Bier Gerdi dazu einlud, an einem seiner weltbekannten Abenteuer teilzunehmen:

Nachdem Spiel entschieden wir uns relativ spontan dazu, mal das Rullich Rullich sein und in der Eule das Spiel der Bildungsverweigerer auf dem Ponyhof anzugucken. Wie zu erwarten, gestaltete es sich nicht ganz so einfach dort einen Sitzplatz zu finden, am Ende erlag aber ein Gast unserem geballten Charme und wir durften uns an seinem Tisch niederlassen (der Typ wechselte übrigens kein Wort mit uns, haute sich kommentarlos fünf große Pils rein, jubelte über das 3:0 und verschwand stillschweigend), von wo wir einen guten Blick auf Fernseher und Theke ergattern konnten. An ebendieser waren heute Abend zwei Plätze reserviert und zwar für Paul und Helga, die irgendwann Mitte der zweiten Halbzeit den Laden betraten und sich recht rabiat zu ihren Plätzen vorkämpften. Leider hat Paul seine optisch besten Zeiten schon länger hinter sich und sorgte mit seinem beachtlichen Vorbau nicht nur dafür, dass Euer adipöser Lieblingsbich ausnahmsweise nicht mehr dickster Mann der Lokalität war sondern auch dafür, dass seine Ehefrau Helga den ganzen Abend stehen musste. Diese zeigte aber davon unbeeindruckt ihren ganzen Fußballsachverstand und rief häufiger – unabhängig davon, dass sich das Spielgeschehen gerade am Mittelkreis ereignete – „Schieß doch“ in Richtung Fernseher. Diese motivierte natürlich den hiesigen Vollzeitraucher, der in der Folge auch diverse Male in Begeisterungsstürme ausbrach. Nachdem das Spiel dann beendet war, mokierte sich Helga, dass Ihr der Fernseher eigentlich viel zu laut sei und dieser doch bitte am besten sofort abgestellt würde, was natürlich zum Widerspruch der anwesenden Stadionbesucher führte. Pflichtbewusst nahm sich aber der (rauchende) Oberhausener Konfliktmanager der Problematik an und stellte den Fernseher einfach leiser. Dies resultierte dann in einer Runde Bier auf Pauls Kosten und der Lebensgeschichte von Helga, die hier so originalgetreu wie möglich Platz finden soll. Denn aus der Vergangenheit lernen heißt die Zukunft begreifen:

Paul und Helga sind nun fünfzig Jahre glücklich verheiratet und leben ihr Leben friedlich vor sich hin. Einmal in der Woche allerdings wollen sie sich gerne mal richtig einen brennen und so kehren sie seit jeher jeden Samstag in der Eule hin und scheppern sich einen. Wenn Helga dann „dulle im Kopp“ ist, heißt es für Paul die Zeche zahlen und ab nach Hause, wo Helga dann die Schuhe in die Ecke schießt und sich flugs in Pennematzland verzieht. Am nächsten Morgen darf dann Paul für alle Rührei kochen und am nächsten Wochenende wiederholt sich die Sause. Es gibt doch wahrlich keinen besseren Ort als das Ruhr-Beat ohne GE…

Trotz dieser herzergreifenden Liebegeschichte zogen wir es dann doch vor nach Döner und Flaschenbier die Pokalauslosung zu schauen und unserem BVB die Daumen für ein Heimspiel gegen Fürth zu drücken. Leider haben wir wohl nicht fest genug gedrückt – wie auch mit Kippe in der Hand? – und somit sind leider nur 50% unserer Wünsche wahr geworden, aber wer will schon meckern, wenn er es ins Pokalfinale schaffen kann, ohne einen Bundesligisten auszuschalten?

Apropos Pokal, unter der Woche stand auch das Viertelfinalhighlight im Holsteinstadion in Kiel an, was selbstverständlich auch die nicht von der Kielkrankheit geplagten sogenannten Fans besuchten. Ein großer Dank an dieser Stelle an den schlausten Menschen der Welt, der mich freundlicherweise direkt beim besten Klaus-Patrizio der Welt abholte und die uns in die Landeshauptstadt kutschierte. Ohne diesen Einsatz hätte ich wohl auf das Spiel verzichten müssen, was ich dann aber doch irgendwie gezwungenermaßen tat, da man im Stadion dank mobiler Anzeigetafel, Kamerakran und extra aufgestellter, elektronischer Werbetafeln sowieso nur zwei Drittel des Spielfelds sehen konnte. Der BVB ließ sich allerdings von den Kielern nicht die Butter vom Brot nehmen. Nach der kriecherischen Entschuldigung für die Mallorca Schlager bei der Auslosung hatten sich beide Vereine wohl geeinigt, dass der BVB im Gegenzug zwei Tore in achtzehn Minuten schießen darf und man mal auf die obligatorische Niederlage gegen einen unterklassigen Kackverin verzichten würde. Ich find’s gut und der weibliche Oberfan hinter mir hoffentlich auch.

Nachdem Spiel fuhr mich die Schmenkfahne freundlicherweise bis für die Haustür, wo ich dann noch zwei erholsame Stunden Schlaf genießen konnte, bevor ich wieder in Vorzeigedenkfabrik nach Hamm fahren durfte.

Zum Abschluss noch ein Hinweis in eigener Sache: Dank guter Kontakte und der Tatsache, dass das Radio bzw. der Podcast kein visuelles Medium ist, durfte sich der famose Fettling in dieser Woche rund 2,5 Stunden lang im BVB Podcast „Auslaufen“ über die Aktion „Kein Zwanni“ und den Fankongress äußern. Dass die ein oder andere Beleidigung dabei gefallen ist, dürfte die Stammleserschaft nicht verwundern…

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