Was Spannendes, was zum Spiel und eine Eskapade

55  Stunden sind eigentlich ausreichend Zeit, um die Ereignisse des vergangenen Wochenendes zu verarbeiten und für die Nachwelt auch schriftlich zu erhalten. Glücklicherweise müssen wir Bichs uns nicht auf städtische Archive verlassen, sondern haben diesen wahrhaft fantastischen Blog, um unsere Abenteuer Revue passieren zu lassen.

Das Wochenende begann eigentlich recht harmlos: Aufgrund eines Azrael Abends im Hause Bertram wurden Herwig und Ewald galant ausquatiert und entschieden sich nach dem Genuss einer Pizza das Freitagsabendspiel zwischen den Meineidlern (im sg.de Slang auch die schalenlosen Uschis genannt) und den diversen Fußballclubs aus Köln in einer nah gelegenen Spelunke zu verfolgen. Flugs informierten wir Horst-Kevin, der auch tatsächlich pünktlich zum Anstoß eintraf und somit nur 15 Minuten auf uns warten musste. Kai-Uwe war leider verhindert, sollte er doch mit Neufreund Gargarmel einen romantischen Päärchenabend zu fünft verleben, wobei es sich bei dem fünften im Bunde um den aus dem Bichblog bekannten Raben Pflückebeutel handelte.

Eine triste erste Halbzeit später, gesellte sich auch mein Nachbar zu uns, der sich glücklicherweise bereits vorher bereit erklärte hatte, am nächsten Morgen den Fanastra nach Dortmund zu lenken, damit die Bichse auch ein wenig Tassensport betreiben konnten, ohne demnächst das ganze Jahr Aschermittwoch zu haben.  Am Anfang schien dieser Plan auch gut funktionieren, bevor wir, eigentlich bereits auf dem Heimweg, ein Wirtshaus passierten, aus dem das Licht noch auf den Gehsteig schien. Wir hatten Zeit und es war kalt, wir kehrten ein…

Die freundliche Kellnerin, ganz Geschäftsfrau, erkannte schnell, dass sich mit den Bichsen, dem Nachbarn und der weiblichen Begleitung noch schnell einige Mark verdienen ließen, und so wurde die letzte Runde gefühlte 13 Mal nach hinten verschoben und die Ladenöffnungszeiten einfach mal zweieinhalb Stunden weiter ausgedehnt. Selbstverständlich gesellten sich auch Azraels Besitzer, Kai-Uwe und der Rabe Pflückebeutel noch zu uns, so dass einer kleinen Eskalation Tür und Tor geöffnet wurde.

Selbstverständlich hatte ich so nun immerhin noch eine ganze Stunde Pennematz Zeit, bevor wir endlich gen Bierhauptstadt aufbrechen durften.  Die Fahrtüchtigkeit meines Nachbarn war ebenfalls eingeschränkt, so dass nun Kai-Uwe das Steuer in seine kompetenten Hände nahm und uns fast pünktlich zur Abfahrt des Alten Garde Busses gen Dortmund fuhr.

Die illustre Busbesatzung ließ aber schon bald allen Schlafmangel verfliegen und so konnten wir die ganze Hinfahrt ausgiebig den Geburtstag eines Mitreisenden feiern. An dieser Stelle sei mir die Anmerkung gestattet, dass es eine wahre Wohltat war, tatsächlich mal in einem Bus zu sitzen, mit adäquat gekleideten Mitreisenden. So mussten wir weder schwabellige Wessiultrabäuche noch die obligatorischen „einfach nur bequemen“ Joggingbuchsen beobachten.  Spießig aber schön!

Lockere sechs Stunden später erreichten wir die baden-württembergische Landeshauptstadt, wo sich der ortskundige Besucher die Zeit bis zum Spielbeginn noch im gästeblocknahen PSV Heim vertrieb. Glücklicherweise darf man die 80 Meter Luftlinie bis zum Stadiontor nicht auf dem kürzesten Wege hinter sich bringen, so dass uns noch eine wahre Odyssee bevorstand, bis wir endlich im heute hervorragend gefüllten Gästeblock standen. Leider ist das Stadion nach wie vor eine optische und akustische Fehlkonstruktion. Viel zu weit vom eigentlichen Geschehen verhallen die Gesänge ungehört im weitläufigen Rund des eigentlich Leichtathletikstadions. Sehr schade, zumal der schwarzgelbe Anhang sich heute erneut trotz eines schwachen Spiels in guter Verfassung präsentierte. Leider konnten sich die Spieler dem Niveau auf den Rängen nicht anpassen, sie hören ja auch nichts, und trotz der Genesung des Zweitmessias und Fußballgotts Dede sprang am Ende nur eine den Chancen nach verdiente Niederlage heraus.  Schade, dass wir es nie schaffen so etwas wie Torgefahr zu erzwingen, aber vielleicht ist das bei einer „Vollgasveranstaltung“ auch nicht erwünscht…

Nach dem Spiel sollte es eigentlich noch für die Busbesatzung nach Neckarsulm gehen, wo wir ursprünglich geplant hatten, den Abend gemütlich bei regionalen Spezialitäten ausklingen zu lassen. Doch wie sooft in letzter Zeit machte die Staatsmacht dem ganzen einen Strich durch die Rechnung. In Zeiten, wo die Polizeigewerkschaften mehr Geld fordern, sind eben alle Fans Hooligans und alle Polizeieinsätze extrem gefährlich, so dass man, und sei es auch recht künstlich, immerhin eine staatliche Anzahl an Platzverweisen, Ingewahrsamnahmen und Personalienfeststellungen präsentieren muss. Kann ja schließlich nicht sein, dass man jedes Mal so eine Enttäuschung wie am Freitag in Hamburg erlebt, wo das größte Polizeiaufgebot aller Zeiten bei einem Zweitligaspiel trotz Wasserwerfern, Gefährdenansprachen, Platzverboten und einer „Krawallnacht“ am Ende des Tages mit nur 5 (!!!!) vorläufigen Festnahmen aufwartet.

Entsprechend erfreut über die Ereignisse, hielt sich meine Laune in Grenzen, so dass ich die Rückfahrt in der Vertikalen (horizontal geht im Bus ja nur als Bankkaufmann) verbrachte, was immerhin dazu führte, dass ich Sonntag schon um 8.30 aufstehen konnte und halbwegs fit das Wochenende ausläuten konnte…

2 Gedanken zu “Was Spannendes, was zum Spiel und eine Eskapade

  1. VM schreibt:

    Wie will man auch Offensiv was reißen, wenn die Stürmer mehr mit sich selber beschäftigt sind als sich für das Team rein zu hängen.

    Mal sehen, wie lange das noch gut geht.

  2. Ben schreibt:

    (PR-inside.com 09.03.2009 13:19:12) – Erneut ist es am Samstag nach einem Bundesligaspiel des VfB Stuttgart zu Ausschreitungen von Fans gekommen. Anhänger des Gegners Borussia Dortmund sollen dabei Polizisten mit Flaschen beworfen haben, wie die Polizei am Montag mitteilte. Borussia-Fans hätten sich einer anschließenden Überprüfung ihrer Personalien widersetzt und dabei zwei Polizisten leicht verletzt.

    Stuttgart (ddp-bwb). Erneut ist es am Samstag nach einem Bundesligaspiel des VfB Stuttgart zu Ausschreitungen von Fans gekommen. Anhänger des Gegners Borussia Dortmund sollen dabei Polizisten mit Flaschen beworfen haben, wie die Polizei am Montag mitteilte. Borussia-Fans hätten sich einer anschließenden Überprüfung ihrer Personalien widersetzt
    und dabei zwei Polizisten leicht verletzt. Die Polizisten wollten nach eigenen Angaben rund 100 Dortmunder Fans daran hindern, zu einer Gaststätte mit Stuttgarter Fans vorzudringen. Dabei flogen aus der Personengruppe heraus mehrere Flaschen in Richtung der Beamten. Ein 22-jähriger, alkoholisierter Fan trat einem Polizisten in den Rücken. Er wurde wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt. Vor einer Woche war es beim Derby zwischen dem Karlsruher SC und dem VfB Stuttgart zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fanlagern gekommen. Durch explodierende Feuerwerkskörper wurden dabei zehn Beamte leicht verletzt und erlitten vorübergehende Hörschäden. (ddp)

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