Lieber Dietmar,

falls Du regelmäßig unseren Blog liest, müssen wir uns ehrlich bei Dir entschuldigen. Wir haben Dich zwar weder, des Berufs Deiner Mutter wegen beleidigt noch uns anderweitig missbilligend über dich oder Dein Projekt Hoffenheim geäußert. Leider sind wir aber unserer Informationspflicht nicht nachgekommen und haben dich noch nicht über unsere Abenteuer beim richtigen Fußball am vergangenen Wochenende informiert:

Am vergangenen Freitag feierte unser ältester Bruder seinen Geburtstag und lud alle seine Freunde ein, selbst diejenigen, die keine Multimiliadäre sind – bei den Bichs darf eben jeder mitmachen. Da leider am nächsten Tage noch diverese Spiele des BVB oder TTSC stattfanden, reduzierte der gemeine Bich den Konsum von Gerstensaftkaltschalen auf ein Minimum und trat noch deutlich vor Sonnenaufgang den Heimweg an. So verschliefen Herr Wich, der schlaueste Mensch der Welt und Huub kollektiv den ersten Zug des Tages und traten nun isoliert zum zweiten Mal in einem Monat den Weg in die zweitgrößte Metropole Niedersachsens. Dort wollte unsere Zweitvertretung heute den Osnabrückern zeigen, was die Profis falsch gemacht haben und wichtige Punkte im Kampf um den Klasssenerhalt erkämpfen. Ums kurz zu machen – diese Mission verlief recht erfolglos, der VfL war einfach zu abgeklärt und behielt folgerichtig souverän die Oberhand. Aufgrund unserer späten Ankunft kurz nach Spielbeginn konnten wir leider den monumentalen Ereignissen des Tages nicht beiwohnen und verpassten sowohl die „Mong-OS raus aus Liga 3“ Fahne so wie die offensichtlich äußerst eloquente Erklärung des Osnabrücker Kapitäns Reichenberger zu seiner Verstrickung in den aktuellen Wettskandal.

Nach dem Spiel ging es ohne besondere Vorkommnisse per vorab gebuchten Intercity zurück in die Bierhauptstadt, die normalen Fahrgäste staunten sicherlich nicht schlecht, ob des gewaltigen Zugfahrermobs, aber wer bezahlt bestimmt eben die Regeln..

In Dortmund angekommen kutschierte uns die von der kleinen Emma extra organisierte Sondereinsatzbahn zum Stadion, so dass wir keine Minute des großartigsten „Drei-Tage-Bart-Duells“ aller Zeiten versäumten. Der Kick war allerdings nicht sonderlich fesselnd, wobei ich aufgrund einer Riesenfahne direkt vor mir sowieso nur die wenigsten Szenen beurteilen kann. Das 0:0 geht im Nachhinein ganz in Ordnung, obwohl wir mehr vom Spiel hatten und Torjäger P. Enne-Mats Hummels auch diverse große Chancen vergab.

Nach dem Spiel ließen wir den Abend dann noch in unserer Kneipe und an der ehemaligen tankstelle am Hauptbahnhof in Essen ausklingen, bevor ich gut erschöpft auf dem heimischen Sofa den Strapazen des Wochenendes Tribut zollen musste. Der tapfere Snör Bertram weckte mich dann gnädigerweise irgendwann in der Nacht, so dass sich meine Rückenschmerzen noch in einem gerade erträglichen Rahmen bewegen. Aber was nimmt man nicht alles für seinen Lieblingsverein in Kauf, schließlich trägt Tradition jeden Trend, mein lieber Dietmar…

Übrigens, interessant, was die amerikanische Wikipedia so alles über Dich weiss, hoffentlich wissen diese asozialen Fans morgen nicht mehr.

Ein Gedanke zu “Lieber Dietmar,

  1. R.D. aus E. schreibt:

    Doch, ich muss gestehen: Sehr unterhaltsam zu lesen, eure Bloggerei. Auch wenn ich „bloggen“ vom literarischen Wert her bisher auf eine Stufe mit Kinderschänderei und dem Tagebuch von Dieter Bohlen stellte, muss ich doch sachen, es gefällt mir, was ihr schreibt. Weiter so!

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