Gelbe Wand schlägt graue Maus

Es ist noch gar nicht so lange her, da dachte ich, ich sei tatsächlich Zeuge der weltlächerlichsten Fanaktion werden. Von Hass beflügelt druckte die Bochumer Ultraszene tatsächlich T-Shirts mit der kreativen, einzigartigen und überhaupt nicht ausgelutschten Phrase „Anti DO“ und verkaufte diese zu horrenden Preisen innerhalb der örtlichen Dorfszene.

Damit konnte der geneigte Kostümultra aus der Knorpelstadt gegen die öden Bonzen vom charakterlosen BVB demonstrieren und weiterhin um die begehrte Derbyaufmerksamkeit betteln. Anscheinend reichte dies dem unterprivilegierten  Stiefkind immer noch nicht und so beschlossen die Bochumer tatsächlich sich selbst zu unterbieten und zeigten zu Beginn der Partie am gestrigen Sonntag diesen hochnotpeinlichen Slogan tatsächlich auf einer Blockfahne in Trikotform. Selbstverständlich durfte auch die obligatorische Pyroeinlage nicht fehlen, so dass der grauen Maus in den Folgejahren wohl nur ein grauer Maus Schal als optische Verschönerung im Westfalenstadion erlaubt sein wird. Vermutlich haben sich die sogenannten Fans aber schon mit dem Abstieg abgefunden, so dass sie keinerlei Repressalien oder Verbote in der verhassten Nachbarstadt fürchten.

Wenn man das gestrige Spiel als Maßstab nimmt, setzt die Mannschaft auch alles daran, ihren Fans diesen langgehegten Wunsch zu erfüllen, und so hatten die tapferen Recken des ruhmreichen Ballspielverein nur wenig Mühe, die „Unabsteigbaren“ zurück in ihr Mauseloch zu schicken. Der Weltnixjäger netzte bereits nach 20 Minuten zum hochverdienten 1:0 ein –  ein weiteres Tor mit dem Prädikat „besonders“ wertvoll ausgezeichnet wird. Freut mich, dass unser Neueinkauf endlich Fahrt kommt – hoffentlich geht es so weiter. Auch das zweite Tor war durchaus sehenswert, eine schöne Freistoßvariante versetzte die Südtribüne in Ekstase, die in der Folge zu nicht geahnten akustischen Höchstleistungen in der Lage war. So zeigte man den Pochumern, wer Herr im Stadion und Kutte des Jahres ist und verabschiedete den Nachbarn mit Klassikern wie „drum sagen wir auf wiedersehen“ und spontanen Kreativschöpfungen wie „die graue Maus geht jetzt nach Haus“ – Top!

Der Vollständigkeit halber sei noch der semibichige Ausflug am Freitag zu den Sozialschmarotzern vom FC St. Pauli erwähnt, die in der Heimat des blonden Engels antraten. Wie gewohnt wurde mal wieder ein wenig am Biernektar gelutscht, es gab aber keinerlei Ausfallerscheinungen… – und somit die perfekte Vorbereitung für die Geburtstagsfeier des Jahres am Folgetag!

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