Bierhopping – Bringt den MiSu zurück!

Es war ein Mittwoch. Es waren keine Ferien. Wen wundert es dann, dass die hart schuftende Lehrerschaft keine Möglichkeit gesehen hat, sich den Niederrheinpokal-Kracher DJK SW Twisteden gegen unseren RWE anzuschauen. Und so kam es, dass sich eine recht überschaubare, aber kaum zu übersehende Truppe korpulenter „Fans“ in Essen 21 eingefunden hat. Der eine zeichnete sich nicht nur durch seine überbordende Kompetenz, sondern auch durch außerordentliche Stilsicherheit bezüglich seiner Kleidung aus, der andere ist einfach der verantwortungsbewussteste Vater aller Zeiten. Von dort aus ging es in die innovativste Stadt des Ruhrgebiets, wo wir uns am Arbeitsplatz des schlauesten Menschen der Welt noch die schlechsten belegten Brötchen Bottrops einverleiben durften. Auf dem Weg dahin haben wir uns schonmal Stauder und Borbecker Dampfbier genehmigt. Leider führt der beste Supermarkt Deutschlands kein gekühltes Bier, sodass wir uns am nahegelegenen Bahnhofskiosk noch mit KöPi aus der Dose eindeckten. So versorgt konnte unsere Pilgerreise nach Kevelaer in einem sehr kleinen Auto losgehen. Auf dem Weg versuchte noch jemand in einem rosa Hemd, Jan über Kamp-Lintfort zu belehren, was ungefähr damit vergleichbar ist, Bier nach Bayern oder Athen in die Eule zu tragen.

twistAm Stadion angekommen wieselten wir uns geschickt in den Heimbereich, wo es (im Gegensatz zu Veltins aus der Flasche) immerhin Warsteiner vom Fass gab. Zum pinkeln mussten wir dann aber in den Gästebereich, der natürlich in keinster Weise vom Heimbereich abgetrennt war. Und während der Stadionsprecher noch die ersten Elf der beiden Mannschaften verkündete (offenbar hat mit der Nummer 9 ein gewisser Ente Lippens gespielt und die Spieler der Heimmannschaft sind allesamt Mitglieder der Familie Arschloch), fanden wir uns ein zweites Mal am Bierstand ein, diesmal leider im Gästeblock. Während Kompetenzel sich noch eine Frikadelle am Bierstand holte, fiel bereits das erste Tor für den RxE und wir durften Hautnah erleben, wie sich Fans einer bekannte Münchener Fußballmannschaft fühlen müssen. Spätestens nachdem in der 20. Minute das 0:2 fiel war klar: Das kann selbst der RWE nicht mehr verkacken!

Insgesamt erwies sich die DJK Twisteden trotz der etwas hoch angesetzten Eintrittspreise als hervorragender Gastgeber, der in der Halbzeitpause sogar Hafenstraßenklassiker wie Adiole gespielt hat. Einzig das „Ene mene Miste“ und der Fuffi für die Jugendkasse von Gärtnermeister Sander fehlte zum richtigen Heimspiel-Feeling. Ein weiterer Pluspunkt war, dass wir direkt hinter der Essener Reservebank sitzen durften, was vor allem ein Vorteil für die Ersatzspieler war, wurde ihnen doch in jeder Halbzeit kompetent ein Bier angeboten. Außer Timo Brauer schienen die aber seltsamerweise weniger interessiert daran zu sein, das Spiel besoffen zu gucken. Aber auch Timo hat sich dem Gruppenzwang seiner Kollegen hingegeben und ist bei Stiftsquelle geblieben. Nicht unerwähnt bleiben sollte Schnurzels Heldentat, dem es durch seinen übermenschlichen Charme gelungen ist, tatsächlich am Bierstand Stauder zu bekommen. Hut ab! Da Kompetenzel mal wieder das ganze Stadion kannte, hat er sich die komplette zweite Halbzeit mit einem Mathe-Professor aus Bonn unterhalten, der nicht nur kurz vorher ausgerufen wurde, weil er das Licht an seinem Auto angelassen hat („Die haben da in der Werkstatt dran rumgefummelt, jetz funktioniert der Warnton nicht mehr!“) sonder auch vor Ewigkeiten das Vereinslogo des Gastgebers entworfen hat. Die Silhouette ist eine Normalparabel, der Mund eine Sinusfunktion. Warum das freundliche Schreckgespenst offenbar bei McFit nur Arme macht, ist leider ungeklärt geblieben.

Nach einem Erfolgreichen 0:5 ging es also wieder Richtung Essen, natürlich nicht ohne am nächstbesten Kiosk noch Bitburger für den Weg zu holen. Schließlich kann man mit nur fünf verschiedenen Biersorten im Kopf noch nicht nach Hause. Glücklicherweise war dort angekommen gerade die große Geburtstagssause des Präsidenten vorbei, so dass wir nicht mehr in die Eule gehen mussten. Da hätte es eh nur Stauder und KöPi gegeben, und die hatten wir schließlich schon abgehakt. So endet ein typischer Mittwoch-Abend und alle gehen zufrieden ins Bett.

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