Endlich mal wieder ein Auswärtsspiel

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , , , , , am August 31, 2010 von schnurzeletti

Nach dem spektakulären Auftritt Eurer Lieblingsband im fernen Aserbaidschan konnten wir nicht lange verschnaufen, denn schon bald sollte uns der Alltag wieder haben. Bereits rund 48 Stunden nach Erreichen des Heimathafen des heiligen St. Pennematzes mussten die dieses mal fast vollständigen Bichvierlinge samt ihren treuen Groupies in die baden-württembergische Provinzhauptstadt mit dem popeligen Kopfbahnhof aufbrechen. Schon während des Testspiels unserer Helden beim TSV 1860 Löwen in den Zoo München plante Reiseleiter Hu-Bitch (eventuell mit seinem koreanischen Freund Hen-Se) unsere Anreise mit dem Unternehmen Zukunft, so dass wir letztendlich zum Schnäppchenpreis mit ICE fahren konnten.

Leider hatten die adipöseren Bichs es versäumt, sich frühzeitig mit goldenen Nektar einzudecken, so dass zuerst das Sixpack des Skibichs dran glauben mußte, bevor in Düsseldorf der Burschenverein Schönau es sich in unserem Waggon bequem machte. Glücklicherweise versteht der Bayer unter Bequemlichkeit nicht nur einen stinknormalen Sitz sondern auch eine zünftige Brotzeit, zu der mindestens drei Zehnliterfässer Bier gereicht werden müssen. Kurzfristig wollte die recht spießige Schaffnerin das bunte Treiben unterbinden, sollte aber von den Fans gewohnt eloquent daran gehindert werden. Unser koreanischer Austauschfan verwies einfach auf die Aussage ihres Chefs, mit dem sinnigen Namen „Feierabend“…

Da Fußballfans ja bekanntlich keine Verbrecher sondern sehr umgänglich und anpassungsfähig sind, hatte sich also unser Getränkeproblem schlagartig gelöst und für den Rest der kurzen Fahrt genossen wir die Gastfreundlichkeit unserer neuen Freunde. Leider fiel der Kassierer des Burschenvereins in einen komatösen Schlaf, so dass wir uns nicht finanziell an der Gaumenfreude beiteiligen konnte – zumal auch auf Nachfrage niemand der anderen Geld von nehmen wollte. Fairers Ding – vielen Dank!

Nach kurzweiliger Fahrt erreichten wir also Stuttgart, wo wie dieses Mal aus kartentechnischen Gründen aufs Mittagessen in der Stadt verzichteten und direkt zum Stadion fuhren. Der Aufenthalt im PSV gestaltete sich gewohnt unspektakulär und so sollte es nach einer Runde Bier und Spezi auch zeitnah in die Baustelle Gottlieb-Daimler-Stadion gehen. Waren wir ursprünglich skeptisch, ob der Anzahl der anwesenden Dortmunder – die grassierende Stuttgartgrippe sowie die Strapazen der Vorwoche lassen grüßen – belehrte uns der proppevolle Gästeblock eines besseren. Niemand der zahlreich anwesenden Dortmunder sollte sein Kommen bereuen, der BVB hatte die erschreckend schwach aufspielenden Stuttgarter über die gesamte Spieldauer gut im Griff und gewann verdient mit 3:1. Damit ist auch der erste Saisonsieg in Bundesliga unter Dach und Fach und die latente Angst nur gegen unterklassige Gegner gewinnen zu können, ist vor der Länderspielpause erstmal gebannt. Mal sehen wie es weitergeht…

Nach dem Spiel traf sich die ganze Bande am Stuttgarter Hauptbahnhof bei einem bekannten Brötchenbäcker, wo sich die Reisegruppe erstmal mit Proviant (auch in flüssiger Form, wir machen ja den gleichen Fehler nicht zweimal an einem Tag) eindeckte, so dass einer feuchtfröhlichen Rückfahrt nichts mehr im Weg stehen sollte. Leider spielte die Gesundheit unseres Bichdevisenhändlers nicht richtig mit, so dass unser Abenteurer sich heute nur in den Coligen verwandelte und gestern sogar eine ganze Woche krankgeschrieben wurde. An dieser Stelle wünschen die Bichs beste Genesung!

Zum Abschluss werde ich noch kurz meinen Fußballsachverstand in Frage stellen, machte ich doch auf Rückfahrt als einzigen Schwachpunkt unserer Mannschaft das uninspirierte Spiel unseres japanischen Neuzugangs Kagawa aus – nur um dann gestern festzustellen, dass ebendieser vom Fachmagazin Kicker zum Spieler des Spiels und in die Elf des Tages berufen wurde…

Eurobakukal

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer am August 27, 2010 von schnurzeletti

Sevilla Fútbol Club, Paris Saint-Germain Football Club und ФК Карпати Львів. Diese Vereine wird der magische Ballspielverein in den nächsten Wochen herausfordern. Dass wir nach acht Jahren wieder europäische Gruppenspiele sehen dürfen bzw. ich zum ersten Mal in diesen Genuss kommen werde liegt natürlich an unserer Knaller-Fahrt nach Baku. Irgendwo ist es schwer fassbar, dass ich alles an quasi einem Tag abgespielt haben soll:

Über das ganze Prozedere berichtete ja sogar die regionale Presse und überall kursierten mehr oder weniger seröse Reiseberichte, Tipps und Ratschläge. Folglich machten wir uns rechtzeitig in den von Thomas Wark beim Hinspiel erwähnten Bullis auf den Weg in den Kaukasus.

Zum Glück fuhren wir in einem Raucher-Bus, sodass Vater Erbse nicht auf seine körperlichen Gelüste verzichten musste. Achne, er hat ja doch drauf verzichtet. Er hat ja garnicht geraucht! Der kleine Abenteurer hatte netterweise im totalen Chaos die besten Plätze rechtzeitig gesichert, sodass ich meine langen Grätschen auch ad äquat unterbringen konnte. Leider gab es an Bord nicht das beste Flugzeugessen meiner Reisekarriere und auch nicht das leckerste Zitronenparfait, von dem ich auch leider nicht vier Stück essen konnte. Das war besonders ärgerlich weil der hungrige Abenteurer am darben war. Glücklicherweise erlag er aber nach seinem anstrengenden Seat-Safe-Einsatz noch vor Abfahrt der Order des heiligen St. Pennematz.

Die Einreiseformalitäten waren in Baku dann reine Formalität. Den regulären Einreisestempel bekam man relativ schnell. Und offensichtlich scheint mein kolportierter Ruf auch schon in den Kaukasus vorgedrungen zu sein, immerhin wurde ich gefragt ob ich Aseri spräche. Die Erteilung der Visa gestaltete sich dann etwas inkommod. Die Sommerferien, der Rammadan und das alltägliche Bananenfest dieser stolzen Republik forderten ihren Tribut. Da wir diesen aber nicht zollen wollten oder konnten waren von den regulär vier anwesenden Einreisebeamten drei „verhindert“. Folglich dauerte es grandiose viereinhalb Stunden bis wirklich alle abgefertigt waren. Bis dahin lümmelte man stundenlang auf kalten Fliesen, ohne Essen und Trinken und harrte der Dinge die in slow-motion vor sich gingen. Da die Reihenfolge weder nach Gesicht, noch nach Alphabet geregelt wurde, ergab sich eine willkürliche Verweildauer in dieser luxuriösen Visa-Lounge. Immerhin wurde nach knapp zwei Stunden ein wohlriechendes und labendes Mineralwasser-Mineralöl-Gemisch zur Erquickung gereicht und nach dreieinhalb Stunden, nachdem das ausgiebigste Morgengebet der Welt absolviert war stieg auch nach und nach die Anzahl der Einreisebeamten. Der Alterspräsident verwies mich auf die Plätze und riss den goldenen ersten Platz für die längste Wartezeit an sich.

Am Flughafen offenbarten sich direkt die ersten Parallelgesellschaften: Am Kölner Flughafen war noch das Bier ausverkauft gewesen – in Baku gab es am Ende nur noch Hochprozentiges zu erwerben. Aber das sind halt nicht die USA, sondern USAserbaidschan! Am Flughafen dann noch schnell an Wechselstube und Geldautomat ein paar Mantas gezogen und ab in die Stadt. Zu dem Geldautomaten sei noch anzumerken, dass auf dem Gerät ein herrenloses Handy lag, an dessen anderen Ende ein Muezzin lautstark den Vorbericht zum abendlichen Spiel verlas. Dem erstklassig geschulten, sprachlich versierten und sensationell engagierten Sicherheitspersonal am Flughafen sei es gedankt, dass diese potenzielle ferngesteuerte Bombe rechtzeitig entschärft werden konnte. Und falls irgendwer, irgendwann jemals noch nach Baku reist: Das Passwort für das geschützte WLan im Bistro lautet „kafepilot“. Ungewohnt war die Passage in die Stadt dahingehend, dass veranschaulicht wurde wie man effizient eine vierspurige Autobahn mit sieben Spuren bei 140 km/h befährt, insbesondere jedoch, dass nicht an jeder Brücke, Mauer oder Verkehrsinsel ein SGD HOOLS prangte.

In der Stadt war dann Kulturprogramm für den ausgemergelten Haufen angesagt. Kulturprogramm ist jedoch ein sehr subjektiv auslegbarerer Begriff. Unsereiner stiefelte durch die Altstadt und genoss u.a. für ein paar Kopeken die Aussicht vom Jungfrauenturm, dem Wahrzeichen von Baku und dem ganzen Land. Ein Wuppertaler Maggi-Lieferant erlebte sogar den größten Moment im Leben eines Mannes als er das Windrichtungs-Kamel auf dem Anemoskop erblickte und sich anschließend direkt ein Swörd kaufen wollte. Den Nachmittag lungerte man bei über 30°C und schwüler Hitze dann überwiegend am Fountain Square bei Döner und Getränken mit Einheimischen rum, die auffällig oft Deutsch sprachen.

Das Spiel im Stadion spielte nach dem klare Hinspiel quasi keine Rolle mehr. Für den Spielbericht sind andere verantwortlich. Die sanitären Einrichtungen mussten offensichtlich schon des Öfteren das Motto „Baku, Baku, wir scheißen euch zu“ erdulden. Als Block wurde uns ein schmales Tortenstück im großen Rund des Nationalstadions zugewiesen. Und damit wir uns nicht verlaufen oder ein Ölfeld anzünden waren noch 3000 Soldaten und Polizisten vor Ort. Der aserbaidschanische Fan an sich ist schwer zu durchschauen. Er setzt einfach grundsätzlich unkoordiniert auf Krach, wozu auch pfeifen gehört, lässt alle paar Sekunden eine Laola-Welle los wenn die eigene Mannschaft die Mittellinie überschreitet und steht generell auf Andere-Kultur-Dauerbeschallung, einer aserischen, zwei-Wörter-Variante des Refrains von Ricky Martins „Cup of life“. Borrusia FC kontrollierte das Spiel, ohne selbst zu brillieren was das Spiel zu einem müden Kick verkommen ließ. Und wenn die Mannschaft schon keinen gepflegten Ball spielen will, machen‘s die Fans halt selbst und ließen einen Foulball minutenlang durch den Block kreisen und betätigte sich diverser Wasserspiele. Dortmund kann schon ziemlich albern werden.

Die Ticketpreise gab‘s natürlich zum Discount-Preis, dem 30-fachen dessen was die Aseris zahlen mussten. Aber das passt halt alles zu dem ganzen Gebaren von Willkür und Schikane. Aserbaidschan besitzt eine der niedrigsten Kriminalitätsraten von ganz Europa (Aserbaidschan sitzt im Europarat, deshalb muss man das wohl so stehen lassen) – gleichwohl, oder auch gerade deswegen besitzt dieses eigentlich schöne Land einen der höchsten Grade an Korruption in Europa. Da wird gerne mal für Gefälligkeiten, aber auch für selbstverständliche Abläufe willkürlich die Hand aufgehalten und ein Diebstahl wird zum Geschenk umdeklariert. Aber davon darf der betroffene Herwig aus eigener Feder berichten. Da strebt ein Land offensiv auf den Tourismusmarkt und verbaut sich etliche Chancen mit Praktiken einer Bananenrepublik. Der investigative Ewald Bich hingegen strengte mit dem iranischen Geheimdienst Anforschungen an, die darin gipfelten, dass alle Schikanen uns gegenüber, infame Racheakte waren weil die Aseris in Dortmund unverschämter weise den regulären Preis zahlen mussten und angeblich Opfer von Ordnerwillkür wurden. Faires Ding!

Am Flughafen selbst mussten wir nach natürlich wieder ein paar Stunden absitzen oder aber im Dirty-Free-Shop verbringen. Natürlich spiegelte sich auch hier wieder die sicherheitspolitische Doppelmoral wieder. Einerseits gab es 3 intensive Sicherheitschecks inkl. Nacktscanner – dafür gelang es dem listigen Ewald 1,5 Liter Benzin in einer Wasserflasche und 0,5 Liter heimisches kaspisches Rohöl in einer Pepsi-Flasche ohne Probleme durch die Schleusen zu schmuggeln. Nachdem dann endlich auch mal unser Flieger bereitgestellt wurde und bei den Abwicklungen etwas mehr gedrängelt wurde saßen wir endlich wieder in unserer tschechischen Chartermaschine. Und wie es sich für Charterflüge geziemt wurde auch ordentlich geklatscht. Aber in diesem Fall nicht bei der geglückten Landung (das war auch eher ein Einschlag! Fast so wie Göteborg City Airport!) sondern direkt beim Start. So viel zum Land Aserbaidschan. Die Landung in Köln war trotzdem recht pünktlich und nachdem sich alle während des Flugs so benommen hatten, spendierte der Sparkassenmitarbeiter unseres Vertrauens (Wieso hast du eigentlich keine Mantas klar gemacht?) eine Runde Räucheraal im Regionalexpress.

Bei allen Hindernisse, Schikanen und Willkür: Irgendwo sind es doch auch die Reize des Europapokals. Des Fremden. Sitten, Gebräuche und die landestypische Folklore muss man wohl oder übel, solange niemand tatsächlich ernsthaft zu Schaden kommt, über sich ergehen lassen. Hier muss man seine Deutsche Arroganz und Egozentrie mal zu Hause lassen. Wesentlich skandalöser ist es meiner Meinung nach, in einem fernen Land, das man wahrscheinlich nie wieder betreten wird, den ganzen Tag mit genau den gleichen Fressen wie sonst auch immer in einer Kneipe zu verschwenden. Das ist es irgendwo nicht wert!

Auf viele weitere Europapokal-Abenteuer!

Schreibblockade vs. Logorrhoe

Veröffentlicht in Jan von Liv erklärt die Welt, Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , , am August 25, 2010 von schnurzeletti

Wie man der Überschrift entnehmen kann, hat sich der schlauste Mensch der Welt doch noch breitschlagen lassen, seinen Bericht zum Spiel der Amateure zu verfassen. Seid dankbar, solange er noch er hier provoziert…

Nach der indirekten Aufforderung den Bericht zu Ende zu schreiben hat der Trotz die Schreibblockade wohl ausreichend gelöst. Das kochende Herzblut von Amateur-Chris, Amateur-Tom, Amateur-Mats und all den anderen Schreiberlingen und Lesern des Bichblogs führte bekanntermaßen dazu, dass ich mit Speedizzle und Methusalemizzle allein in der Bank der Roten Erde saß. Die Ultras von die Amateure nebenan im Stehplatzblock und die kleinen BVB-Pferde machten an diesem Nachmittag ihrem Namen alle Ehre. Ein voller, enthusiastischer und lauter Block auf den Rängen – und eine wahrlich amateurhaft agierende Mannschaft auf dem Rasen.

Gestern stand hier noch eine ganze Seite an Kritik, Vorschlägen, Vorwürfen und Jammerei zum Spiel der Amateure und auch zur Mannschaft selbst. Fassen wir es mal zusammen:

Das war ganz große Kacke! Wer 65 Minuten in Überzahl phlegmatisch, uninspiriert, behäbig und konzeptlos über den Platz trabt, der schießt kein Tor. Und wenn man schon Fußballerweisheiten bedienen will, dann kann man direkt hinterher schieben: Wennde vorne keinen machst, kriegste hinten einen rein! Schon zur Halbzeit innerlich prophezeit kam es dann auch so: Verl stand solide und spielte dann einfach mal kurz vor Schluss einen Konter klassisch runter, einer grätscht dumm rein, Elfmeter, drin, Abpfiff!

Die Prollos und Bauernlümmel im Gästeblock, in dem sich die Anzahl von Menschen und überdimensionierten Zaunfahnen die Waage hielten, dürfte es gefreut haben. Unser Block schenkte zu diesem Zeitpunkt hingegen schon viel mehr Aufmerksamkeit dem Balljungen, der damals beim Halbzeitspielchen die Südtribüne bespaßte und dem Verler Spieler mit der Nr. 14, der seinen inneren Reichsparteitag bei seiner Auswechslung feierte und hauptberuflich bei einer Brunnenbohrfirma im Tal der Tränen arbeitet. Sympathischer Kerl.

Was der zweiten Mannschaft seit längerer Zeit fehlt ist neben gewisser Fortüne eine ordnende Hand im Spiel und solides Handwerkszeug. Natürlich sind das für sich alle herausragend talentierte Spieler. Aber wenn auf dem Platz niemand da ist, der sie an die Hand nimmt und Ordnung in den Hühnerhaufen bringt dann werden wir auch in Zukunft Übersteiger sehen, denen eine Flanke ins Nichts folgt. In den Saisons 2005/06 und 2008/09 spielte man unterlegene Gegner mit teilweise begeisterndem Hurrafußball in Grund und Boden um dann in den darauffolgenden Saisons trotz spielerischer Überlegenheit gegen solide auftretende und gestandene Teams gegen den Abstieg spielen zu müssen. Beim BVB wird halt entweder alles an die Wand gespielt oder gestümpert.

Das wird eine ganz schwere Saison! Es braucht einfach jemanden im defensiven Mittelfeld, der, so wie es zuletzt der bundesligaerfahrene Vrancic war, die Fäden in der Hand hat, Spieler einsetzt, das Tempo dosiert, mal auf den Ball tritt oder auch mal einen umholzt. Hier geht es garnicht primär um den Erfolg in der Tabelle sondern vielmehr darum jungen, unerfahrenen Spielern konstruktive Entwicklungschancen zu bieten und sie nicht ins eiskalte Wasser der Regionalliga zu schmeißen.

Um nicht völlig den Bichstil über Bord zu werfen und die nach kloppscher Salbung lechzende Leserschaft zu befriedigen hier die letzte Wasserstandsmeldung: In Köln wegen fehlender Spielberechtigung noch nicht einmal im Kader durfte sich der im Spiel gegen Dubai bereits brillierende Jesus heute immerhin auf die Bank setzen und von seinem rausgeschobenem Studium träumen. Mit erteilter Spielberechtigung lautet die göttliche Nummer nun auch nicht mehr 42 sondern 34! Peinlich wie Darmstadt 98 so einen Zocker vor dem Herrn (besser vom Herrn) gehen lassen konnte. Jürgen ist und bleibt der beste Klopp der Welt.

Aber aufgepasst: Nobody fucks with Jesus!

Zum Glück nur ein Testballon

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , , , , , am August 24, 2010 von schnurzeletti

Werte Fans, geneigte Leser,

Euer Lieblingsblog schuldet Euch drei absolut famose Rückblicke auf eventuell deutlich weniger famose Partien mit Beteiligung der BVB Pferde.

Den Anfang machte am Donnerstag das Hinspiel der Playoffrunde gegen den aserbaidschanischen (ob das so richtig ist?) Vertreter Quarabag Agdam. Lange Rede kurzer Sinn – vor ungewöhnlich geringer Kulisse hatte der BVB niemals ernsthafte Schwierigkeiten und gewann verdient mit 4:0, wobei sich der allmächtige Ballspielvereinin zweiten Halbzeit lediglich auf die Verwaltung des Ergebnisses konzentrierte. Etwas überrascht ob der Tatsache, dass wir uns innerhalb von nur 5 Tagen zweimal ohne Blamage gegen unterklassige Gegner durchgesetzt haben (Tradition schlägt jeden Trend?!?),  fuhr mich der neue Mini des Vieraugenbichs nach dem Spiel in die beschauliche Kulturhauptstadt zurück.

Dort geleitet mich mein jetziger Ex-Nachbar noch auf ein Bier in Essens bekannte Kiezkneipe, wo wir auf den skurrilsten Zocker des Hamburger Milieus trafen. Seit 1973 hat Handy-Jürgen, in Spielerkreisen auch Gigantomax genannt, nie mehr als zwei Deckel bekommen. Trotzdem konnten der inzwischen hinzugestoßene  Horst-Kevin und Euer Lieblingsbich den Gigantomax in seinen ersten Endkampf seit der Währungsreform zwingen. Dass es sich hierbei nicht um die Umstellung von D-Mark auf Euro handelt, sollte jedem Leser eigentlich bekannt sein – zahlt man schließlich im Rullich noch immer mit Mark und Pfennig!

Etwas angeschlagen sollte der Freitag also im Zeichen der ersten Vorsilbe stehen, lediglich einige Möbelstücke des oben erwähnten Ex-Nachbars sollten noch verpackt und nach unten getragen werden. Glücklicherweise reparierte dessen ehemaliger Mitbewohner noch schnell den Totalstromausfall in unserem Badezimmer, der durch ziemlich cleveres Anbohren der Stromleitung am Vortag entstand.

Abends sollten ausnahmsweise mal weder Fußball noch Bier anliegen, hatte doch der Ex-Führer zum Managerspiel geladen. Wie zu Erwarten war,  habe ich natürlich eine unschlagbare Supertruppe rund um meinen Kapitän Martin Amedick zusammengestellt. Auch der Samstag gestalte sich ähnlich ereignislos, war ich doch beim Spiel der Amateure leider verhindert – der schlauste Mensch der Welt wird aber – sollte sich seine Schreibblockade jemals lösen – noch ein paar Zeilen ergänzen. Highlight des Tages sollte unser abendlicher Kino Besuch im Openair-Kino der Zeche Zollverein sein, wo die Dortmunder Low Budget Produktion „Oh Fortuna“ vorgeführt wurde. Ein wirklich unterhaltsamer Film, sofern man es schafft sich auf die völlig überzeichneten Figuren einzulassen. Außenstehende werden sicherlich den Humor oft missverstehen und an einen Affront gegen das wunderschöne Ruhr-Beat vermuten…

Während anderswo noch eskaliert wurde, gedachten die tapferen S. und H. B. dem heiligen St. Pennematz. Daher war ich auch am nächsten Morgen in Topform, als mich der Skibich zu unchristlicher Zeit vor der Haustür abholte und mit seinem ebenfalls neuen Mini in die Bierhauptstadt kutschierte. Da wir zusätzlich sowohl eine vieräugige Attraktion, einen verrauchten Bankkaufmann und einen hochbegabten Schatz einsammelten, sollte das Fahrzeug seinem Namen alle Ehre machen und der gemeine Bich sich wieder der Nachteile seiner Adipositas bewusst werden.

In Dortmund angekommen ging es nach fruchtbaren Diskussion in der Kaktusfarm zu einer fruchtigen Getränkeaufnahme in der Stube. Dort rentierten sich mal wieder die Spendierhosen des Autors, durfte er doch prompt zwei Runden Bier an seine guten Freunde ausgeben. Frisch gestärkt ging es also im „Corteo“ zum Stadion, wo ich natürlich an den überflüssigsten Leverkusenfan aller Zeiten geraten sollte. Dieser wurde aber vom Shrek von Dortmund kompetent beleidigt und verließ latent frustriert die Szenerie. In den heiligen Hallen des Westfalenstadions angekommen, konnten Kai-Uwe und Herwig noch ihren Bruder Ewald auf der großen Leinwand beobachten, wo er  mit gewohnter Bichsouveränität das Stadion TV moderierte.

Leider sollte dies auch das letzte Highlight des Tages darstellen, weder Spiel noch anschließender Tatort rissen mich vom Hocker. Der BVB war im ersten Saisonspiel den Leverkusenern in allen Belangen unterlegen und man hatte eigentlich nie das Gefühl. dass hier was gehen könnte. Schade, aber nicht zu ändern – war ja schließlich erstmal nur ein Testballon….

Erste Runde im Pokal war schon immer asozial!

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , , , , am August 16, 2010 von schnurzeletti

Eigentlich eine ganze schön gute Idee von den Kutten vom Treuen Süden dieses Mammutwochenende im Kurzschreibstil abzuarbeiten, auf diese Idee hätten wir auch mal kommen können. Aber da das Leben im Konjunktiv ähnlich langweilig ist wie eine billige Kopie und auch der versprochene Bericht von Feuerball-Eier-Meyer noch nicht im meinem Email Postfach liegt, bleibt die eloquente Arbeit wieder am intellektuellen Wissenschaftsbich hängen.

Die Tour nach Burghausen sitzt man ja bekanntlich als innerdeutsche Fahrt auf einer Fanarschbacke ab und so war früh klar, dass die reinen Reisestrapazen Eure tapferen Lieblingsvierlinge nicht annähernd genug anstrengen würden und so wurde noch kurzzeitig ein Unterhaltungsprogramm für den Freitag Abend gesucht. Da traf es sich gut, dass beiden herzblutleeren Ex-Nachbarn des adipösen Bichs vorschlugen, als Reminiszenz an eine erfülltere Vergangenheit das Auftaktspiel der Rot-Weißen an der Hafenstraße zu besuchen. Wie nicht anders zu erwarten schlossen sich die Teilzeitfußballfans Kai-Uwe und Ewald, so wie Snör Bertram, die Katze, der Sohn stolzer Grillhausbesitzer und der Mann ohne Nachnamen an, so dass einem begeisterndem Fünftligafußballabend nichts mehr im Wege stehen sollte. Als wir in Stadionnähe aus dem Bus stiegen, sollte uns erstmal kurzzeitig die Luft wegbleiben. Unverhoffterweise hatten sich über 6000 Menschen an der Hafenstraße versammelt und sollten erstmal den Anstoß aufgrund des nicht zu erwartenden Andrangs um 15 Minuten nach hinten verschieben. Der Stadionsprecher war hörbar gerührt und auch die Mannschaft legte ob der lautstarken Kulisse los wie die Feuerwehr. Leider blieb den couragierten Essenern der Torerfolg verwehrt, weshalb ich schon in der Halbzeit mit einem Umschwung der Stimmung rechnete (sicherlich auch weil der neue Getränkesponsor St. Auder an Stellen Probleme mit der Getränkeausgabe hatte), allerdings scheint das Team einen riesigen Vertrauensvorschuss zu genießen. Die Mannschaft wurde bis zum Schluß angefeuert und wie es der Zufall wollte, erzielt RWE auch in der letzten regulären Spielminute das Tor des Tages, wie kaum anders zu erwarten ein Seitfallziehertor oder anders gesagt ein Traumtor. Entsprechend überrascht kehrte der Bichpöbel nach dem Spiel noch im so-genannten Rullich ein, wo die Zeit bis zur Abfahrt nach Dortmund bei mehr oder weniger bedächtigem Bierkonsum überbrückt wurde.

Am Bahnhof trafen wir dann auf Kortizzle, unseren Lieblingsrennfahrer, und völlig ohne Zwischenfälle mit linksradikalen St.Pauli Nothämmern und rechtsradikalen Klappdachkutten mit ihren Hurentöchtern erreichten wir pünktlich zur Abfahrt der Busse die Bierhauptstadt. Im Bus mussten die Bichs erst einmal den Anstrengungen Tribut zollen und so sollte die Hinfahrt im wesentlichen dem heiligen St. Pennematz geopfert werden. Am späten Mittag erreichten wir endlich die bayrische Provinz in Burghausen, wo der ruhmreiche Ballspielverein heute in der ersten Runde (andere sagen auch Pokalendspiel) antreten mußte. Am Eingang zum Stadion musste ich natürlich alle meine Wertsachen auf einen Stehtisch legen, wo das örtliche Ordnergenie luchsgleich die Stubenkarte in meiner Geldbörse erspähte. Daraufhin teilte er mir auf auf seine gewohnt rücksichtsvolle Art mit, dass Aufkleber im Stadion in Burghausen verboten sein, was ich erstmal widerspruchslos zur Kenntnis nahm… Daraufhin wollte dieser Herr unbedingt einen  in mein Portemonnaie  werfen, was ich ihm aber trotz seines freundlichen Hinweis, dass das aber schneller gehen würde, untersagte. So kam es wie es in Bayern eben kommen muss und meine eigene Hundertschaft sollte mir zur Seite gestellt werden und das gefährliche Corpus Delicti zu sichern…

Wider Erwarten erkannte die kompetente Staatsmacht aber sofort, dass es sich anscheinend um ein Missverständnis handelte und ließ mich tatsächlich passieren, immerhin mal eine neue Erfahrung, dass sich nachher beim Fan für die Umstände entschuldigt wird.  Dementsprechend konnte ich mich nun im pittoresken Burghausener Stadion umschauen, was meinen Geschmack mal überhaupt nicht trifft, zumal an der Behelfsstahlrohrtribüne  noch ein engmaschiges, schwarzes Fangnetz befestigt ist. Zum Glück sollte es beim Spiel sowieso nicht allzu viel zu sehen geben, da der BVB schon nach 15 Minuten alles klar gemacht hatte und Wacker (im Übrigen auch so ein Kommerzteam, auch wenn dies manche in der BVB Fanszene gerne anders sehen würden) niemals den Hauch einer Chance haben sollte. Die Stimmung im Block pendelte sich zumindest im Ultrahaufen auf halbwegs akzeptablem Niveau ein, ein Grund hierfür könnte das wiederentdeckte Lied vom schwarzen Meer sein. Die standen heute in Mitten ihrer Groupies und so wurden diverse ernste und sicherlich weltverbessernde Gespräche geführt – auch vom teilweise etwas strengen Geruch in der Mittagssonne ließen wir uns nicht ablenken…

Schlussendlich wurde dieser Kick dann auch standesgemäß (sicherlich ein Wort, das selten Kontext Borussia und DFB Pokal genannt wird) gewonnen und einer vergnüglichen und äußerst kurzweiligen Rückfahrt, auf der alles wie am Schnürchen klappte sollte nichts mehr im Weg stehen und so erreichte man irgendwann endlich wieder die Heimat, wo sich herausstellte, dass Kortizzle seit zwei 24 Stunden Rennen wach war. So war es – trotz des Titel – sicherlich die gesitteste erste Pokalrunde seit Menschengedenken.

Ich entschuldige mich jetzt schonmal bei JVL für alles, was ich vergessen habe, aber auf ZDF Neo (ganz cooler und sicherlich unterschätzter Sender) kommt jetzt Inspektor Barnaby, die einzige Krimiserie , die Tatort und Rosamunde Pilcher verbindet und damit noch spießiger als meine Sonntagsabendgestaltung ist….

Kölle Helau!

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , , am August 9, 2010 von schnurzeletti

Verehrte Freunde der intellektuellen Fußballzunft,

Euer Lieblingsblog begrüßt Euch und die neue Spielzeit hier im kulturellen Eiland in mitten des Web 2.0. Am vorgestrigen Samstag sollte uns gleich das erste Pflichtspiel der Amateure in die Domstadt mit der seit sechs Tagen brennenden Kirche führen. Der ungezügelten Vorfreude konnten sich auch Eure Lieblingsvierlinge samt Umfeld nicht entziehen, so dass diverse Wagen und Züge aus der Kulturhauptstadt gen Kölle rollten.

Erster Bich am Ort des Geschehens, dem Franz Kremer Stadion in Kesseling, sollte der geliebte adipöse Herwig sein, der nach der Begegnung noch den Skibich samt Haustier und Ausrüstung vom Flughafen abholen wollte. Glücklicherweise traf Herwig vor dem Zugfahrermob an den beiden Kassen ein und deckte sich erstmal mit Karten (zum Schnäppchen Preis für 3 Mark – da ist ja sogar zu hause bleiben teurer) für sich und einige sogenannte Fans ein, damit diese sich dem Anstellterror entziehen konnten. Nach einiger Zeit konnten wir dann aber auch die Drehkreuze passieren und das eigentlich recht schöne Stadion, eigentlich mehr ein ausgebautes Trainingsgelände bewundern. Die üblichen Bekannten verweilten je nach Passion nun entweder am Bierstand oder im Gedränge hinter der Amateure-Fahne, so dass an diesem Nachmittag jeder nach seiner Facon glücklich werden sollte.

Kurz nach der Halbzeit wurde auch ein Essener Theaterkritker im Stadion gesichtet, der sich nicht lumpen ließ und nun mal eben 60 Euro Fahrtkosten als Spesen bei der örtlichen Theaterinnung abrechnen lassen kann. Respekt! Der Loser-Mob aus Dortmund/Essen war auch gut vertreten, es fehlt lediglich der Rennfahrer der Bande, der aber würdig das Mettwurstpfannenkuchengesicht mit Hackfressendiplom vertreten wurde.

Das Spiel an sich sollte sich ohne echte Höhepunkte aus schwarz-gelber Sicht gestalten – insbesondere die Defensive war noch nicht auf der Höhe des Geschehens. Da ist es gut zu wissen, dass Amateuer-Keeper Focher noch nicht behutsam zur Nummer 2 aufgebaut wird, sondern stattdessen nach Ansicht der Experten im sg.de Forum das Ausnahmetalent Son-of-a-Mitch aus Tralien (wo ist das?) verpflichtet wurde. Ich tippe mal, dass die Forumsuser in ihrer Freizeit ständig in Tralien waren und dort die Ausnahmekünste unserer Neuzugangs in der außerordentlich starken heimischen Liga begutachtet haben…

Folgerichtig wurde das Spiel mit 3:1 verloren – die Punkte abseits des Feldes können aber guten Gewissens der Bierhauptstadt zugesprochen werden. Rund 1000 Dortmunder bevölkerten die Kurve, ein bunt gemischter Haufen aus Ultras, Allesfahrern und Gelegeneheitsbesuchern. Fairerweise muss man der Vollständigkeit halber noch erwähnen, dass außerhalb des Ultrahaufens sicherlich die Reise nach Baku das beherrschende Thema des Tages war. Ich bin ja mal gespannt, wie viele Unentwegte die finanziellen Strapazen auf sich nehmen werden.

Nach dem Spiel wurde zuerst die Mannschaft und dann die Fans verabschiedet und ich wieselte mich durch die äußerst entspannte Polizeikette zurück zum Auto. Nach kurzer Sightseeing Tour durch die Hauptstadt der Schwulen traf ich auch pünktlich am Flughafen ein, wo ich nach kurzer Wartezeit den Skibich samt Anhang in Empfang nahm. Leider entschieden wir uns noch ein wenig auf der Asche der oben erwähnten Kirche zu tanzen, so dass der Rückweg etwas mehr Zeit in Anspruch nahm als geplant. Immerhin fuhren wir nicht von Köln nach Dortmund nach Aachen nach Essen, aber schließlich sind unsere Eltern auch keine Grillhausbesitzer und müssen vier Mäuler (und vier Augen) stopfen. Scheisse Null-Vier!

Nächste Woche geht’s dann nach Burger-Hausen (oder so ähnlich), wo Herwig sicherlich seine Diät-Pläne ad absurdum führen wird, der Ski-Bich die Abhänge herunter rauscht und der Vieraugenjunge fleißig Autogramme schreiben wird. Horst-Kevin wird an seinem Mono-Witz arbeiten und sein neues Wunderholz aus rostfreiem Edelstahl ausprobieren. Die Welt hat uns wieder – Forza Bich!

PS: Leider gibt es noch ein ernstes Thema, das uns Bichs leider entgangen ist, da wir alle ein Dauerkarte mit Option für internationale Spiele haben. Der  klamme Ballspielverein hat klammheimlich seine jahrelange Politik geändert, Südtribünenkarten bei international Spielen zu Stehplatzpreisen zu verkaufen. Schade, dass man damit ausgerechnet die Treuesten der Treuen nochmal um 3,50 €(Testballonpreis) zusätzlich schröpft, schließlich dauert es ewig, bis man eine Stehplatzdauerkarte mit Option bekommt. Ob sich diese der Öffentlichkeit nicht mitgeteilte Maßnahme überhaupt rechnet, ist allerdings bei der Attraktivität der Gegner in der Europaliga außerdem äußerst fragwürdig. Bei den Luchsen von der Zone, die diesen Fauxpas überhaupt erst entdeckt haben, gibt es mehr zu der Thematik.

Döp, döp, döp auf der Loveparade

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , , , am Juli 26, 2010 von schnurzeletti

Da der gemeine Bich, wie ihr hoffentlich wisst, Massenveranstaltungen jeder Art innigst ablehnt, war natürlich niemand von uns bei dem Großereignis Loveparade 2010 in Duisburg zugegen. Allerdings wollen wir Euch nicht nur über kulturellen Ereignisse rund um den Ballspielverein Borussia auf dem Laufenden halten, sondern können unsere Augen nicht vor der traurigen Realität rund um die drogenverseuchte Strafe Gottes verschließen. Eine noch seriösere Analyse als die von Frau Hermann, findet ihr bei der „Elternhilfe“. Wer nun über nicht allzu schwache Nerven verfügt, klickt hier…

UPDATE: Da WordPress die Elternhilfe nach diversen Beschwerden offensichtlich Mundtod gemacht hat, verweisen wir nun auf den Blog von „omgunman“, die den ursprünglich verlinkten Artikel zitiert haben.

Und noch ein UPDATE Nummer 2: Mittlerweile sind auch die Mainstream Medien aufmerksam geworden – Hurra!

Dann haben wir telefoniert?!?

Veröffentlicht in Jan von Liv erklärt die Welt mit Tags , , , , am Juli 25, 2010 von schnurzeletti

Wir sind zurück! Die Bichs haben ein Vorabkonzert der 2010er Vollgas-Tournee gegeben. Anlass waren 250 Jahre Tradition und ein lange fehlendes Kreuz im altehrwürdigen „Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße“.

Im Fernsehen läuft gerade die Pressekonferenz zu den erschreckenden Zwischenfällen bei der gestrigen Loveparade. Die Loveparade ist tot. Und leider nicht nur die. Es wäre müßig und auch billig sich jetzt im Nachhinein in den Singsang von Besserwisserei und Vorwürfen einzureihen, jedoch muss das Konzept, wie all dies zustande gekommen ist hinterfragt werden. Blinde und in Trittbrettfahrermanier getätigte Zusagen, die Loveparade ins Ruhrgebiet zu holen wurden zusätzlich durch den öffentlichen Druck befeuert indem die Veranstaltung zur wichtigen Säule der famosen Kulturhauptstadt deklariert wurde. Da muss sich die Ägide der Lokal- und Regionalpolitik unbequeme Fragen gefallen lassen. Auf jeden Fall erscheint der mutige Schritt der Stadt Bochum, die sich 2009 für die Absage der Loveparade entschieden und dafür viel Häme und Arroganz geerntet hatte, in einem ganz anderen Licht. Es ist einfach schrecklich bitter, dass man sich unter solch mangelhaften verkehrsinfrastrukturellen Umständen und Fehlplanungen in derartige Sachzwänge hat bringen lassen, die jetzt auf entsetzliche Weise bestraft wurden.

Wenigstens kann Enya jetzt wieder ein paar mehr Platten verkaufen! Trotz aller Bitterkeit, die auch die Sechzger an diesem Tage erlebt haben dürften, soll der gestrige äußerst bichige Tag auch seine Würdigung erfahren:

Da der Tourbus wieder mal einen Defekt (dieses mal: Keilriemen) hatte musste das geliebte Bichumfeld auf die dekadente Weise anreisen und verließ sich auf einen Chauffeurservice und eine Flugreise gen München. Schon klasse wenn man zum Auswärtsspiel in teuer bezahlten XL-Seats eines Airbus verbringen kann. Leider war der Sauerländer Zirkel nicht mit an Bord und konnte uns nochmal die Sache mit der Nummer und der Gurtverlängerung erklären. In München gelandet (weich, nicht so wie in Kopenhagen!), empfangen von Vater42, sollte es auch direkt via Escortservice weitergehen. Dem ungarischen Taxifahrer gelang es jedoch trotz allerhöchster Eloquenz und der Bitte die Sechzger heute mal „ohne Schwanz zu ficken“ nicht uns für sein Gefährt zu gewinnen. Wir entschieden uns für die kostenfreie Anfahrt per S-Bahn, in der sogleich auch der tagesaktuelle Spießer-Award verliehen wurde: Es hat zwar den ganzen Tag geregnet, aber seine persönlichen Gegenstände in einem Gefrierbeutel zu verstauen ist eine neue, gefährliche Tendenz.

Weil wir ja schon zu unchristlicher Zeit aufgebrochen waren kehrten wir noch zu einem Frühstück ein um auf Familie Hausmeister zu warten. Leider gab es anstatt von Remoulade nur Marmelade und auch sonst waren die Angebote im kleinen Stehkaffee rar gesät. Dennoch mutierte der Bierige zum fulminant Hungrigen und verdrückte zum Erstaunen des restlichen Bichumfelds sage und schreibe zwei ganze Brötchen und eine Käsestange. Das muss an der bayerischen Stadtluft liegen. Es folgte ein zünftiges Münchner Budenbier im einziehenden Schacht der U-Bahn um weiter etwas Zeit zu vertrödeln. Danach ein kleiner Abstecher der rennsportlichen Fraktion inklusive einer modischen Reminiszenz an Dortmunds grelle Schuhultras. Und weil es danach immer noch regnete, konnten wir leider nicht nach Hellabrunn, ins Deutsche Museum oder in die Alte Pinakothek sondern mussten unangenehmerweise, wie üblich in München ins Augustiner.

Dort wurden wir, nachdem der Schlaue nicht mehr los, und der Hungrige nicht mehr Groß musste, ins Eichwesen eingeführt. In Bayern wird der letzte Zentimeter zum Eichstrich nach wie vor dem König geopfert, in Preußen entsprechend die Rechnung nicht in Gänze bezahlt. Zum Glück konnten wir uns aus diesen Unwägbarkeiten herauswieseln, da der Hungrige ja als Eichfass bei der Sparkasse arbeitet. Danach wurden noch schnell Regenschirme (wofür ich mich als Insulaner vor mir selbst ekel) gekauft um auch mit der letzten Pore das Stadionerlebnis aufsaugen zu können. Über die Schirmfarben sollte nicht weiter gesprochen werden, der Abenteurer war mit seinem Schirm an dem Tag aber auf jeden Fall ein ganzer Mann.

Bei Dauerregen, das ja in Fußballkreisen als Fritz-Walter-Wetter romantisiert wird, ging es dann weiter gen Giesing ins Stadion. Ein richtiges Stadion, das außerordentlich zu gefallen wusste! Nur teilweise überdacht, Stehplätze, auf den Klos stinkts nach Pisse, die Bierschlange ist lang, das Rund ist voll. Zum Einmarsch gab es eine entsprechende Choreographie. Gewöhnungsbedürftig jedoch, dass ständig ein „Endsieg München“ skandiert wurde. Das Spiel war passend zum Wetter ziemlich mäßig und wie Testpiele halt sind ziemlich uninspiriert. Aber das war eigentlich auch völlig egal. Endstand: 1:1. Im Blickpunkt der Elfmetertöter Roman Weidenfeller und Toni da Silva, der komischerweise immer noch bei uns rumgurkt. Langsam sollte man mal aus den Puschen kommen wenn man in 3 Wochen im DFB-Pokal bestehen will. Interessantes und Wissenswertes zum Spiel und Drumrum gibt’s bei den bekannten Quellen. Angemerkt sei, dass der namenlose Mob erfreulich unsichtbar agierte.

Zum Glück eiferte ein Teil unserer Reisegruppe nicht dem früheren Chef der Südtribüne a.D. nach. Folglich mussten auch keine Schichten verteilt werden und niemand trat in eine Metamorphose zu einem Sack Flöhe ein. Zum Glück! Denn wo kämen wir hin wenn das alle machen würden? Für die Rückfahrt wurde das Unternehmen Zukunft gewählt. Nachdem man noch etwas am Hauptbahnhof herumhängen durfte und der eine oder andere Bierflaschen in Hosen- und Notebooktaschen zerschmissen hatte bestiegen wir den grotesk eisgekühlten ICE. Also die Klimaanalage lief! Genauso unsensibel zeigte sich auch das Personal, welches den Limonigen verulkte. Der arme Junge braucht zuhause medizinisches Gerät für einen gesunden Schlaf und wird im Zug einfach ausgelacht!

Ansonsten ist das schon bemerkenswert. Man merkt in diesen Höchstgeschwindigkeitszügen nicht mehr wie schnell man eigentlich ist. Da kann man während der Fahrt bequem die nächsten Schiebergeschäfte koordinieren. Telefonisch wurde Niels Werner Kampmann darüber informiert, dass Luigi um 5 mit dem Flieger aus Zürich landet und entsprechende Rotlicht-Order vergeben. Schon cool zu welchen lustigen Sachen die phat-app des iPhone so taugt. Darüber hinaus unterhielten sich der stinkende Wichser und dieser Kerl von den Unities aus Ulm über das universitäre Arbeitszeitmodell: Wer nicht kommt hat frei – und wer doch kommt macht sich halt durch Arbeit frei. Folglich ging die Fahrt wie im Fluge! Über Monta Bauer sucht Frau, Limburg ihr Fotzen und Buchenwald (nächster Halt!) in nur 2,5 Stunden von Köln nach Dortmund. Da muss ich lange trainieren bis ich das mal mit dem Rad schaffe. Zwischenhalt in dem Kacknest Gruiten, wo wir die bekannten Gesichter des vorrausfahrenden, gestrandeten ICEs einsammeln mussten.

Insgesamt also wieder eine lockere 24-Stunden-Tour, die trotz, oder vielleicht auch gerade wegen der Unbeschwertheit eines Testspiels viel Spaß gemacht hat!

PS: Herwigs Tour hat noch etwas länger gedauert, schließlich kehrte er noch an der obligatorischen Ex-Tankstelle am HBF ein, wo er nicht unweit von seinem Lieblingsraucherbereich in skuriller Runde über das Ruhrgebiet diskutierte. Ein besonderer Gruß an Herren Krause, den windigen „Geschäftsmann“ aus Offenburg, JBO Fan Hotte, der Bier und Zigaretten spendierte, sowie den arbeitslosen Geographen, die das alles hier sowieso nicht lesen werden…

Aus aktuellem Anlass

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , , am Juli 19, 2010 von schnurzeletti

Wohl nicht zuletzt dank des Sommerlochs, scheinen die Medien zur Zeit überproportional häufig über nicht geahndete Übergriffe von Polizeibeamten auf wehrlose Bürger zu berichten (hier ein Sammlung aktueller Fälle). Offensichtlich setzt sich tatsächlich vermehrt die Weltanschauung durch, dass es eben nicht „immer nur die Richtigen trifft“.

Wer diese gute Entwicklung unterstützen möchte, kann nun bequem online an der Amnesty International Demonstration für unabhängige Aufklärung von Misshandlungen durch Polizeibeamte sowie die grundsätzliche Kennzeichungspflicht demonstrieren. Ein lohnenswertes Projekt, wo all diejenigen, die sich immer über Willkürmassnahmen  beschweren, endlich ihre Stimme erheben können. Also investiert 13 Sekunden der Sommerpause für die gute Sache, damit Bilder wie das folgende endlich der Vergangenheit angehören…

Fährste nach Bottrop – kriegste auffen Kopp drop!

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , am Juli 13, 2010 von schnurzeletti

Während der gemeine Vierling noch die Sommerpause genoss und seine Vuvuzela für das Halbfinale gegen die Iberer (vor denen ich im übrigen noch spanische Angst habe) polierte, setzte Euer adipöser Lieblingsbich seine löblichen Pläne für die Pflichtspiel-freie Zeit in die Tat um, und fuhr tatsächlich mit dem Fahrrad zum Testspiel der Amateure in Bottrop.  Der Hinweg gestaltete sich hierbei als eher unkonventionell, da sich die bei Google Maps herausgesuchte Strecke doch tatsächlich als Schnellstraße erwies, auf der das Fahrradfahren doch als eine weniger gute Idee entpuppte.  So musste unser sportlicher Vierling improvisieren und überquerte irgendwo in der Peripherie zwischen Rhein-Herne Kanal und Hesse Freibad die Stadtgrenze. Müßig zu erwähnen, dass ich mich prompt verfuhr und irgendwo im beschaulichen Bottrop (sogar tatsächlich nicht so hässlich, wie erwartet) vom Hubertmobil samt seinen beiden twitternden Insassen überholt wurde.

Offensichtlich trauen Hubert und der schlauste Mensch der Welt mir sportlich unheimlich viel zu, so dass sie sofort bei mir anriefen und fragten, ob ich nicht mein Fahrrad stehen lassen möchte und einen Autoplatz in Anspruch nehmen wollte. Diese Angebot lehnte ich aber konsequenterweise ab und erkundigte mich lediglich beim Geographen meines Vertrauens nach dem Weg. Dank exakter Beschreibung in Geobasisdaten inklusive Höhenprofil fand ich das Jahnstadion nun problemlos und fünf Euro später ließ ich mir schon die Sonne auf mein Stauder für 1,30 scheinen…

Im weiten Rund fanden sich ungefähr 20 sogenannte Fans in Anführungszeichen und geschätzte 30 weitere Zuschauer ein, so dass man das Spiel geflissentlich verlaberte.  Die kleinen BVB-Pferdchen ließen sich von den Provinzkickern aus Bottrop nicht aus der Reserve (was ein Wortspiel) locken und dominierten das Geschehen auf dem Rasen nach Belieben. Nur mit dem Abschluss wollte es zunächst nicht richtig klappen, am Ende stand aber ein standesgemäßes  Sechs zu Null zu Buche, von dem ich allerdings die letzten beide Tore verpasste, um pünktlich wieder nach Hause zu kommen. Dieser in der Theorie recht einfache Gedanke wurde in der Praxis allerdings erneut von mangelnder Ortskenntnis zunichte gemacht, so dass ich noch einen kulturellen Ausflug durch die Zonenrandgebiete unseres wunderschönen Ruhrgebiets machen durfte. An Tetraeder und Skihalle vorbei, erreichte ich irgendwann das hässlichste Haus Essens an der Grenze zu Karnap, wo ich mich aufgrund der Verkehrsführung rund um die B224 erneut so was von verfranzte, dass ich noch fast eine Stunde bis nach Hause brauchte… Ob das an dem Umweg oder meiner Kondition lag, überlasse ich getrost der Phantasie des Lesers…

Damit wäre dieser ereignisreiche Tag auch genügend gewürdigt, bliebe nicht noch zu erwähnen, dass die Bottroper ein ehrliches Völkchen sind und der Goldbarren auf meinem Gepäckträger erst in Essen vor der Kneipe, in der ich das Halbfinale zwischen Uruguay und Holland schaute, entwendet wurde – hurra!

UPDATE: Wer nicht regelmäßig die verlinkten Seiten besucht, ist zwar ohnehin ein ignorantes Wesen, sollte aber trotzdem in Genuss von Hinnis aktuellstem Blogeintrag zur Geilheit von Rapid Wien kommen.