Wie aus einem Kecktag ein Keckwochende wurde

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , am März 9, 2010 von schnurzeletti

Vor einigen Wochen entdeckte unser Vorzeigvierling Horst-Kevin eine durchaus interessante Kostellation, mit der der gemeine Fußballfan bei Wein, Weib und Gesang die Anspannung vor dem Spiel gegen den Mythos vom Niederrhein sinnvoll und produktiv bekämpfen konnte. Bei der obligatorischen Lektüre der Spielpläne der kommenden Woche stellte er wieselig fest, dass wir am vergangenen Freitag direkt zwei Spiele der zweiten Bundesliga live sehen konnten. Zuerst sollte es nach Oberhausen zum Abstiegskrimi zwischen RWO und der Koblenzer Turn- und Spielvereinigung gehen, bevor wir in der Landeshauptstadt noch dem Duell Düsseldorf gegen Fürth beiwohnen wollten.

Problemlos wurde das Bichumfeld aktiviert und so trafen sich am vergangenen Freitag sechs spätrömisch-dekadente Arbeitsscheue im ungewohnten Raucherbereich auf Gleis 7. Mit dem entsprechenden Proviant ausgerüstet fuhren wir mit der S-Bahn in die Heimat des bulligen Kaufmanns, wo wir wie beim letzten Mal in der örtlichen Bahnhofskneipe einkehrten. Leider ist dort das illegale Glücksspiel mit Würfeln. Bechern und Gläsern untersagt, so dass es zeitnah ins städtische Stadion ging. Dort gammelten wir mehr oder weniger erfolgreich bei strömendem Regen vor uns hin,registrierten die nicht unverdiente Oberhausener Führung und zitterten der Halbzeit entgegen. Schnell eine Taxe telefonisch geordert und am Ausgang sehnsüchtig auf ebendiese gewartet. Leider hält die Taxiinnung im westlichen Ruhrgebiet nur wenig von Ortskenntnis und Pünktlichkeit, so dass wir zu sportlichen Höchstleistungen gezwungen wurden, um den Zug nach Düsseldorf noch zu erwischen.

Völlig durchnässt und doch innerlich ausgedörrt ließen wir uns schlussendlich doch in einem Abteil nieder und verwirrten die Schaffnerin mit fünf verschieden Fahrkarten bei sechs Leuten. Kurz danach hatten wir schon die kurze Strecke nach Düsseldorf bewältigt und erreichten nach kurzer Stärkung in flüssiger Form auch das Sponsorennamenstadion. Glücklicherweise hatten wir uns die Karten zu Schnäppchenpreisen im Vorverkauf gesichert und mussten auch nicht lange anstehen. So verpaßten wir lediglich die ersten zwei Minuten, aber die Gäste aus Fürth warten glücklicherweise solidarisch auf uns und betraten den Block ebenfalls erst kurz nach Spielbeginn.

Obwohl wir ein Spiel aus der gleichen Liga sehen sollten, war es doch ein signifikanter Unterschied zwischen dem familiären Malocherstadion in Oberhausen und der mit fast sechs mal so viel Zuschauern gefüllten Multifunktionsarena. Allerdings gefiel der Komfort auch einigen Bichultras, so viel zur Aversion gegen den modernen Fußball.. Unverständlich für mich, wie man den “Komfort” eines lieblosen Zweckbaus einer durchnässten Jacke und einer phosphathaltigen Holzkohlebratwurst vorziehen kann. Aber jeder wie er will, dann soll man sich im Umkehrschluss aber auch nicht über penetrante Werbeflyerverteiler und entsprechende Überwachungsmöglichkeiten beschweren.

Ein Nullzunull der besseren Sorte mit zugegebenermaßen ordentlicher Stimmung später machten wir uns flugs auf den Heimweg und erreichten pünktlich zur Geisterstunde die viel zitierte kleine Kneipe in unserer Straße. Dort verschoben wir noch gefühlte zwanzigmal den Abschied des schlausten Menschen aller Zeiten und labten uns ein wenig am goldenen Nektar.

Irgendwann verschlug es mich aber dann doch in die Kirche des St. Pennematzes, wo der tapfere S. Bertram sich allerdings beide Decken des heimischen Schlafgemaches zu Eigen gemacht hatte. Ganz Gentleman der alten Schule verzichtete ich also auf meine Bettdecke und erwachte dementsprechend halberfroren in den frühen Morgenstunden. Eigentlich gar nicht so schlecht, war ich doch wenigstens pünktlich wach und in der Lage mich bereits am Vormittag in die Bierhauptstadt zu begeben. Nach einigen administrativen Terminen, stieß ich gegen 14.00 Uhr endlich zu meinen beiden Fanbichbrüdern, dem gestern verlorenen Bichumfeld und dem am Vortag ebenfalls anwesenden 1860-Manuel⁴² (Herz TM), dem die vorabendlichen Abenteuer wohl so gut gefallen haben, dass er sein gesamtes Wochenende seiner Lieblingsfamilie widmen wollte.

Gewohnt eloquent meisterten die Bichs die anstehenden Gesprächsrunden und verzehrten getreu dem sg.de Motto “If you can’t pay the price, don’t roll the dice” noch einige mehr oder weniger freie Freibier, bevor man ins altehrwürdige Westfalenstadion aufbrach. Dort an der üblichen Stelle diesmal außergewöhnlich gut gesehen, verzichteten doch die Ultraultras diesesmal auf ihr exzessives Fahnenschwenken. Huberto Carlos erwies uns heute die Ehre, mal auf seine Kuttenfreunde zu verzichten und tatsächlich den Ballspielverein von 1909 anzufeuern, so dass die Stimmung auch relativ gut war. Dies kann zugegebenermaßen auch am Spielverlauf gelegen haben, schrubbte der BVB doch die Mythosfohlen mit dem Klappdach (extra für sg.de Slang Magnus) ohne große Gegenwehr mit 3:0. Schade, dass man ein solches Ergebnis nicht einfach acht Tage zu vor hatte feiern können. Trotzdem scheinen sich Mannschaft und Fans ganz gut ausgesöhnt zu haben, bis auf wenige Ausnahmen waren die Fans nach dem Spiel doch zufrieden. Es bleibt zu hoffen, dass wir nun eine ähnliche Serie wie in der Hinrunde starten, dann können wir aus eigener Kraft das Tor nach Europa aufstoßen.

Nach dem Spiel ging es dann mit den Ultras zur Stube, wo wir die leckeren Brötchen der Sek SV verspeisen durften (Danke dafür). Ein rundum gelungener Abend sollte nun folgen. Nächste Woche gerne wieder! Leider machte der eine oder andere Vieraugenbich etwas eher schlapp und ließ sich aber von seinem Ansprechpartner fähig nach Hause begleiten. Glücklicherweise hatte er aber keinen Fisch dabei, so dass am HBF in Kulturhauptstadt nicht mehr getanzt werden musste.

Hey das geht ab – Hachingen hat ne Bobmannschaft!

Veröffentlicht in Jan von Liv erklärt die Welt, sinnVOLL mit Tags , , , , , am Februar 24, 2010 von schnurzeletti

Während Familie Bich noch im Bier oder Bett St. Auder und oder St. Pennematz (oder gar dem Ullr, dem Schutzpatron der Skifahrer) huldigten klingelte für die Bich-Groupies um Liv von Jan, Jan von Liv und Hubert schon wieder der Wecker für neue Schandtaten, nachdem zumindest mein Wochenende am Freitag schon mit einer kleinen Klischeeveranstaltung über blaue Inkompetenz und Läuseprobleme eingeläutet und mit dem Besuch der Handballdamen mit dem Sieg gegen die Miezen potenziert wurde.

Um halb vier aufstehen und als einziger Nüchterner in einer U-Bahn voller Kneipengänger zu fahren hat schon etwas an sich. Womöglich wie ein Spiegel mit Zeitverzögerung. Aber die frühe Abfahrtszeit sollte sich im Nachgang als richtig erweisen nachdem ich mich bereits in Dortmund mit durchdrehenden Reifen durch die Tiefgaragenausfahrt und dann mit 50 über die Sauerlandlinie kämpfte. Zum Glück übernahm der, je nach Sichtweise, beste oder zweitbeste Autofahrer der Welt in Lüdenscheid das Steuer, sodass ich mich dann zum Pennematz zu den Strebern in der letzten Bank gesellen durfte und dort, wohl auch zurecht, einen Maulkorb verpasst bekam. Die Verhältnisse wurden immer extremer und am Low-Cost-Rasthof im Spessart waren die Schneeflocken schließlich groß wie Taubeneier. Das Sauerländer Bauchgefühl prognostizierte eine Spielabsage um 11:30 gleichwohl der Klaus aus Oberbayern Optimismus über den Äther versprühte und von traumhaftem Frühlingswetter bei strahlendem Sonnenschein fabulierte. Kaum zu glauben bei dem Winterchaos jenseits der Windschutzscheibe.

Im Luf des Spessart zeigte sich jedoch das von Klaus geschilderte Frühlingswetter und die Bedingungen wurden von Kilometer zu Kilometer südwärts besser. Begleitet wurden wir auf der Fahrt durch dieses Wintermärchenwetter von tausenden Wintersporturlaubern, die auf der Route gen Alpen mit ihren orange bekennzeichneten Gespannen teilweise deutliche Rückstauungen bildeten. Macht aber nichts wenn man am Stau vorbeifährt und dann über Sperrflächen am Ende der Ausfahrt einfach wieder einfädelt.

Am Sportpark traf man bei tatsächlich T-Shirt-und-Sonnenbrillen-Wetter auf die Partybusbesatzung, die Nachts zuvor Würzburg in Schutt und Asche gelegt hatte und gönnte sich eine äußerst üppige Verstärkung in der typisch, bayerisch, urigen Vereinsgaststätte. Die Einlasskontrollen waren freundlich aber ebenso bayerisch bestimmt (DUAFTS OA NEMMA!). Die Anfangsminuten des Spiels offenbarten dann eine nahezu unbekannte Atmosphäre: Stille! Der Spielmannszug der UvdA kam aufgrund einer Buspanne in Feucht und trotz einer Abfahrtszeit von 3 Uhr erst rund 10 Minuten nach Anpfiff und Hachingen hat einfach nichts zu bieten was auch nur im Ansatz zu gefallen wüsste. Der Nicht-Stimmungsblock bestand aus 15 Kindern mit drei Fahnen, rund 1000 Leute, versprengt auf 4 Tribünen, gaben für die Metropole München, zu der ich Unterhaching jetzt einmal unsauber hinzuzähle ein jämmerliches Bild ab. Aber so ist halt die bayerische Hauptstadt. Die Buyern ziehen nur Klatschvieh aus dem Umland an, die 60er boykottieren ihr erste Mannschaft wegen der Arroganzarena und gehen lieber zu den Amateuren an die Grünwalder Straße – und zur Spielvereinigung geht nach dem Niedergang aus der Bundesliga einfach niemand mehr hin. Unvorstellbar wenn man den Vergleich mit dem Ruhrgebiet zieht. Da wären allein schon wegen des ruhrbietsuntypischen Wetters die Massen geströmt. Somit belief sich die Gesamtzuschauerzahl auf zufällig genau 2000 und unser Block wusste nach dem Eintreffen der Zuspätkommer auch mit einem Potpourrie der guten Laune zu gefallen.

Nachdem auf dem Platz Hachingen zu Beginn deutlich die Oberhand behielt, spielte sich unser Haufen schwuler Eunuchen in der zweiten Halbzeit ein deutliches Chancenplus heraus was einen Sieg nicht ungerechtfertigt hätte dastehen lassen. Am kläglichsten vergab mit der letzten Aktion vor seiner Auswechslung unser Knipser mit der Nummer 04, der jedoch bis dahin sehr solide 75 Minuten auf dem Rasen agierte, die beste Chance des Spiels – Sebastian Kehl. Daher muss man schon abwägen: Ein Unentschieden auswärts gegen einen soliden Gegner ist, besonders im Spiegel der frühen Hinrunde für unsere Mannschaft sicherlich ein Erfolg. Anderseits darf man, mit einer durch Hajnal, Kehl und Letallec verstärkten Auswahl und einem Übergewicht in der zweiten Halbzeit auch nach höherem streben. Die Rückfahrt ging relativ rasch vorüber. Von Schnee keine Rede mehr, böhmisch-mährische Blasmusik, kurze Pausen auf malerischen Fickerparkplätzen, deren Szenerie durch riesen Ultrà DO Tags und katzengroße Ratten untermalt wurden und ein Bleifuß bescherten uns eine frühzeitige Ankunft.

Allerdings verpassten die Olympiameldungen einem Mitfahrer, der des öfteren vom Zirkeltraining berichtet einen herben Stoß: Wie kann die Anni bloß einen holländischen Briefträger heiraten? Ebenfalls nachhaltig dürfte das Spiel für den Trainer der Spvgg gewesen sein, nachdem mit ihm in dieser Saison schon zum zweiten Mal ein Trainer nach einem Spiel gegen unsere Amateure beurlaubt wurde. Auf den letzten Kilometern bot sich abermals ein denkwürdiges Schauspiel auf der Bundesautobahn 45. Unser schwarz-gelber Blitz in Expresskolonne mit zwei schangeligen Transportern von Hellas Gelsenkirchen, die wahrscheinlich gerade im Siegerland gewesen waren um neue Ingredienzien zum Brunnenvergiften zu tauschen. Parallel im Radio das 2:1 von Golfsburg. Die anderen Verkehrsteilnehmer dürften gestaunt haben. Wer jetzt jedoch meint, es habe auf der A45 ein episches Rennen zwischen den automobilisierten Antipoden gegeben hätte muss enttäuscht werden. Im Sauerland, wo die eine Straßenseite blau-weiß und die andere schwarz-gelb ist, hält der Ruhrpott einfach zusammen. Ehrensache!

Holt euch den Derbysieg!

Vorher – Nachher

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , , am Februar 22, 2010 von schnurzeletti

Heimspiele gegen Hannover sind ja ungefähr sind ähnlich interessant und fesselnd, wie die achte Folge des sechzehnteiligen Fernsehkrimis ‘Die zwei Cousinen’, dessen erste sieben Folgen sich wie folgt zusammenfassen: Auf dem Landsitz North Cothelstone Hall von Lord und Lady Hesketh-Fortescue befinden sich außer dem jüngsten Sohn Meredith auch die Cousinen Priscilla und Gwyneth Molesworth aus den benachbarten Ortschaften Middle Fritham und Nether Addlethorpe, ferner ein Onkel von Lady Hesketh-Fortescue, der 79jährige Jasper Fetherstone, dessen Besitz Thrumpton Castle zur Zeit an Lord Molesworth-Houghton, einem Vetter von Priscilla und Gwyneth Molesworth, vermietet ist.

Entsprechend motiviert fanden sich am vergangnen Samstag drei der vier Linge im wunderschönen Westfalenstadion ein. Neben den weichen und etwas adipöseren Brillenschlangen verweilte heute auch Horst-Kevin mal wieder bei seinen Brüdern, hatte er so doch die einmalige Gelegenheit zwei Absteiger an einem Wochenende zu sehen und zeitgleich auch den Vorher – Nachher Vergleich anzustellen. Schließlich besuchte Horst-Kevin auch das Hinspiel, wo noch der sagenumwobene Nationaltorwart Robert Enke zwischen den Pfosten stand. Um es kurz machen: Alle in Hannover scheinen aus dem Freitod des sympathischen Jenensers gelernt zu haben, und so gibt es in der niedersächsischen Landeshauptstadt nun deutlich Wichtigeres als eventuell so etwas Profanes wie ein Fußballspiel zu gewinnen. Gut für den Ballspielverein, der trotz mäßiger Leistung Selbstvertrauen für das “Spiel” des Jahres tanken konnte. Glücklicherweise wird der Goalgetter und Garant des paraguayischen Bruttosozialproduktes wohl als einzige Spitze auflaufen können, da sich der Weltnixjäger passenderweise die fünfte Gelbe einhandelte – Hurra!

Vor und nach dem Spiel ereignete sich kaum etwas erwähnenswertes, da die Bichse sich zu sehr verstreuten und sich auch nach dem Sieg keine “erfolgreiche Bierphase” [tm Unsel] mehr einstellen wollte. So ging es früh ins Pennematzland, um Kräfte für die kommende Woche zu sammeln. Für alle, die sich zumindest nur rudimenatär für Frisuren (Statiker? Spastiker? Statist?) interessieren, steht mal wieder die Woche der Wahrheit bevor! Besiegt sie!

Neuer Bich-Award: Das Robert-Enke-Torwart-Ass

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , am Februar 18, 2010 von Horst-Kevin

Verehrte Leser dieses Blogs,

eure Vierlingsbrüder haben sich mal wieder zusammengesetzt und gemeinsam überlegt, ob in diesem Blog schon genug auf dem Tod von Robert Enke herumgehackt wurde. Wir sind zu der Ansicht gekommen, dass dies nicht der Fall ist und wir unserem Anspruch nicht ansatzweise gerecht geworden sind. Also haben wir beschlossen, einen neuen Bich-Award zu kreieren. Es handelt sich hierbei um das Robert-Enke-Torwart-Ass. Die Enkekarte kann immer dann gezogen werden, wenn man merkt, dass man Mist gebaut hat und man verzweifelt versuchen möchte, sich rauszuwieseln. Jetzt mag der kritische Leser natürlich einwenden, dass bereits Markus Babbel nach seiner Entlassung den neuen Award verdient hätte, die Idee zu dem Preis ist uns jedoch erst gekommen, als wir diesen Artikel gelesen haben. Der erste Preisträger ist also Manfred Amarell, der ehemalige Schiedsrichtersprecher des DFB, der in die Schlagzeilen gekommen ist, weil er Michael Kempter sexuell belästigt haben soll. Eine Situation, in der es absolut berechtigt ist, die Enkekarte zu ziehen! Herzlichen Glückwunsch Herr Amarell, hier ist Ihr Preis:

Alles wie immer oder Lenins 1312 Thesen an der Schlosstür des Winterpalais

Veröffentlicht in Jan von Liv erklärt die Welt mit Tags , , am Februar 15, 2010 von schnurzeletti

- Durst einschätzen wie die 12-jährigen

- In Venlo einkaufen wie die typischen Asi-Deutschen

- Aufstehen wie die Unchristen

- Auf winterlichem Untergrund brillieren wie Sebastian Loeb

- Geschichtssicher referieren wie tagtäglich

- Frühschoppen wie die Geisteskranken

- Kuttenterror durchmachen wie im Sommermärchen

- Rummaaaaaanen wie die Nachwuchscholeriker

- Weich und adipös sein wie die Idioten von der Sparkasse

- Grüße an Hussi rausschicken wie die ganz Großen

- Mit Schafskäsespießen rumspießen wie die Oberspießer

- 11 Dosen Hansa trinken wie nichts

- Team Green verarschen wie die Schulkinder

- Gerüchteküche überkochen lassen wie bei Ultras.ws

- Rumfeinen wie die Supernanny

- Bustrick durchziehen wie die Könner

- 1860-Unterstützung bekommen wie zuletzt

- Geld verleihen wie die blauen Brunnenvergifter

- Frühes Tor schießen wie im letzten Jahr

- Jubeln wie Bud Spencer

- Vollgasveranstaltung zelebrieren wie in Kloppos Träumen

- Chancen verwerten wie Nelson Valdez

- Keine Courage haben und spielen wie die Angsthasen

- Schiridusel haben wie in Süddeutschland

- Das Wasser vom Brot nehmen lassen wie ein Baby

- Auf den Arsch bekommen wie immer gegen Bayern

- Stadionränge beherrschen wie die Gelbe Wand

- Rumfurzen wie die Methanobacter

- Schlotternde Joggingfighter böse angucken wie die Schickeria

- Pfandig voll sein wie normal

- Völkerverständigend agieren wie die Weltbürger

- Krumme-Nasen-Feste feiern wie eine gute Partie

- Oberförsterlich vornehm zurückhalten wie eh und je

- Im Wochenendmodus anstrengend sein wie ein Sack Flöhe

- In aller Munde sein wie Ölle

- Feiern wie die Fans, die immer wieder feiern

- 41 Lager trinken wie in Polen

- St. Pennematz huldigen wie die (Essener) Löwen

- Rumnerven wie Ultras Braunschweig auf Klassenfahrt

- Kalte Muschi Bianco trinken wie in Marbella

- Minusmenschlich benehmen wie im RTL-Nachmittagsprogramm

- Lustig und froh leben wie der Mobs im Haferstroh

- Ein München Auswärtsspiel mitmachen wie immer

- Alles haargenau so erleben wie erwartet

- Ein Wochenende wie Borussia Dortmund

Willkommen zurück in der Realität

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , am Februar 8, 2010 von schnurzeletti

Bevor Jan von Liv diesen sympathischen Familienblog endgültig feindlich übernimmt, soll heute noch einmal der virtuelle Füllfederhalter des großzügigen Schlankheitsbichs bemüht werden. Da ich nach meinem letzten Bericht zurecht im Mittelpunkt der Kritik des überregionalen Feuilletons stand, da ich auf gewisse nebensächliche Einzelheiten verzichtet hatte – unter anderem vergaß ich den Bierigen, der nun der Limonige ist, als Pfandskerl (kein Rechtschreibfehler, liebes WordPress-Korrekturprogramm) zu bezeichnen – werde ich nun versuchen möglichst detailliert die Abläufe beim Ultrá Duell des Jahres zu beschreiben.

Nachdem das Bich-Umfeld am Freitag Abend gewohnt ruhig das Wochenende eingeläutet hatten, war es für mich am vorgestrigen Samstag ein leichtes die Pflichtübung sogenannte “Arbeit” in Anführungszeichen gewohnt souverän zu erledigen, so dass ich Samstag Abend zu keinen Schandtaten mehr bereit war und früh die Kirche des heiligen Sankt Pennematzes zur Messe aufsuchte. Dementsprechend ausgeschlafen verabschiedete ich am Sonntag Morgen den tapferen Ritter S. B. und ließ mich vom vieräugigen Wunderjungen per Fanastra in die Bierhauptstadt chauffieren. Die Reisegruppe komplettierten noch der eingangs erwähnte Superschurke JVL sowie der weltbekannte Skibich.

Leider verspäteten wir uns bei der Ankunft am Treffpunkt in Dortmund um das in der Fanszene äußerst beliebte akademische Viertel – glücklicherweise hatten die Herrenultras aus der Hauptstadt des Verbrechens noch nicht angegriffen, so dass sich nun dank unserer Präsenz endlich alle verhältnismäßig sicher fühlten. Zumindest so sicher, wie es eben geht, wenn die raubenden Horden aus FFM erwartet werden…

Nach ereignislosem Rumstehen vor der eigenen Lokalität, ereignete sich, um es vorwegzunehmen, das eigentliche Highlight des Tages: Auf der Suche nach einer Nahrungsquelle befolgten wir clevererweise den Vorschlag des schlausten Menschen der Welt und kehrten im Nudelhaus ein. Dort verköstigte uns der ansässige Italiener ohne Migrationshintergrund mit einer nicht außergewöhnlich guten Bolognese zu einem allerdings außergewöhnlich guten Preis. Ein Teller Macceroni sowie eine Portion Brötchen mit Butter rissen mit zwei Mark ein überschaubares Loch in das ansonsten prall gefüllte Geldsäckel des besserverdienenden Studentenpacks.

Irgendwann sollte es dann auch, nach kurzen Zwischenstopp zum Runterwerfen einiger Lammkoteletts, in schönste Westfalenstadion der Welt gehen, um sich die “Pflichtübung” gegen die Eintracht vom Main anzusehen. Wurde vorab nur über die Höhe des Sieges diskutiert, zeigten die Hessen unserer jungen Mannschaft tatsächlich die Grenzen auf. Trotz zwischenzeitlicher Führung waren wir im eigenen Stadion nie wirklich Herr der Lage. Sehr schade, zumal wir gegen einen potentiellen Konkurrenten Boden hätten gut machen können. Aber trotz der Welle der Entrüstung auf Tribünen und in Foren noch (!) nicht weiter dramatisch. Selbst bei der einkalkulierten bei Branchenprimus in München, hätten wir noch mindestens zwei Punkte Vorsprung auf Platz sechs. Auch nicht schlecht, wenn man bedenkt in welch prekären Situationen man sich zu diesem Saisonzeitpunkt vor noch nicht allzu langer Zeit befand.

Leider passte sich auch unsere Leistung auf der Tribüne der unserer Kicker an – und so hatte der viel zitierte Funke auch nie wirklich die Gelegenheit überzuspringen. Insbesondere dem Block Drölf ist leider ein schlechtes Zeugnis auszustellen, versteht man sich doch auch sonst als Motor der Tribüne. Lediglich die ersten zehn Minuten konnten man das interne Ultraduell gewinnen, danach allerhöchstens noch unterer Durchschnitt – sicherlich nicht das, was die Mannschaft und vor allem wir selber von uns erwarten!

Nach dem Spiel dann wiederum keine Vorkommnisse, so ging es ganz entspannt gen Heimat, wo ich mich trotz zwanzigminütiger Verspätung noch in der obligatorischen Sonntagsabendstatort hineinfinden konnte, was wohl schon alles über dessen Qualität aussagt. Und da mir kein pathetischer Spruch einfallen will, endet diese Bericht so unspektakulär wie der gesamte Tag!

Von Underdogs, Kleebären und Deeskalationshunden

Veröffentlicht in Jan von Liv erklärt die Welt mit Tags , , , , , am Februar 6, 2010 von schnurzeletti

Der Schrankwart lädt zum Kegeln und alle versammeln sich. Alle? Nein! Der Metrische musste leider auf einer Karnevalssitzung Witze erzählen, Ewald und Kai-Uwe wollten lieber die Sek-SV von HRO angreifen, der älteste Mensch hatte in Alterssenilität vergessen, dass die 2. Bundesliga schon um 18 Uhr anstößt. Andere Menschen stoßen sogar noch früher an und machen im Bahnhofskneipenhopping den Städtepunkt Oberhausen bei einem köstlichen Altbier mit einem klitzekleinen Schuss Cola klar und begutachten das in Oberhauesen urbanistisch und stadtmorphologisch praktizierte Prinzip der toten Innenstadt. Und weil es so viele Ausfälle auf schwarzgelber Seite gab war sich 1860 (mal wieder) nicht zu schade das Kontingent wieder aufzufüllen.

An der Stadionkasse ging es dann erfreulicherweise recht schnell von Statten. Eigentlich ist es jedoch ein trauriges Indiz. In euphorischen Zeiten zu Beginn der Saison verpassten wir vor lauter Andrang noch den Anpfiff, heutzutage wo die Macht vom Niederrhein und vom Ruhrpott sowieso im Tabellenkeller rumkrebst verlaufen sich nicht einmal 5000 Unentwegte ins Niederrheinstadion. Da gibt Oberhausen schon ein schlechtes Bild ab, gleichwohl es natürlich in direkter Konkurrenz zu den blauen Hurensöhnen, zum MSV und selbst zum RXE, der, obwohl zwei Klassen niedriger angesiedelt, mehr Zuschauer anzieht, steht.

HRO wusste direkt mit Anpfiff zu gefallen und überzeugte mit einem schön anzusehenden Intro. Fahnen in dreierlei Farben als Tricolore in Blockgröße arrangiert, Rauch und Stroboskope. Mal sehen ob wir das morgen von den Frankfurter Würstchen auch zu sehen bekommen wenn die Ordnungsmacht mittlerweile schon Sprengstoffspürhunde einsetzt um auch den letztmöglichen Keim im klinisch desinfizierten Fußball zu tilgen. Die erste Halbzeit war für uns Fußballästheten ein Augenschmaus, die von der zweiten nochmals getoppt wurde. Dem netten Intro folgte ein recht keckiger selbstkritischer Umgang mit verpassten Chancen und einem damit verbundenen Platzverweis. Dürfte wohl einmalig gewesen sein, dass ein Spieler vom Platz fliegt weil er mit Sand nach dem Linienrichter wirft. Manieren sind halt wieder in Mode. Konnte man auch darin erkennen, dass sich Rostock während des Spiels auch noch einmal förmlich und lautstark der versammelten Runde als Hooligans vorstellte. Als Rostock sich dann jedoch zur Nummer eins im Pott proklamierte war das Maß selbst für RWO voll und der Kleebär netzte nach 750 torlosen Minuten zweimal ein. Am Ende des Tages also ein 2:1 Heimsieg und drei wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

Der Rückweg war dann auch recht keckig. Zuerst vollführten wir am Bahnsteig die eisenbahnerische Königsdisziplin: Am Bahnsteig stehen und nicht mitkriegen, dass der Zug ein- und auch wieder ausfährt. Was wäre passiert wenn sich Robert Enke so dumm angestellt hätte? Niemand hätte aus dieser schrecklichen Entgleisung seine Lehren ziehen können! Die Welt wäre um ein Medienereignis ärmer gewesen. Zum Trost wollte der örtliche Budenbesitzer Herwig tatsächlich eine Dose Veltins schenken. Zum Glück fuhr ja bereits um 20:31 aus Gleis 4 der nächste Zug. Die halbe Stunde Wartezeit wurde uns jedoch darin versüßt, dass Rostock, welches mit Freibier schon am Hbf empfangen wurde am Bahnsteig gegenüber noch ein Tänzchen mit den Bullen veranstaltete. Schön zu sehen, dass sich manche Szenen auch einfach mal wehren wenn sie völlig übertrieben direkt mit Deeskalationshunden und inadäquaten Personaleinsatz angegangen werden. Zum Glück hat die Oberhausener Youtubeultraszene alles dokumentiert. Die S3 zwischen Essen und Oberhausen führt neuerdings auch über Angola. Anders kann ich mir nicht erklären, dass eben jener Zug beschossen wurde obwohl topographische keine Anzeichen darauf hindeuten!

Da die Fußballelite jedoch auch noch vor das Leder treten sollte ging es auf eine sehr erfolgreiche Suche nach einem Rüttenscheider Etablissement. Unter dem Strich haben wir jedoch alles wichtige des Spiels gesehen und das In-Lokal Brunnen-Hotel blieb uns erspart. Seriöse Menschen gehen nach Schlusspfiff und ein paar Bieren auch einfach nach Hause. Aber auch wenn der Abend zumindest mal als Kegelevent angedacht war wird gerne etwas tiefer ins Glas geschaut und irgendwann auch dem Würfelsport gefrönt. Und wenn man erst um 10 Klausuraufsicht hat kann man ja getrost noch seine 10 Bier trinken. Leider wurde auch relativ oft geklopft sodass dann auch die eine oder andere äußerst günstige Baileysrunde (In diesem Lokal dürfte tatsächlich Baileys ausgeschenkt werden) am Tisch verköstigt wurde. Leicht unseriöse Menschen gehen spätestens dann nach Hause. Aber wir mussten noch zumindest kurz in die Familienkneipe um unser Deputat einzufordern. Da das leider nicht klappte musste das uns Zustehende halt mit Würfelkraft errungen werden.

Irgendwann sollte jedoch auch dieser Abend sein Ende finden. Und weil mir der kurze Heimweg im Vergleich zu den anderen Keglern, die alle im Kneipenumfeld wohnen noch zu unspektakulär war machte ich mit dem 38er-Express noch eine kleine Studienreise nach Kamen. Tendenziell eher unorthodox dort auszusteigen wenn man dort nicht wohnt. Aber was macht man nicht alles um genau 24 Stunden, nachdem man die Wohnstatt verlassen hat dort wieder aufzuschlagen. Blöderweise muss ich aber wohl meine Stimme in Kamen vergessen haben.

Die gestern aufgeworfene Frage zum Brainfreeze kann ich dahingehend beantworten, dass der Schmerz möglicherweise durch einen Kältereiz im oder am Gaumen erzeugt wird der aus der kälteinduzierten Verengung der Blutgefäße resultiert. Dopplersonographisch konnte in Einzelfällen bewiesen werden, dass die Durchblutung der mittleren Hirnarterie bei Betroffenen abnahm, eine tatsächliche Abkühlung oder gar Gefrierung des Hirns oder anderer Schädelkomponenten ist jedoch Humbug.

Ein erschreckendes Gesicht

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , , , , am Februar 2, 2010 von schnurzeletti

Da WordPress in den letzten Tagen immer genau zur Feierabendzeit rumzickt und lange Ladezeiten das Erstellen präziser, satirischer und erheitender Erlebnisberichte verhindern, muss der geneigte Leser zur Zeit leider bis in die Mittagstunden warten, um an den Geschehnissen rund um Borussia und Bich teilhaben zu können.

Am vergangenen Sonntag ging es – Mitfahrerticket und Dominik Jahnke sei Dank – zum Schnäppchenpreis mit dem Unternehmen Zukunft in die badenwürttembergische Landeshauptstadt. Die Reisegruppe um das heute zehnköpfige Bichumfeld wurde noch von diversen sogenannten “Fans” in Anführungszeichen aus dem gesamten Ruhr-Biet ohne GE komplettiert, so dass einer heiteren Hinfahrt nichts im Wege stand. Noch inspiriert vom Bildungsausflug in das Kloster von St. Auder, labten sich die drei durstigen Vierlinge auch entsprechend am Nektar aus der sympathischen, kleinen Familienbrauerei. Auch der Rest der Szene läutete den Sonntag mit diversen Köstlichkeiten heimischer Braukunst ein, so dass Emma, der Fanbetreuer, – dem Flaschenpfand sei Dank – seinem Sohn, der den Namen eines Sternes trägt, sicherlich eine vernünftige Collegeausbildung spendieren kann.

Aufgrund der frühen Abfahrtszeit waren die Züge auch angenehm leer und so gab es nur eine einzige Spießerin, die der verbalen Kompetenz der Pottproleten nicht gewachsen war. Ihr dummer Spruch, dass sie sich vor einem BVB-Schal erschrecken würde, wurde geschickt gekontert, dass wir uns ja auch nicht beschweren, obwohl ihr Gesicht ebenfalls einen äußerst erschreckenden Charakter aufweist.

Entsprechend lustig erreichten wir dann auch bald Stuttgart, wo wir selbstverständlich von unseren Freunden und Helfern in Empfang genommen wurden. Doch was war das? Anstatt wie sonst von einem martialischen Aufgebot sofort sanft Richtung Stadion geleitet zu werden, durften wir uns tatsächlich frei bewegen und wagten noch einen kleinen Ausflug in die Innenstadt. Dort mußten wir aber bald feststellen, dass die gemeine “Schabe” (sg.de Slang – iss klar, ne?) sonntags wohl allerhöchstens in die Kirche geht, und so fanden wir erst nach intensiver Suche ein Gasthaus, welches mit traditioneller Speisekarte “zu gefallen wußte”.

Frisch gestärkt machten wir uns nun auf den Weg zur Baustelle Stadion, wo wir die ungewohnten Plätze in der Heimkurve einnehmen mußten. Eigentlich ist es ja ganz reizvoll dem heimischen Anhang in die Augen zu schauen und sich gegenseitig zu Höchstleistungen zu motivieren. Leider wollte der Funke heute, trotz drei Vorsängern, nicht auf den weitläufigen Gästesektor überspringen. Sehr schade. Unglücklicherweise gab auch das Spiel keinen Anlaß zur Freude, da die dezimierte BVB Mannschaft nicht an die Höchstleistungen der vergangenen Wochen anknüpfen konnte und somit auch folgerichtig zur Halbzeit mit 1:0 in Rückstand lag. Die Stuttgarter um das Commando Karstadt waren sich auch nicht zu schade, mal wieder ein paar Kuttenfahnen zu zeigen – schön zu wissen, wie in Baden die Ultrá Prioritäten gesetzt werden…

Zur zweiten Halbzeit gab es dann etwas gutenmenschfeindliche Pyrotechnik im Gästeblock, was zwar mal wieder für unnötiges Rumgepöbel in den diversen Fanforen sorgt, aber immerhin den Dortmunder Anhang kurzzeitig aufweckte und zumindest für 15 Minuten angemessene Stimmung in der Kiste war. In dieser Zeit verschossen die Stuttgarter sogar einen Elfmeter und der Ballspielverein erkämpfte den Ausgleich. Endlich mal Wasser auf den Mühlen derer, die noch immer behaupten, dass man tatsächlich als Fan etwas bewegen kann. Leider fingen wir uns nach einem Freistoß noch ein meines Erachtens überflüssiges Gegentor ein und die Schlussoffensive ging auch irgendwie nach hinten los. Schade, aber kein Beinbruch, spielten doch die anderen Mannschaften ausnahmsweise mal für uns. Wenn wir nächste Woche gegen die Herrenultras aus FFM gewinnen, sieht alles gut aus!

Dementsprechend hielt sich die Enttäuschung nach dem Spiel in Grenzen und nach kurzer Stärkung am HBF konnten wir den Zug gen Heimat besteigen. Wie sich im Nachhinein herausstellte war es ein durchaus kluger Schachzug nicht mit dem ICE zu fahren, hatte dieser doch am Ende über 100 Minuten Verspätung. Außerdem wäre der Schaffner dort sicher nicht so kulant gewesen und hätte den Limonigen dreimal ohne Konsequenzen beim Rauchen erwischt und sich außerdem noch bezüglich der Berufstätigkeit seiner Mutter beleidigen lassen…

Frühstück bei Sankt Auder

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , am Januar 28, 2010 von schnurzeletti

Der chronologische Spannungsbogen beginnt heute erzwungenermaßen bereits an einem Mittwoch Morgen. Um genau zu sein am 55. Jahrestag der Befreiung der U-Bahn-Endstation im fernen Osten um Zehn Uhr morgens in den sakralen Gemäuern von Sankt Auder zu Altenessen! Dort empfing uns in sportlicher Jacke der Gerd, seines Zeichens ehemaliger Brauer des Hauses und stellte erst einmal fest: Wer hier arbeiten wolle (bei Stauder wird noch geraucht!) brauche eine starke Leber! Wenn man seinen Anekdoten im Fortgang so lauschte kann man das nur unterschreiben. An Heiligabend morgens mit seinem Schwager mal ne Flasche Whiskey trinken, kleinen Pennematz nach dem Mittagessen und zum Abschluss nochmal acht Kannen Bier. Wer das schafft ist offensichtlich prädestiniert um bei Jacob Stauder eine Anstellung zu finden.

Es folgte ein kleiner, 2-stündiger Propagandafilm über die Seele, das Leben und die ökotrophologischen Höchstleistungen des herrlichen Gerstensaftes. Es enthält Vitamine, Mineralien, kein Fett, wenig Alkohol – ein absolut natürliches und sehr gesundes Getränk. Im Anschluss ging es auf eine Tour durch die Brauerei um die Technik und die Verfahren auch live vor Ort bewundern zu dürfen. Untermalt natürlich wieder von Erlebnissen einer 40-jährigen, dienstlichen Säuferkarriere: Das ideale Versteck vor dem Chef ist auf der Tür und Bacardi Cola hat früher 25 Peseten gekostet! Entstammt wahrscheinlich der gleichen Feder wie die Behauptung, früher hätte man für einen Nickel ein Steak im Restaurant, in Bund Zwiebeln, einen Kinobesuch und ein Eis kaufen können. Und man habe sogar noch etwas rausbekommen. Der Gerd ist schon eine kleine Persönlichkeit.

Zusätzlich verteilte er auch noch spitze Bemerkungen bzgl. Leibesfülle und Inteliganzgrad. Leider setzte aber seine mobile Soundanlage just in diesem Moment aus, sodass wir, im Gegensatz zur restlichen Veranstaltung Probleme hatten den eloquenten Klängen akustisch wie auch inhaltlich zu folgen. Aber man will ja keinen scharf angucken, denn 40 Jahren Trinken hinterlassen nun einmal ihre Fußabdrücke. Wer sich täglich seine 8 bis 10 Liter reinschraubt (Bei dieser unerträglichen Hitze muss man einfach Mundraub begehen!) wird halt gut konserviert. Genauso gut wie die Toten, die jeden ersten Montag im Monat zum Saufen vorbei kommen. Saufen ist nunmal das Wichtigste – und das stellte er auch immer wieder heraus! Da muss man sich ja nichts vormachen wozu man bei einer Brauereibesichtigung ist. In den sonstigen Berichten ist ja meist das runde Leder das Wichtigste. Das Thema sei in diesem Bericht mit dem mittlerweile kuriosestem und wohl skandalösestem aber auch lächerlichsten Stadionverbot abgehandelt: Wer es sich bei den Blauen als Mitarbeiter der Arenagastronomie innerhalb der VIP-Zone gut gehen lässt fliegt raus – und bekommt SV. Respekt meine Herren!

Nach rund 90 Minuten anschaulicher und interessanter Technikschau inklusive Kostprobe frisch aus dem Hahn ging es dann auch endlich in den Gastro-Keller wo schon einige Brötchenplatten bereit standen. Denn man sollte beim Trinken nie aufhören zu Essen. Mal nen Frikadellchen, mal ne Salzstange oder ein paar Erdnüsse. Allerdings niemals zu viel essen, denn sonst passt kein Bier mehr rein. Dies beherzigten wir und genossen Runde um Runde dieses vorzüglich gezapften königlichen Getränks. Leider sollte diese illustre Runde jedoch ein jähes Ende finden und wir per Bus und Pedes zurück gen Uni kommen. Schließlich musste man dort noch ein von Studiengebühren finanziertes Pils abstauben, über demokratische Richtlinien fachsimpeln und das Matrixproblem des Inkompetenzels lösen. Wie kann man sich nur dermaßen das Wasser vom Brot nehmen lassen?

Danach auf dem Weg zum Hauptbahnhof noch kurz am Weihnachtsmarkt inne gehalten und 12 Lumumbas getrunken. Weil sich Familie Bich abends noch in Recklinghausen zum politischen Kabarett eingekauft hatte erschien es am keckigsten dort einfach noch ein Keckfass zu trinken. Trotz präventiver Recherchen und Insiderkenntnissen schafften wir es nur zur Bahnhofskneipe auf der anderen Straßenseite. Dort wussten die Würfelbecher einmal wieder zu gefallen. Schocken mit 25 und Re, Reizen und Einbauküche. Und weil das Kabarett ja erst um 8 Uhr beginnen sollte zog sich die Zauberei über rund vier Stunden. Dementsprechend ging es dann recht betrunken entweder ins Festspielhaus oder nach Hause. Dort bekam ich in diesem Zustand auch noch einen Anruf aus Norderney, die Postkarte sei angekommen. Und wenn sie bei Papa im Briefkasten lag, dann dürften auch Vati und Onkel ihre Post bekommen haben. Sollte man die Tage mal überprüfen! Noch mehr ältere Herren, die absolut kein Problem mit Alkohol haben.

Schließen will ich mit einem Ratschlag von Gerd an uns, an euch, an die Menschheit: Trinkt eins mehr!

Totale Ekstase

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags , , , am Januar 25, 2010 von schnurzeletti

Geliebtes Bichumfeld,

nach zehn äußerst eloquenten und intellektuell hoffentlich außergewöhnlich stimulierenden Berichten ín Folge von JVL, schreibt heute mal wieder der gemeine Bich für den asozialen Pöbel vor den Bildschirmen. Viel ist passiert und nicht alles kann hier niedergeschrieben werden, daher verweisen wir aus Platzgründen an die links stehenden fleißigen Blogger vom Ballspielverein für einen Bericht aus Köln.

Nun aber zum Wesentlichen, der kommende deutsche Meister empfing am vergangenen Samstag das Hamburger Kanonenfutter, ein gefundener Anlaß für den unter Adipositas leidenden Bich seine Familie samt Umfeld zum ausgiebiegen Samstagbrunch einzuladen. Neben den üblichen Ruhrgebietsköstlichkeiten wurde auch das äußerst süffige Stauder Pils gereicht, was aber bei dem einen oder anderen Gast erst einmal auf wenig Gegenliebe stieß. Der älteste Mensch der Welt informierte uns dankenswerterweise noch über den Treffpunkt des blau-weißen Vizemeisterabschaums, sodass wir gemütlich um 13.30 nahezu ohne Feindkontakt in die Bierhauptstadt reisen konnten.

Im Zug dann die erste skurile Begegnung des Tages, als Herwig und Kai-Uwe, konsequent im Jogginghosenlook  (danke für das Foto an Hubert),  auf die Mülheimer Altenpflergerszene trafen. Ein munteres Pärchen irgendwo im nicht näher zu definierenden Alter von 40 aufwärts, welches sich die regelmäßigen zahnärztlichen Vorsorgeunteruchungen nicht länger anzutun braucht, saß den beiden Fettschweinen gegenüber und so entwickelte sich selbstverständlich eine angeregte Diskussion über Utopien und Religionsphilosophie. Leider konnten aber nicht alle Mitreisenden mit uns einen Konsens finden, und so erregte sich ein Mitfahrer mit Migrationshintergrund (der Vollständigkeit halber kein Anhänger des Gossenvereins…..) über Herwigs Interpretationen. Schade aber, dass er unser Diskussionsangebot ausschlug und lieber das Abteil verließ.

Nach kurzer Stippvisite in der sTUbe, komplettierte der beliebteste Taucher der Szene nun die illustre Reisegruppe und wir verfolgten gemütlich die Bundesligakonferenz, wobei insbesondere der Ausgleich in Bochum sowie der Sieg “unserer” Bayern frenetisch bejubelt wurden… Herwig brillierte derweil am Würfelbecher und schaffte es tatsächlich sich den ganzen Tag schadlos zu halten. So ging es nun gelaunt und voller Vorfreude ins Westfalenstadion, wo meine hohen Erwartungen tatsächlich voll erfüllt werden konnten und das sowohl auf dem Platz, wie auch der Tribüne. Der Dortmunder Anhang war heiß, das Stadion kochte förmlich und schrie die Borussia neunzig Minuten nach vorne. Die Partie war klasse und trotz weniger Torchancen auf einem äußerst hohen Niveau. Eigentlich unfaßbar, dass der BVB die nominell deutlich überlegenen Gäste aus der Hansestadt über die gesamte Spielzeit dominierten und fast keine Chance zuließen. An dieser Stelle mal ein großes Kompliment an die Mannschaft!

Einziger kleiner Wermutstropfen ist die Tatsache, dass uns trotz der viel beschworenen Rücksichtnahme wieder überproportional häufig die große Schwenkfahne den Blick versperrte. So verpasste man selbstredend, wie Nelson Valdez ausnahmsweise das Seitenaus verfehlte und den Ball im Netz versenkte. Schade, sicherlich eine Szene mit Seltenheitswert… Wurde man bei dem Versuch in der Halbzeit ein klärendes Gespräch zu führen noch auf die “Definition von Ultra” verwiesen, so stieß man anschließenden Resumé in der Kneipe doch auf offene Ohren. Bleibt zu hoffen, dass der Konsens länger als 14 Tage Bestand hat…

Aber zurück zu den erfreulichen Dingen des Tages: die Dortmunder Kneipenwirte durften sich sicherlich noch über das ein odere andere zusätzlich verkaufte Fangetränk freuen, die gemeine Bichleber über den ein oder anderen zusätzlich zu verarbeitenden Giftstoff, die Anwohner der Stube über ein wahrhaft wunderschönes Konzert und die Gäste der Bad Taste Party am Essener HBF über außergewöhnlich zivilisierte Gäste, deren Benehmen sich keinesfalls dem Kleidungsstil anpasste.

Alle sehen ein, Du wirst Meister sein!