Ausgerechnet gegen die…

Ausgerechnet gegen das Milliardärsspielzeug des allseits beliebten Laureus Preisträgers Dietmar, dessen Großzügigkeit und Gelassenheit alles je dagewesene (ja geradezu panisch) überstrahlt und keinesfalls in der Gier nach Anerkennung oder gar Liebe begründet liegt, ausgerechnet gegen dessen sympathische Plastiktruppe bleiben wir diese Saison (evtl. als einzige Bundesligamannschaft) sieglos. Das ist natürlich schon bitter, wird aber beim Blick auf die Tabelle erträglicher. An den Anblick unserer ruhmreichen Borussia auf dem Platz an der Sonne haben wir ja uns ja schon gewöhnt – mittlerweile können wir aber auch den anderen Retortenverein auf einem Abstiegsplatz bewundern. Ein Spieltag, an dem eine Wolfsburger Niederlage das mit Abstand positivste Ereignis ist, kann man eigentlich getrost in die Tonne kloppen. Doch da der Bericht zum Kölnspiel und zu den Amateuren in Trier schon recht „kurz“ war und ich den Eindruck zur Stimmung im schwatzgelb.de Bericht (dessen Autor im übrigen direkt vor mir stand) nicht zu hundert Prozent teile, gibt es für unsere treuen Lesern noch ein bisschen was auf die Augen:

Seit einer gefühlten Ewigkeit hatten sich mal wieder drei Eurer Lieblingsvierlinge gemeinsam auf den Weg zu einem Auswärtsspiel gemacht. Dank der keckigen Organisation der beiden Busmenschen machten es sich der Skibich, der Vieraugenjunge und Fettschwein Herwig samt Umfeld alle zusammen im vorderen Teil des Busses bequem. Geburtstagskind Helmut hatte bereits im Vorfeld der Fahrt angekündigt, sich nicht lumpen zu lassen und hatte seine Grillhauseltern gezwungen, zur Feier des Tages für die hungrige Meute Frikadellen zur Fütterung zu braten. Da diese leider völlig versalzen (oder im Falle eines dunkeldeutschen Mitreisenden deutlich zu scharf) waren, mussten wir auch auf das ebenfalls vom Geburtstagskind zur Verfügung gestellte Essener Heilwasser St. Auder zurückgreifen. Dementsprechend kurzweilig gestalte sich die Hinfahrt bis zu unserer pünktlichen Ankunft am liebevoll entlang der Autobahn platzierten Sinsheimer Zweckbau. Beinah wie in den alten englischen Stadien kann man hier die 112-jährige Tradition fast atmen, wenn man das mitten im Wohngebiet gelegene Stadion betrachet. Ein Traum!

Auch an den Eingängen der Spielstätte regiert die hoppsche Gelassenheit und so wurden lediglich völlig zurecht leicht brennbare DinA4 Zettel sowie das eine oder andere ebenfalls leicht entzündbare Spruchband konfisziert – ein Hoch auf die Innovationsmetropolregion Rhein Neckar, in der Eintrittskarten aus nicht brennbarem Material hergestellt werden (vielleicht die Lösung für die AKWs in der Nähe?). Außerdem wurden sicherheitshalber noch einige Pyrotechnik Shirts von den Ordnern einbehalten und ein paar Frauen dazu gezwungen, mal ihre Unterwäsche vor allen Umstehenden zu präsentieren – selbstverständlich zu ihrer eigenen Sicherheit! Und wer nicht kooperieren möchte, der kann ja draußen bleiben und 5 Stunden auf dem Parkplatz rumgammeln in den zahlreichen umliegenden Kneipen das Spiel verfolgen. Zynismus ist wirklich die einzige Art auf das „Projekt Hoffenheim“ zu reagieren ohne ausfallend zu werden. Sind normalerweise schon die Ordner in jedem Bundesligastadion nicht aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten eingestellt worden, scheint man bei Onkel Diddi noch extra wert auf hirntote, willige Befehlsvollstrecker zu legen („Ich muss das machen“, „Befehl von oben“, „Ich kann nichts anders machen“). Wäre es nicht so abwegig, würde ich an dieser Stelle mal fordern, dass unser Verein in Super Hoffe mal gegen die Behandlung der mitgereisten Fans protestieren könnte, aber ich gehe davon aus, dass man sich, sollte es überhaupt eine Reaktion geben, lieber bei Dietmar entschuldigt, weil die Fans so böse, böse Zettel mitführten…

Irgendwie schafften es aber dann doch die meisten Fans, Zettel und sogar ein Spruchband der Jubos in den Block, wo sich leider alles etwas verteilte. Trotzdem war die Stimmung – wie oben schon erwähnt – gar nicht so schlecht. Ein Eindruck, den auch die anderen Blogger (zumindest, die die ich lese – DTS98, BVBoisseree) scheinbar teilen. Klar gab es noch Luft nach oben (gibt es aber immer – es sei denn man spielt in Aserbaidschan) aber im Wesentlich war die Stimmung ganz ok. Auch die Dauergesänge gefielen mir zumindest ganz gut, wobei ich nachvollziehen kann, dass das nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Das Spiel fand ich auch nicht so furchtbar wie viele andere um mich herum – zumal man ja erst nach 20 Minuten überhaupt dank dem Einsatz unseres pazifistischen Weltfrauentagsgeburtstagskindes überhaupt etwas sehen konnte.

Natürlich ist es ärgerlich ausgerechnet gegen diese garstige Ausgeburt des modernen Fußballs zu verlieren, aber irgendwann reißt eben jede Serie. Hoffen wir, dass die Mannschaft sich nicht unterkriegen lässt oder gar anfängt nachzudenken, was wäre wenn und überhaupt. Zum peinlichen Stadionsprecher und zur Feierei nach Abpfiff verkneife ich mir jeden Kommentar, da ich ich mir einfach die Worte fehlen, diese unfassbare Peinlichkeit zu beschreiben.

Mit entsprechend dickem Hals ging es also zurück zu den Bussen, wo wir noch bestaunten, wie lange es dauern kann, einen Parkplatz zu verlassen. Aber gut, das ist eben der Nachteil, wenn man direkt in einem Wohngebiet ein Stadion hat. Einige Pennemätze und eine DVD später erreichten wir dann wieder die Bierhauptstadt, wo sich die Wege trennten. Gerüchteweise sollen in einer gewissen Essener Szenekneipe noch einige Fangetränke durch durstige Kehlen geflossen sein, von denen eine ganze Runde angeblich auf dem Deckel eines Snör Bertrams notiert wurde. Aber das kann ja eigentlich nicht stimmen.

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