Hahahaha SV

Sicherlich hat unsere werte Leserschaft in der letzten Zeit die humorvollen und augenzwickernden Berichte des adipösen Familienfettlings vermisst – wobei Euch wahrscheinlich die Beobachtungen des schlausten Menschen der Welt die Zeit würdig vertrieben haben. Im Gegensatz zur Konkurrenz gönnen wir uns aber den Luxus einer ausführlichen Berichterstattung des abgelaufenen Wochenendes – davon lassen wir uns auch von der Jobsuche (Danke an einen Nichtmathematiker für den Hinweis) nicht abhalten.

Ganz zum Leidwesen aller australischen Austauschschüler stand auch das vergangene Wochenende wie eigentlich immer im Zeichen des König Fußballs (obwohl auch ein anderer König eine gewisse Rolle spielen sollte). Unser ausgeklügelter Plan sah vor, dass wir zunächst am Freitag das aus Funk und Fernsehen bekannte Glied-Double von Rocco Siffredi durch das beschauliche Duisburg Rheinhausen führen und nach Gruppenfoto vor dem imposanten Tunnel des Todes gemeinsam an der Hafenstraße noch den R(i)ot-Weissen zujubeln. Am Samstag sollte es dann in Hansestadt Hamburg gehen, wo zunächst die Kein Zwanni Kundegebung und anschließend das Bundesligaspiel beim HSV besucht werden sollte.

Voller Vorfreude trafen sich also fünf tapfere Säckel im Regionalexpress gen München-Kackbach und gondelten friedlich ins mediterrane (also klimatechnisch) Rheinhausen, wo sich die Suche nach einer offenen Spelunke doch trotz der vollmundigen Ankündigungen der WAZ Mediengruppe als äußerst schwierig entpuppte. So mussten wir zunächst mit einer Frittenbude im Bahnhofsumfeld Vorlieb nehmen, deren Besitzerin sich als äußerst „schnurzelesk“ (sprich geizig) entpuppte und wir tatsächlich 8 Cent für den Flaschenpfand nachzahlen mussten, um unseren Ehrengast auszulösen. Leider fanden wir trotz modernster Hilfsmittel kein bichwürdiges Etablissement und waren eigentlich schon auf der Heimfahrt – immerhin um die Erkenntnis reicher, dass man an einem sonnigen Freitagmittag mit einer Flasche Rheinhauser Billigbier (60 Cent) in Duisburg nicht weiter auffällt – als wir doch tatsächlich noch Wirtshaus entdeckten und einige Runden knobelten. Hierbei verdiente sich insbesondere unser Tischtennisbich Horst Kevin seine Sporen und lud zum gemeinsamen Umtrunk. Danke!

Aufgrund der vorgerückten Stunde mussten wir leider auf das Gruppenfoto am Todestunnel verzichten, konnten dafür aber noch mit unserer Internationalität glänzen und sackten kurzentschlossen noch unseren Lieblingskoreaner am Duisburger HBF, mit welchem wir ruchzuck zurück in die Kulturhauptstadt fuhren. Dort sammelten wir uns in der aus früheren Kegelabenteuern bekannten Sternquelle, wo sich auch Sextanerblase Spekka, der Vieraugenbich und der tapfere Rächer der Gerechten die Ehre gaben. Der Skibich weilte derweil auf der – Achtung Wortspiel – Pis(pers)te. Selber schuld, ernsthafte Kultur vorzuziehen…

Die Hafenstraße erreichte wir wie üblich mit dem Pendelbus und dank unserer im Vorfeld erworbenen Karten konnten wir alle zum Schnäppchenpreis das Georg Melches Stadion betreten. Das Kick erfüllte unsere Erwartungen voll und ganz und so sahen wir ein rassiges Fußballspiel den Bierstand relativ häufig. Das Kuriosum des Tages lieferte dann die Germania aus Windeck ab, deren Spieler zwar einen Freistoß wunderschön direkt verwandelte, aber nicht beachtete, dass dieser hätte indirekt ausgeführt werden müssen. Ein echter Lacher und ein sicher nicht alltäglichliches Missverständnis. Schlussendlich trennten sich die beiden mit großem Abstand enteilten Spitzenteams der NRW Liga dann schiedlich friedlich Unentschieden 1:1, was die über zehntausend Zuschauer aber nicht sonderlich zu stören schien, zumal der Aufstieg ja nun nur verschoben ist. Wie nicht anders zu erwarten ließen wir den Abend dann noch im Rullich ausklingen, wo wir uns dann zur Geisterstunde verabschiedeten, um uns eben für den folgenden Tag frisch zu machen.

Zuhause sprang ich eben unter die Dusche und brachte mit zwei Tassen Kaffee den Vitaminhaushalt wieder in Schwung, bevor ich den Vieraugenjungen abholte und gemeinsam mit diesem und Hubert die Zeit bis zur Abfahrt bei alkoholfreiem Stauder und Cola Light (unfassbar, wie schnell man älter wird) verwürfelte. Am HBF beobachten wir dann den Vieraugenjungen beim einem äußerst kompetenten Pennematz, bevor wir der weltfähigsten Schaffnerin begegneten. Diese akzeptierte zunächst einmal die Eintrittskarte beim HSV als gültigen Fahrausweis und sprach mir außerdem noch das Recht zu, in der ersten Klasse zu reisen. Leider bestand sie aber auch darauf, einer chinesischen Mitreisenden fünf Euro aus der Tasche zu ziehen, da diese ihr Semesterticket noch nicht entwertet hatte – selbst unseren äußerst eloquenten Versuchen konnte die junge Dame leider Stand halten.

Am Dortmunder ZOB ging es dann doch sehr schnell in den Bus, wo ich den Strapazen dann erstmal bis Hannover Tribut zollen musste und mir einen saftigen Pennematz reintrümmerte. Derweil sammelte der Vieraugenjunge das Busgeld ein und belohnte diese Heldentat mit einigen wohlverdienten Chipsletten. Super!

Nach einer der gesittensten Busfahrten der Geschichte entließ uns unser Fahrer mitten im Zentrum, so dass wir lediglich einmal die Straße überqueren mussten um zur Kundgebung des „Kein Zwanni“ Bündnisses zu gelangen. Dort erklärten sich der schlauste Mensch der Welt, der Sohn stolzer Grillhausbesitzer und Euer Lieblingsfettling dazu bereit als Ordner zu fungieren und die Masse im Zaum zu halten. Dies gelang uns äußerst eindrucksvoll und so stand einer kurzweiligen und teilweise auch recht lauten Kundgebung (Aufruf an die ostdeutsche Kreativabteilung: ein neues Lied wäre vielleicht nicht schlecht!) nichts mehr im Wege. Leider konnten sich nur recht wenige Hansestädter aufraffen, die Beteiligung auf Dortmunder Seite war aber zufriedenstellend. Nach der Kundgebung wollten wir eigentlich geschlossen zum Stadion marschieren, aber Hubert hatte es doch tatsächlich geschafft sein Portemonnaie samt Eintrittskarte im Bus zu vergessen. Also den den entspannten Busfahrer Wolle Penk – am Ende knallt’s – kontaktiert und schnell das Motto der Demo konterkariert und 30 weitere Euro Taxikosten für die Eintrittskarte investiert. Immerhin fuhr der Taxifahrer den die Umwegler bis vor das Volksparkstadion, welches wir Bahnfahrer erst mit einiger Verzögerung erreichten.

Schon vor dem Spielbeginn wiesen dann auch noch einmal beide Fankurven noch einmal lautstark auf ihre Anliegen faire Ticketpreise für alle Fans durchzusetzen hin. Schön zu sehen, dass sich die Ultraszene langsam mal aufrafft und fernab von sinnloser Poserei sich gemainsam den wichtigen Themen widmet. Auch optisch sorgten beide Kurven für ordentliche Akzente, hierbei sei insbesondere auf das Klorollenintro von Poptown und die Choreographien der C.F.H.H. und der Dudes verwiesen – Fotos wie immer bei den einschlägigen Portalen. Auf dem Rasen zunächst wenig Neues – Borussia wie eigentlich in gesamten Saison äußerst engagiert und druckvoll aber zunächst ohne echte Torchance, Hamburg in Lauerstellung abwartend. Leider pfiff der Schiri ein regelkonformes Tor des Weltnixjägers wegen vermeintlichen Abseits ab, legte aber auf der Gegenseite andere Maßstäbe und zeigte nach einem Foul von PenneMatz Hummels an Sveeeen Petric trotz Abseitsposition (und Eingriff in Spielgeschehen!!!) auf den Elfmeterpunkt, weswegen es leider mit 0:1 in die Pause ging.

Nach dem Wechsel dann ein Spiel auf ein Tor, die Rothosen hatten dem Sturmlauf unserer Borussia eigentlich nichts mehr entgegenzusetzen, hielten sich aber tapfer, so dass sich der späte Ausgleich vom polnischen Figo wie ein Sieg anfühlte. Klar haben wir einige Punkte in den letzten Spielen liegen gelassen, aber am Ende reicht ja im Notfall auch ein popeliges geschossenes Tor mehr als die Werkskrieger. Den Vorsprung können wir sowieso nicht mit in die neue Spilzeit nehmen, also Mund abputzen und weitermachen!

Wir sammelten uns nach dem Spiel im Block und nahmen draußen dann die tapferen Boykottierer in Empfang, die sich auch ob unseres Höhenflugs die Preise in Hamburg nicht geben wollten! Dort trafen wir auch auf den etwas angeschlagenen und bereits eingangs erwähnten König der Hackfressen, der unseren Grillabend doch merklich aufheiterte. Ein Gruß geht an dieser Stelle auch noch an die beiden Dänen, deren zügelloser Alkoholkonsum uns allen ein Vorbild war!

Gegen 3:00 morgens fand dieses ereignisreiche Wochenende dann seinen versöhnlichem Abschluss im heimischen Pennematzland, welches bereits am aller Hergottsfrühe wieder verlassen werden musste, um den tapferen Snör Bertram nach durchzechter Nacht in Kölle abzuholen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s