Gegen Hö-Nie kann man mal gewinnen

Wer erinnert sich nicht an die furiose Rückkehr Eures Lieblingsblogs, als wir mit der besten Überschrift aller Zeiten verkündeten, dass man durch aus auch mal gegen Hö-Nie verlieren könne. Was ja auch irgendwie klar ist, wenn man denn aus der Sport- und Freizeitmetropole Oberhausen kommt. Für die Freunde fußballerischer Leckerbissen sollte die Niederlage von RWO aber keinesfalls ein nennenswertes Desaster darstellen, schließlich bescherte uns König Fußball dadurch ein wirklich allerletztes Flutlichtspiel an der sagenumwobenen Hafenstraße.

Im Gegensatz zu den vorherigen Runden des Niederrheinpokals fielen auch außer der mittlerweile omnipräsenten Hundemesse alle anderen spießigen Ausredeereignisse aus, weshalb wir uns doch in recht stattlicher Runde an der bekanntesten Steuerverschwendung der Stadt einfanden. Leider mussten sich das Gros der Reisegruppe noch mit Karten eindecken, da auch der Gastgeber Rot-Weiss Essen mittlerweile wohl im modernen Fußball angekommen ist und ermäßigte Karten tatsächlich nur noch gegen Nachweis verkaufen will. Frechheit! Nachdem unsere erfolgreiche Bierphase durch diese leidige Kartenbeschaffungmaßnahme jäh unterbrochen wurde, verkündete aber der Stadionsprecher glücklicherweise, dass der Anstoß wie auch im Halbfinale um 10 Minuten verschoben werden sollte, so dass es glücklicherweise noch zum vom Leibhaftigen befohlenen Sturztrunk unter der Tribüne reichen sollte, bevor wir mit reichlich Nachschub die Nordtribüne auf Höhe der Mittellinie betraten.

Dort erwarte uns neben einem richtig guten Blick auf Spielgeschehen auch ein astreiner Cateringservice, fühlte sich alle fünf Minuten ein anderer dazu berufen, mal eine Rutsche Essener Heilwasser zu organisieren. Damit wir aber uns nicht zu sehr von den schönen Dingen des Lebens ablenken lassen mussten, sorgten die imposante Kulisse – über 10.000 Zuschauer hatten sich in der Ruine Georg-Melches Stadion eingefunden und die Mannschaften auf dem Felde für kurzweilige Unterhaltung. Der zwei Klassen tiefere Gast aus Hönnepel-Niedermörmter beschränkte sich, wie von den Fußballexperten Horst-Kevin und Herwig prognostiziert, eben nicht nur auf reine Spielverhinderung sondern legte ähnlich den beiden erwähnten Bichvierlingen eine flotte Sohle aufs Parkett und sorgte für zahlreiche Schweißausbrüche bei den Hausherren. Und so kam es wie kommen musste, nachdem der krasse Außenseiter im ersten Angriff noch am Aluminium scheiterte, entschied der Schiedsrichter in der nächsten Strafraumszene auf Elfmeter für die Gäste, die folgerichtig mit 1:0 in Führung gingen. Wider Erwarten gelang aber RWE nur 180 Sekunden der Ausgleich – erneut hatte der Unparteiische auf den Punkt gezeigt, der aber nicht so ganz wider Erwarten nur von kurzer Dauer sein sollte, da der Außenseiter bereits eine Minute später den kollektiven Tiefschlaf der RWE Hintermannschaft gekonnt ausnutzte.

Wer sich nun ob der vielen Spielszenen verwundert die Augen reibt, kann ganz beruhigt weiterlesen. Natürlich ist das immer noch der keckige Bichblog und diese kuttigen Details dienen nur der Tatsache, eloquent daraufhin zu weisen, dass der Leibhaftige die gesamte Aufregung verpasste, weil er die kleinste Blase Dortmunds würdig auf dem Abort vertrat. Nach seiner Rückkehr und der Verteilung mitgebrachter Isodrinks rieb sich der Leibhaftige verwundert die Augen – drei Tore in einem Spiel verpaßt man dann doch eher selten. Auch der Leibhaftige wollte sich nicht dem Hohn und Spott der Reisegruppe aussetzen, guckte sich den Ausgleich an und verpasste dann prompt das Siegtor der Essener. Im Endeffekt aber auch egal, ob Du nun 1:0 oder 3:2 gewinnst, interessiert nach dem Spiel dann auch keinen mehr…

Bei der anschließenden Siegerehrung wurden dann noch Emotionen respektiert und das sowohl auf den Tribünen wie auch ganz offiziell auf dem Baugelände des neuen Stadions. Eine Metzgerei – wahrscheinlich der Hauptsponsor von Pullitzerpreisgewinner JBK – organisierte ganz legal ein feines Feuerwerk und weil der Elfmeterpunkt nach dem Spiel auch noch da war, verzichtet das öffentlich-rechtliche Fernsehen, trotz dieser Bilder, „die wir Ihnen gerne erspart hätten“, auf sauber recherchierte Themenabende. Schade eigentlich.

Für uns ging es dann von der Tribüne direkt zum Bierstand, wo wir so lange verweilten, bis uns der Ordnungsdienst dann doch des Stadions verwies. Für die meisten von uns ging es dann per Bus zum unterirdischen Lieblingskopfbahnhof und von da in Eulerullichkingpondobett. Gutes Ding!

Als kleiner Appetitanreger so kurz vor Mittag noch der hinweis in eigener Sache, dass wir tatsächlich trotz Sommerpause noch nicht dem kollektivem Schwarz-rot-geil-Wahnsinn verfallen sind und noch immer die Sportplätze der Republik besuchen. Daher erwarten Euch hoffentlich an dieser Stelle noch einige Berichte rund um den Aufstiegskampf in die neue Regionalliga – wenn das nicht prima ist…

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