Gegendarstellung

Nachdem sich gestern der Schlaueste unter den schlausten Fans der Welt zum Bichwochenendausflug ins beschauliche Sudetenland geäußert hat, müssen wir heute aufgrund presserechtlicher Bestimmungen auch unserem Schuuuuuuumäääh von der Rettungstruppe den entsprechenden Platz für eine Gegendarstellung einräumen:

Děkuji Plzeň!

Für die Anhänger des Ballspielvereins, sowie wie für die Fans anderer wesentlich sinnloserer Vereine, sollte am vergangenen Wochenende endlich die sinnvolle Zeit des Lebens wieder los gehen. Gestartet wurde mit dem Pokal (dem ohne Europa). Das Los bescherte uns die Spielvereinigung aus dem beschaulichen Weiden in der Oberpfalz. Nachdem die klügsten Köpfe der Szene sich mit den Gegebenheiten in und um Weiden vertraut gemacht haben, war eigentlich sofort klar, dass für dieses Wochenende zusätzlich zum Fußball noch ein Bulli, ein Hotel in Tschechien, tschechisches Spielgeld, sowie eine reisetaugliche Besatzung her muss. So wurden die beiden schlanken Bich-Brüder, von Action, Lars, Methusa-Ben, Huub, Abenteuer-Gerdi, dem klügsten Menschen der Welt und dem Rennfahrer, der diesmal nicht fuhr, begleitet. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei Huub, Gerdi und JvL für das Organisieren und Fahren bedanken.

Die Hinfahrt verlief doch recht entspannt, da das Navi uns fast immer auf direktem Wege Richtung Weiden lotste und sich hier sogar gegen die Verkehrskenntnisse von Ben durchsetzte. Lediglich in Thüringen war es evtl. nicht das klügste dem kleinen Stau gemäß der Empfehlung der Technik, über die Landstraße auszuweichen, da das Navi offenkundig zwar vom Stau, nicht aber von der Sperrung der Dorfstraße wegen des lokalen Sportfestes wusste. So ging es dann über noch nicht fertig gebaute Straßen mit Zwischenstation an einem Getränkemarkt schnell weiter in die bayrische Provinz.

Die dort anwesende USK-Einheit zeigte sich wider Erwarten recht entspannt und nahm lediglich die Personalien des Fahrers sowie seine geplante Abfahrtzeit auf. Dies lief sogar ohne Verhaftung ab – Stadionverbot wird wohl aber noch folgen. Motiviert ging es dann mit den anderen Störenfrieden, nennen wir sie der Einfachheit halber mal Fans, dann ins Stadion am Wasserwerk. In praller Sonne gab es hier bei Vollbier für 3€ und einen recht unmotivierten Kick unserer Lizenzspielerabteilung zu bewundern. Die Gastgeber haben erstaunlich gut mitgespielt, aber schließlich gewannen die Guten mit 3:1. Nach Abpfiff wurde zeitnah der Weg zum KFZ gesucht, da man ja noch etwas vor hatte. Also verließ man mit dem Wissen die Stadt, die Spielvereinigung durch die günstigen 16,50€ saniert zu haben, jedoch nicht, ohne sich ordnungsgemäß bei unseren Freunden und Helfern wieder mit 9 Personen abzumelden.

Nach kurzweiliger Fahrt kamen wir dann in den frühen Abendstunden an unserer Unterkunft in Pilzen an. Der Ausländer an der Rezeption sollte sich dann auch während des gesamten Aufenthalts als derjenige mit den besten Deutschkenntnissen herausstellen. So war es ein leichtes die Zimmer zu beziehnen und vom Banker der Gruppe das Taschengeld ausgehändigt zu bekommen. So bewaffnet ging es dann auf die Suche nach der nächsten Pinte, die Action und Lars erfreulicherweise in der nächsten Seitenstraße ausmachen konnten. Hier kehrten wir in einer Hinterhofterasse mit moderaten Preisen und gutem Essen ein. Das dortige Gläserumwerfduell mit der Bierbringfrau konnte Deutschland gegen die Tschechen dann mit 2:1 in der Verlängerung für sich entscheiden und das sogar ohne Oliver Bierhoff. Nachdem bezahlt war und sich vor allem Schnurzel als absoluter Gönner erwies, ging es weiter in den nächsten „Biergarten“. Hier wurde weiteres Bier konsumiert um sich für den Weg in die dritte Lokalität zu stärken. Als wir aufbrachen hatte die Reisegruppe die ersten Abgänge zu verzeichnen und Action und Lars machten sich auf Richtung Hotel. Die Kondition hat wohl etwas unter dem anstrengenden Tagespensum gelitten, hatte man schließlich um 11:00 Uhr schon die Not in Thüringen bayrisches Bier zu kaufen, da die zwei Kisten und diversen Einzelflachen des heimischen Brauerzeugnisses aufgebraucht waren.

Die nun noch 7 Mann starke Reisegruppe entschied sich auf dem Weg erstmal Rast auf einem Zebrastreifen zu machen. Dies war offenkundig so bequem, dass sich einer der Reisenden dazu entschied, seine Schuhe auszuziehen. Ein weiterer Reisender entledigte sich kurzerhand seiner Hose, hatte diese aber schneller wieder an, aller der Erstgenannte seine Schuhe. So kam es wie es kommen musste. Der deutsche Indiana Jones schaffte für die Gruppe wieder ein Abenteuer, indem kurzerhand der auf der Straße liegende Schuh in den nächstgelegenen Baum befördert wurde. Sofort wurde hier eine Rettungsaktion eingeleitet und die Reise konnte weitergehen. Hätte man vorher gewusst, dass der Schuhbesitzer die gesamte Rückfahrt barfuß verbringt hätte man sich das auch schenken können.

Die dritte Pinte des Abends wurde nach einem Gespräch des Abenteurers mit der lokalen Kneipenszene und nach einem weiteren Abenteuer in Kachelland dann eher fluchtartig verlassen um den Schergen des Gastronomiebetreibenden nicht in die Arme zu fallen. Gott sei Dank hat Pilsen noch mehr Kneipen.

An der vierten Kneipe, direkt am „Thank You America“-Denkmal, fiel dann dem einen Reisenden auf, dass ein Teil seiner Ultra-Ausrüstung fehlte. Da in der Bauchtasche sämtliche Karten aufgehoben wurden ging der Betreffende zusammen mit dem klügsten Menschen der Welt den Weg zu letzten Kneipe zurück, kam aber mit leeren Händen wieder zur Reisegruppe zurück. Dass der anschließende Versuch der Kartensperrung aufgrund des billigen Bieres dann scheiterte, kann man im Nachhinein als Glücksfall bezeichnen, da sich die Tasche natürlich im Hotel befand, welches man dann aufsuchte. So erleichtert ging es natürlich motiviert zurück in den Biergarten, der am Anfang des Abends bereits unsere zweite Station war.

Dort gab es Pizza und Bier. Unser Abenteurer zog es kurzzeitig vor, weitere Abenteuer im Traumland zu erleben und den Leuten am Nachbartisch auf seine unvergleichliche Art von diesen live zu berichten. Als nächstes Schmankerl kann man sicherlich den älteren Herren nennen, der uns singend darauf aufmerksam machte, dass es Ausländer sei und nicht gut deutsch spreche. Auch der Nachbartisch tat dies dann kurzerhand kund.

Highlight des Abends war dann ein Fan von Viktoria Pilsen, der wohl noch nie Alkohol getrunken hat und sich regelmäßig die Zähne putzt. In seinem leicht angeheiterten Zustand wollte er es nicht war haben, dass unser Gerdi seine Abenteuer aktuell in Schlummerland erlebt und so nutzte er ihn kurzerhand als Trommel, um uns Fanlieder des lokalen Sportvereins beizubringen. Hierbei wurde Gerdi nach einiger Zeit sogar tatsächlich wach. Von nun an hatten sich die beiden gesucht und gefunden. Endlich wurde unser Abenteurer mal von einem Betrunken durch ständiges Anfassen genervt, was besonders den ältesten Menschen der Welt erfreute, ist er doch sonst das Anfassopfer von Indiana Gerdi.

Viele Lieder später rückte dann die Staatsmacht mit 2 Leuten an, da es mittlerweile nach 1 Uhr war und wir im Biergarten eventuell noch leise gesungen haben. Unser neuer tschechischer Freund konnte die Situation mit den weder englisch noch deutsch sprechenden Freunden und Helfern aber elegant lösen, so dass die Policia sich nach 2 Minuten verabschiedete und das sehr freundlich und sogar ohne das im Ostblock sonst gern gesehene Geldgeschenk. So ging es weiter und das Liedgut wurde noch um „Ich bin Bullenschwein und spreche nicht gut deutsch“, sowie „Policia Kurva“ erweitert. Schließlich muss man auf solchen Bildungsreisen ja auch etwas lernen.

Ein weiterer Teil der Gruppe, bestehend aus dem ältesten Menschen der Welt, dem Abenteurer, dem vieräugigen Bich und dem Rennfahrer, beschloss dann gegen 1:45 das Hotel aufzusuchen und den FC Pennematz zu supporten. Die restliche Reisegruppe hat sich dem Hörensagen nach noch vom örtlichen Touristenfänger in eine weitere Kneipe geleiten lassen. Gerüchten nach zu urteilen, soll eine der verbliebenen Personen ein kleines wenig Furcht gehabt haben. Der Überlieferung nach, war aber auch die Gruppe gegen 3:30 im Matratzentempel angekommen um noch eine Diskussion mit dem nüchternsten aller Abenteurer über das Tragen seiner Heldenmaske zu führen.

Am nächsten Morgen ging es für die gesamte Reisegruppe dann gegen 9:00 aus dem Bett, schließlich galt es noch zu duschen und das Zimmer gegen 10:00 zu räumen. Anschließend gab es noch das in den 18€/Nacht inkludierte Frühstück, welches der Gastwirt in ausreichender Menge zu kredenzen wusste. Bis auf den Instant-Kaffee wusste dies auch zu überzeugen.

Anschließend wurde das Auto beladen und die Rückreise begann. Als Fahrer konnte für die gesamte Fahrt, die immerhin knapp 11 Stunden dauern sollte, Bier-, bzw. Auto-Gerdi gewonnen werden. Vielen Dank noch mal für diesen „Kraftakt“. Bevor man das Land verließ, wurden noch lokale Spezialitäten (Sprit, Kippen) in ausreichender Menge gekauft.

Die Rückfahrt zog sich dann ein wenig hin, da das Navi es zwar verstand, dass wir nicht auf der A3 im Stau stehen wollten, aber dafür hat es das System geschafft, uns in gefühlt jeden anderen Stau im Autobahnnetz der BRD zu führen. Auf jeden Fall wären einige Leute hier als Fahrer sehr gelassen geblieben, aber Gerdi meisterte jede Situation vorbildlich und hat lediglich seine Schlagzahl an der Fluppe der Situation entsprechend angepasst.

Fazit der Tour: Der BVB ist wieder da; Huub quengelt als Beifahrer noch mehr wegen Musik, Klimaanlage und Fenster als Gerdi; bei den Schuchen gibt es gutes Bier für kleines Geld; Action und Lars wohnen scheinbar in Herdecke; diese scheiß Kackfässer von Citroën gehören eindeutig aus dem Verkehr gezogen; die beiden gelassensten Beifahrer der Welt hatten kaum Diskussionsbedarf; JvL ist einfach zu klug;

und in Tschechien gibt es verdammt viele Ausländer, die nicht gut deutsch sprechen

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