Schluß mit dem Kindergeburtstag!

Natürlich kommen wir mit dem Druck klar, der einzig ernstzunehmende BVB-Blog zu sein – schließlich hat sich eigentlich gar nichts geändert… Natürlich außer der Tatsache, dass der BVB anscheinend nicht mehr die beste Mannschaft der Weltgeschichte ist, sondern ein Team von ausgebrannten Stümpern ohne echte fußballerische Qualität – zumindest wenn man Presse und Internetforen glauben schenken mag.

Aber da die Presse sich schließlich genauso wie der Bundesschal gegen Borussia Dortmund verschworen hat und die ganzen Internethonks ja sowieso von Tuten und Blasen keine Ahnung haben („Sind die Buskosten nur für die Hinfahrt?“) , werdet Ihr an dieser Stelle erleuchtet. Lest also die einzig wahre Wahrheit:

Begonnen hat unsere kreative Schaffenspause nach dem Spiel in Leverkusen. Wir haben aber knallhart analysiert, aussortiert und uns mit Hilfe von Frank Arnesen komplett neu aufgestellt, uns mal kurz den Arsch abgelacht und schon kam die Hertha nach Dortmund und entführte tatsächlich drei Punkte aus der Festung Westfalenstadion. Ärgerlich aber nicht zu ändern, zumal der Sieg des Hauptstadtclubs auch nicht unverdient zu Stande gekommen ist. Das Drumherum wich dieses Mal aber doch deutlich von vom üblichen Heimspielprozedere ab und begann damit, dass der berühmte Biergerdi mich morgens zuhause abholte und samt Skibich, Vieraugenbich und Fettschwein Hubert in die Bierhauptstadt kutschierte, wo zuerst der administrative Teil des Tages gekonnt abgefrühstückt wurde, bevor es zügig zur Gyrosbude und dann ins Stadion ging.

Nach der atemberaubenden Niederlage stürzten wir uns dann auch nicht ins frivole Asselner Nachtleben sondern harrten in der roten Erde der Mitfahrgelegenheit, die da kommen sollte, um uns nach Kölle zu chauffieren, wo die Katze samt Zwilling zu ihrer Geburtstagsparty geladen hatte. Dort nervte der Skibich dann alle Anwesenden so lange mit dem gleichen Lied, bis Hubert, der Rächer der Gerechten und ich trotz des leckeren Bierersatzgetränks nur noch nach Hause wollten und die beschwerliche Odyssee im rheinischen ÖPNV auf uns nahmen. Erwähnenswert neben diversen Pennemätzen ist eigentlich nur die Auslastung der Straßenbahnen und Züge mitten in der Nacht – man will sich gar nicht vorstellen, wie dort der Berufsverkehr aussieht.

Einen (mäßigen) Tatort und zwei Abende später stand dann das „Highlight“ Heimspiel gegen Arsenal London auf dem Programm. Pünktlich um 20.45 waren auch alle wieder aus ihren Löchern hervorgekrochen und „lauschten den Klängen“ der gegnerischen Kurve Championsleague Hymne. Eingeleitet von einer gigantischen Choreographie von THE UNITY entwickelte sich die Stimmung im Stadion tatsächlich prächtig und die Mannschaft wurde selbst nach dem vermeidbaren Rückstand bedingungslos nach Vorne getrieben. Dementsprechend dürfen sich alle Tribünen ein stückweit den späten Ausgleich von Perisic zuschreiben – das war wirklich eine verdammt gute Leistung von Trainer, Team und Fans! Aber kein Lob ohne Kritik – schade, dass der Gegner erst Arsenal London heißen muss, damit endlich mal jeder bis in die Haarspitzen motiviert ist – mit so einer Tribünenleistung hätte es jeder Gegner im Westfalenstadion schwer und wenn wir hoch führen, könnt Ihr dann auch Eure tollen Feierlieder schmettern…

Müßig zu erwähnen, dass die paar anwesenden echten Engländer akustisch und fantechnisch rein gar nichts auf die Kette brachten und auch von den deutschen und asiatischen Arsenalfans, die „ihr“ Team wahrscheinlich nur von der Playstation kennen, wohl eher noch weiter gehemmt denn ermutigt wurden. Immerhin können die paar Unentwegten nun in England von der fantastischen Atmosphäre in Deutschland schwärmen, wo man sogar noch Bier vor dem Stadion trinken darf und sich sogar die „Workless Class“ gelegentlich ein Ticket leisten kann, ohne dafür den örtlichen Tabakshop niederbrennen zu müssen. Spread the word – allein der Glaube fehlt mir, dass in England – mittlerweile ja dem Mutterland des modernen Fußballs – das Rad zurückgedreht werden kann.

Apropos drehende Räder (mal wieder eine 1-A Überleitung) – am vergangenen Sonntag ging es dann für die bekannten Fettlinge samt Umfeld in die niedersächsische Landeshauptstadt, um auch im grauen Ligaalltag unsere Fahnen hochzuhalten. Leider spaltete sich unsere Reisegruppe aufgrund des ungünstigen Sonntagstermins und so fanden sich lediglich Hubert, LvJ, das Kackfass und Euer adipöser Lieblingsbich im bekannten Raucherbereich ein, während der Vieraugenjunge und der verrauchte Bankkaufmann im Metrokraftfahrzeug anreisten. Zu Feier des Geburtstages (zu dessen Ehren am Vorabend eine unspektakuläre, kleine Party stattfand) einer der Anwesenden entschieden wir uns, in dem im unterirdischen Kopfbahnhof integrierten Arbeitnehmerparadies ein keckiges Frühstück zusammenzustellen und so verging die Hinfahrt doch wie im Fluge. Wie immer machten wir den Fehler in Minden in die viel zu kleine S-Bahn zusteigen, was dazu führte, dass wir (ebenfalls wie immer) wieder ausstiegen und dann doch mit RE fuhren. Dort schütteten mir Heiner und sein Hund Russel ein halbe Flasche Bier über die Hose, wofür ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken will.

In Hannover angekommen, nahmen wir den beschwerlichen Fußmarsch vom HBF zum Stadion auf uns, wobei wir uns ungefähr auf halbem Wege eine Erfrischung gönnen wollten. Leider verwehrte uns die Staatsmacht (glücklicherweise ohne gefährliche Namensschilder) den Weg zum Kiosk, verzögerte aber dabei unser Fortkommen derartig, dass wir den Mob schon aus den Augen verloren hatten. Dementsprechend entspannt ging es dann mit persönlicher Polizeibegleitung bestehend aus drei Beamten weiter und am nächstem Kiosk durften wir uns dann sowohl verpflegen als auch die Kronkorken teilweise im BFE-Helm entsorgen. Nachdem wir auch noch einen Zwischenstopp bei der örtlichen Dönermafia einlegen mussten, da der Kaddinal vor lauter Vorfreude auf die Papstrede im Bundestag für lediglich 4 Euro urinieren musste, wurde es unseren Beschützern dann aber wohl doch zu bunt es wurde entschieden, dass wir dann nun doch ohne weitere Begleitung auskommen mussten. So entschieden wir natürlich prompt, noch eine der zahlreichen Hannoverhoolkneipen niederzubrennen, eine gute Idee, da dem oben erwähnten Kaddinal wohl auch recht kalt war.

Irgendwann erreichten dank der Ortskenntnisse des zweitbesten Fahrers der Szene dann auch den Gästeblock des Niedersachenstadions, der heute zwar auch wieder gut gefüllt war – trotzdem waren nicht so viele Dortmunder wie in den Vorjahren zu Gast. Auch die Stimmung sollte leider wieder nicht richtig auf das weite Rund überschwappen und das trotz durchgehendem Kuttenliedgut. Was möglich gewesen wäre, konnte man dann kurzzeitig nach dem 0:1 hören – leider ist die Erwartungshaltung dann wohl entweder zu groß oder der Gegner ist es nicht wert, dass man seine Stimme erhebt…

Zu allem Überfluss wurde dann das Spiel auch in den Schlussminuten noch gekonnt vergeigt und so stehen wir zum zweiten Mal in Folge mit leeren Händen da. Machse nix, machse da – außer zusehen, schleunigst wieder zurück ins Ruhrgebiet zukommen. Bereits vor dem Spiel hatten wir zu diesem Zweck den Sonderzug auserkoren, der tatsächlich überpünktlich Hannover verließ und sogar tatsächlich pannenfrei bis Nordbögge fuhr. Dort ging dann natürlich die Lok in Flammen auf und bescherte und einen längeren Aufenthalt in dieser malerischen Metropole. Nach „etlichen Minuten“ ging es dann aber doch weiter und so kam man beinah zeitgleich mit Zug aus Gelsenkirchen in Dortmund an, was dann dazu führte, dass sich zumindest niemand am HBF langweilen musste…

Eine Klettereinlage und einem meisterlichen Sprint später erreichte ich dann aber doch pünktlich zur Wiederholung des Tatorts auf Eins Festival mein Sofa, wo ich – vorsichtig formuliert – zu der Erkenntnis kam, dass ich mir meine sportlichen Höchstleistungen auch hätte sparen können.

4 Gedanken zu “Schluß mit dem Kindergeburtstag!

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