Von der Seine an die Leine – Teil I

Mann, Mann, Mann, der gemeine Bich kommt ja zur Zeit vor lauter positivem Freizeitstress kaum mehr dazu, den weltbesten Blog zu aktualisieren. Man könnte fast meinen, dass sich Eure Lieblingsvierlinge kollektiv dem Lehramt in der Sekundarstufe I an deutschen Realschulen verschrieben hätten. Glücklicherweise ist dem nicht so, schließlich sind die beiden adipösen Bichs zumindest dem Weltbild eines bulligen Kaufmanns aus Oberhausen nach als Bettler und Gammler vor den Edelhotels dieser Welt tätig.

Wie dem auch sei – leider müssen wir nun dem schlechten Vorbild der Konkurrenz folgend mehre Spielberichte in einem Blogpost zusammenfassen. Machse nix, machse da.
Nachdem der Parisbericht auf bescheidene 1015 Wörter angewachsen ist, werde die Nerven der Leser lieber schonen und morgen was zur Hannoi – Tour nachreichen. Bis dahin Bichblog lesen, gedENKEn und Castor schottern 😉

Bereits am vergangenen Donnerstag gastierte der ruhmreiche BVB in der französischen Hauptstadt, was selbst für den Vieraugenbich Grund genug war, mal ein europäisches Auswärtsspiel zu besuchen. Da die Bichvierlinge schon lange vor dem Spiel offensiv den Auftritt des achten Weltwunders bewarben, war es wohl kein Wunder, dass sich an die Zehntausend Borussen im Pariser Prinzenpark einfanden, um Kai-Uwe, Herrn Wich und den Klopp’schen Zauberjungen zuzujubeln. Während der Kai-Uwe standesgemäß in der Fettlimousine des rauchigen Bankkaufmanns reiste, gönnte sich ich mir meinerseits die Luxustour im TU-Bus. Leider hatte der Busfahrgott Autobahnkreuz-Narek die Abfahrtszeit auf unrühmliche 4.00 Uhr donnerstags morgens gelegt, so dass man selbst vom umgebauten Bahnhof der Superlative Essen21 nicht rechtzeitig die Bierhauptstadt erreichen konnte. Da sich Herwig, das Kackfass, der schlaueste Mensch der Welt und Baumeister Hubert sich aber nur optisch von Wieseln (durchtriebene Viecher) unterscheiden und Bichbüche Inga auch noch über den Schlüssel zu einer Dortmunder Szenelokalität verfügte, fiel die Entscheidung nicht schwer, die Zeit zwischen der Ankunft des letzten Zuges und der Abfahrt des Bussen gekonnt bei Bier und Würfelbecher zu verbringen. Da glücklicherweise Hubert und Inga im Partnerlook ihre Spendierhosen spazieren trugen, konnte ich mir kostenneutral die richtige Bierschwere für die anstehende neunstündige Busfahrt ergaunern.

Am ZOB lief alles nach Plan und auf die Sekunde pünktlich setzte sich unser Gefährt unter kompetenter Leitung von Busfahrer Wolfang „Wolle“ Penk (mit K am Ende knallts) in Bewegung. Wie üblich wurde die Fahrt recht unspektakulär verschlafen, allerdings verwunderte ich die erfahrenen Festivalgänger aus dem BHH-Umfeld doch sehr, als ich mir bei der morgendlichen Rast die Zähne putzte (ggf. wird hier mal das Foto von Herrn Tobson nachgereicht). Körperhygiene scheint wohl eine Unsitte unter Weinkennern zu sein, weshalb ich bereits jetzt alle Franzosen und Flaschensammler in deutschen Nahverkehrszügen undifferenziert in diese Kategorie einordnen will.

Irgendwann gegen Mittag erreichten wir auch endlich die Champs Elysee, wo wir dank der einwandfreien Verkehrsführung und des tadellosen Verhaltens aller Fahrzeugführer völlig problemlos die letzten paar Meter bis zum Eifelturm abspulten. Dort hatte sich bereits eine beeindruckende schwarzgelbe Menschenmenge gebildet, sicherlich hat Paris seit 60 Jahren nicht mehr so viele singende Deutsche auf einem Fleck gesehen. Die Ultras sammelten sich etwas abseits des bunten Treibens und verzehrten ihr mitgebrachtes Dosenbier und auch der älteste Mensch der Welt, der seinen zweiten Frühling in einem romantischen Liebesurlaub erlebte, gab sich die Ehre.

Schnell fassten wir den Plan in unserem jugendlichen Leichtsinn die Ultras Fans sein zu lassen und lieber noch etwas auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Also gekonnt eine Zehnerkarte für die Metro erworben, eine Investition, die sich sicherlich als überflüssig herausgestellt hätte, wäre man so sportlich wie die Pariser Jugendlichen die äußerst akrobatisch die Sperren überwanden und ab ins Vergnügen. Da wir niemanden langweilen wollen, überspringen wir einfach mal die Sightseeing Tour und machen mit dem interessanten Teil weiter – wir aßen und kauften Bier und äußerst vorzüglichen Essig (eigentlich Weißwein, aber ungenießbar) im örtlichen Supermarkt, bevor wir zurück zum Eifelturm fuhren. Dort hatte sich ein beeindruckender Mob in Bewegung gesetzt, rund 3000 Borussen marschierten gemeinsam singend vom Eiffelturm zur Metrostation und hinterließen eine wahre Müllhalde rund um das französische Wahrzeichen – gut so ;-).

Entsprechend der riesigen Massen an der Metrostation entschieden wir erneut uns etwas abzusetzen und gelangten über Umwege in leeren Zügen zum Stadion, wo wir die noch die Gesetzestreue der französischen Einzelhändler überprüften. Eigentlich durfte rund um das Stadion kein Alkohol verkauft werden, aber schon der zweite Händler erlag unserem Charm und auch der Polizeipanzer (!) vor der Tür hinderte ihn nicht daran, uns holländisches Bier in Dosen zu verkaufen – selbstverständlich mit dem Hinweis, es bitte unter der Jacke zu verstecken. Nach diesem ersten Erfolg schmuggelten wir unsere Bierdosen auch noch gekonnt durch die Polizeikontrolle vor dem Stadion und versuchten den Gästeeingang zu finden. Nach einigen Strapazen war dieses Unterfangen auch von Erfolg gekrönt, leider hatte aber die den ganzen Tag äußerst verhalten und besonne agierende Staatsmacht nun das Bedürfnis sich noch etwas auf Kosten der Fans zu profilieren. So wurde zuerst das übliche Drängeln an den Eingangstoren mit etwas Tränengas entschärft und daraufhin mal eben entgegen aller Absprachen die Zaunfahnen verboten. Nur dem Einsatz von Fanbetreuung und Fanprojekt ist es zu verdanken, dass im Endeffekt alle Fahnen sicher während des Spiel verstaut wurden. Ein Dankeschön an dieser Stelle allen beteiligten – all colours are beautiful!

Endlich im Stadion überraschte mich noch der Platzanweiser des Ordnungsdienstes, der mir mitteilte, dass mein Block leider voll sei und ich in den Oberrang ausquatiert werden solle. Nach kurzer Begehung ebendiesen musste ich leider aufgrund akuter (Kutten-)Terrorgefahr passen (alle Fans sind gleich ;-)) und mich erneut in ein Wiesel verwandeln und einfach selber in den Block schleusen. Leider ging die Rechnung der Pariser Verantwortlichen voll auf, befürchteten diese doch zurecht, dass die Borussen den Prinzenpark in einen Hexenkessel verwandeln könnten und verboten promt Megafon und Trommeln, so dass eine Koordination der Gesänge faktisch unmöglich wurde. Außerdem wurden noch schnell Karten für zwölf (eleven + 1) Euro an den eigenen Anhang verjubelt und die Stadionmusik auf unerträglich laut gestellt. Trotzdem wird allen Anwesenden allein die Masse an Gästefans, die Wechselgesänge und der klägliche Abschlussversuch von Robert Lewandowski für immer in Erinnerung bleiben…

Nach dem Spiel und der üblichen Blocksperre ging es für uns ereignislos Richtung Busparkplatz, wo auch der schlauste Bich Orientierungsschwierigkeiten einräumen muss, schließlich parkten dort 76(!!!) Fanbusse – auch nicht so schlecht. Über die ereignislose Rückfahrt können wir getrost den Mantel des Pennematzes hüllen und auch weiterhin von überquellenden Toiletten, auf denen RvJ noch nach den Rechten sieht, der Inflationsrate in Simbabwe (oder heißt es Sing-Babwe? ) verschütten Weißwein und peinlich sauberen Bussen träumen.

UEFA – Borussia!

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9 Gedanken zu “Von der Seine an die Leine – Teil I

  1. web schreibt:

    Zitat von Facebook
    Fanbeauftragte Borussia Dortmund: Waren nach letzter Zählung übrigens 107 Busse…

    Wahnsinn!

    SgG
    Web

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