Nürnberg-Luzern

Da der einzige coole Blog der Dortmunder Szene auch 2012 trotz Dosenpfand weiterbloggen wird, lassen wir den schlausten Menschen der Welt mal wieder zu Wort kommen:

Nachdem der letzte Bericht recht lange bis zu seiner Publikation gebraucht hat soll es beim Bericht zum vergangenen Wochenende umso schneller gehen. Nachdem in Deutschland überraschend der Winter mit eingehender Grippewelle (Noch schlimmer als gegen Hamburg) eingebrochen war stand genauso plötzlich das jährlich Spiel beim Club aus Nürnberg an. Wegen des Spieltermins am Freitagabend war das Fahrerfeld auf Bus, Bahn und Auto recht aufgesplittert. Der Ex-Arbeitslosen-Bich, der Arbeitsbich sowie der Steuerberater der Familie wählten die Zug-Variante; der Bierguetta, der Rennfahrer sowie der Chef-Paragraphenabfrager entschieden sich für eine Anreise per Bus und schlussendlich fuhren der klügste Mensch sowie die kleinste Blase der Welt mit dem Automobil. Und weil man ja schon „in der Gegend“ war bot sich mit dem Exführer Nr. 2 nebst Gattin noch ein Abstecher nach Luzern an. Der Rest wählte das Verkehrsmittel aus Peterchens Mondfahrt oder sonstige Alkoholiker-Fahrzeuge. Folglich machten sich alle mehr oder weniger am Freitag auf den Weg in den von der Presse kolportierten Kühlschrank der Republik.

Es war in der Tat recht kalt, hielt uns aber nicht davon ab noch einen kleinen Abstecher in Adolf seine Turnschuhbude zu machen und dort nichts zu kaufen dafür aber dreimal die Toilette aufzusuchen. Aufgrund des unerwartet hohen Verkehrs erreichten wir trotz eines Park-Tricks den Gästeblock erst zur 20. Minute sodass wir zum einen die Drangphase des Clubs als auch die verletzungsbedingte Auswechslung von Manni Bender verpassten. Fragt sich welcher Grund jetzt ursächlich dafür war, dass der BVB fortan besser spielte. Wie auch schon beim Auswärtsspiel in Hamburg wurde nach Schlusspfiff wieder der „Verlierer des Spieltags“ gekürt. „Gewinner“ dieses Mal der Sebi, der es tatsächlich schaffte seine Eltern zum Flughafen zu bringen, deren Wohnungsschlüssel jedoch bei sich zu behalten, sodass die Eltern am folgenden Tag wohl vor verschlossener Tür gestanden hätten. Weil Sebi Angst um seine weltgrößte Kuttenschalsammlung hatte und auch sonst niemandem zutraute die komplizierte Türsicherung zu entschärfen musste er wohl oder übel in den ganz sauren Apfel beißen und wieder heim fahren.

Während sich also der überwiegende Großteil auf die 450 km Richtung Dortmund machte wählte unsere Reisegruppe die 450 km in entgegen gesetzter Richtung. Bereits in Nürnberg recht durchgefroren fiel im Verlauf der Fahrt zusehends das Thermometer weiter. Der Minimalwert wurde bei -21°C festgehalten! Zeitgleich mit dem Heimfahrern waren wir Luzern wo wir auch ziemlich schnell dem heiligen St. Pennematz begrüßten. Da der Anpfiff im neuen Luzerner Stadion erst um 17:45 Uhr steigen sollte entschieden wir uns tagsüber noch dick eingepackt durch das winterliche Luzern zu spazieren und ein paar Romantikerfotos für die Fanbetreuung zu schießen und vielleicht doch noch über das Nazigold im Vierwaldstättersee zu stolpern. Zwischendurch mussten wir immer mal wieder Päuschen zum Aufwärmen einlegen wobei ich als Kaffeehasser vor dem Herrn damit konfrontiert wurde, dass es in ganz Luzern nirgendwo Cappuccino gibt. Gegen Nachmittag verschlug es uns in die Zone. Dort sollten wir uns auch kulinarisch-kuttig stärken. Da es gegen den FC Zürich gehen sollte wurde natürlich Zürcher Geschnetzeltes gereicht! Da wir draußen aßen war das Essen bei der ersten Gabel derart heiß dass man den Teller nicht in der Hand halten konnte. Die letzte Gabel war kalt – und der Teller auf dem Tisch festgefroren. So viel zum Winter: Spekka, du wärst eledig erfroren!

Da wir den letzten Shuttlebus zum Stadion verpassten (da wir noch die Bundesligakonferenz genießen mussten), durften wir zum Stadion laufen, was bei den Temperaturen aber eher vorteilhafter war als dann im Stadion rumzustehen. Beim Einlass war ich dann auch tatsächlich der einzige, der den Leibesvisitationenmann bergüßen durfte. Im Stadion gesellten sich dann zur bitteren Kälte und den deutlich gelogenen 12.000 Zuschauern ein wirklich grottiger Kick. Aber es kann halt nicht immer ein Testspiel in Apeldorn sein! Geleitet wurde das ganze von einem Schiri bei dem es uns von Schiedrichtern geplagten Deutschen richtig warm ums Herz wurde. Der war nämlich noch schlechter! Nicht nur im übertragenen Sinne warm ums Herz wurde es den Zuschauern ein paar Reihen hinter uns. Die zündeten aufgrund der Eiseskälte einfach ein paar Hände voll Müll an um sich zu wärmen. Hierzu sei noch angemerkt, dass in der Heimat von Heidi, Yeti und Wintersport quasi im Erfindungsort von Schnee der Schweizer an sich, überraschend viel über eben jenen Temperaturen jammert. Fast so viel wie der Sebi.

Nach dem Spiel gings dann wieder zurück in die Zone wo man sich teilweise doch an die alte Heimat erinnerte. Die gleiche Musik, Bundesliga auf der Leinwand, ein bisschen Ultraparanoia und jede Menge Alkohol. Diese Gemengelage inkl. mangelnder Gegner führte dann kurzzeitig auch dazu, dass man sich gegenseitig auf die Fresse schlug. Dies wiederum erinnerte dann an die letzte Fahrt zur Austria nach Salzburg.

Auf der Rückfahrt zu unseren Gastgebern erteilten wir dem ganzen Bus noch eine kleine Kurzanalyse des Schwizerdütsch und dozierten sehr sachlich über die korrekte Aussprache. Als hervorragende Vorlage eignet sich hier eine originär jamaikanische Fachliteratur. Kurz zusammenfassen lässt es sich damit, dass man absolut nichts falsch macht wenn man grundsätzlich die erste Silbe betont, bei jeder Gelegenheit einen stimmlosen velaren Frikativ einbaut und zusätzlich dann und wann klischeebehaftete Phantasiewörter einstreut. Führt dann leider aber auch dass man im Gespräch nach einem ersten halben Wort schon mit einem „Ahh, Dortmund“ entlarvt wird. Zuhause schloss sich dann der nächste Klassiker an. Gespannt auf die Bilder des Sportstudios warteten wir extra noch eine halbe Stunde bis zur Wiederholung auf 3Sat ab – um dann mit Beginn der Endung alle ins Reich der Träume zu entschlafen. Sehr hoffnungsvolle Träume übrigens! Das DFB-Pokal-Finale ist nah, da mein Traum prophezeit, dass wir nach einem Sieg gegen Kiel im Halbfinale in Homburg antreten müssen!

Insgesamt also eine sehr lustige und sehenswerte Tour auch wenn ein Großteil davon im Auto stattfand. Meine Befürchtung von vor ein paar Tagen als es darum ging sich an dieser spontanen Tour zu beteiligen wurde voll und ganz bestätigt: Man ärgert sich im Nachhinein wenn man nicht fährt! Dienstag geht es schon wieder zum nächsten Auswärtsspiel – mal sehen wer der nächste „Verlierer des Spieltags“ wird. Folglich gilt es nur Grüße und Dank an Mich und Conny in Luzern zu senden!

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