Wo die Weser einen großen Bogen macht…

… das ist natürlich Werder Bremen und nicht Kaiserslautern, trotzdem reisten unsere tapferen Abenteurer ersteinmal in die pfälzische Provinz. Wider Erwarten handelte es sich beim Anlass nicht um ein Spiel des legendären Ballspielvereins von neunzehnhundertundneun, vielmehr jährte sich erneut die Anwesenheit des Vieraugenvierlings auf diesem Planeten.

Da wir nach unserem letzten Aufenthalt nun bundesweites Sandhausenverbot haben, mußten wir uns leider mit der zweitbesten Partystadt begüngen. Da es das Schicksal doch manchmal gut mit uns meint, wollte es der Zufall, dass der Vieraugenjunge ausgerechnet in der Metropole unserer Begierde ein ultrawichtiges Kuttenseminar besuchen sollte. So chauffierte das Tischtennis-Ass Horst Kevin seinen Bichbruder Herwig sowie den edelmütigen Snör Bertram und den Benjo-Gern-Air Fluglotsen Ger-Jet im Fan Golf gen Hölle der roten Teufel.

Aufgrund der intensiven Lektüre von Jugendkriminalgeschichten wurde die illustre Reisegruppe vor so gut wie keine Hindernisse gestellt, als sich Kai Uwe nicht sofort finden ließ. Wir ließen uns einfach von unserem Instinkt leiten und fanden ihn dann in der nächstbesten Pinte in der „Innenstadt“ von Kaiserslautern. Eine kleine Portion Kürbisnudeln und etwas Entenbrust später, war es bereits an der Zeit die Tassen zu heben und dem kleinen Vierling der Familie zu gratulieren. Glückwunsch! Unser Fluglotse erklärte noch schnell wie am effektivsten von Dortmund nach Oberhausen oder von Duisburg nach Hause kommt, bei diesen Fabelzeiten würde selbst Korti vor Neid erblassen.

Leider rief um 2.00 morgens schon wieder die Pflicht, schließlich sollte es schon in gut sechs Stunden in Deutschlands zweitkleinstes Bundesland gehen, selbstverständlich stilecht mit dem metromäßigen Wochendticket. Hortst Kevin fuhr uns wohlbehalten in die Heimat, allerdings hatten auch Ger-Jet und ich unseren Anteil daran, schließlich sorgten wir mit unserem Symphonieschnarorchester dafür, dass für den Fahrer nicht einmal annähernd so etwas wie Langeweile aufkam.

Um 5.30 erreichten wir den Leuchtturm des Heimathafens, und konnte immerhin noch eine Halbzeit des 1. Fc Pennematzes schauen. Hurra.

Als Ger-Jet und Herwig am nächsten Morgen das Haus verlassen wollten, erwartete sie der nächste Schock! Keiner von beiden konnte seinen Wochendticketrucksack finden, so dass noch vor der Abfahrt der örtliche Supermarkt beehrt werden mußte.

Ohne Probleme konnten wir nun unsere Prachtkörper in den Zug nach Bremen hieven, mit dem wir entspannt in die Hansestadt fuhren. Die Fahrt stand ganz im Zeichen des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki, der die Verleihung des deutschen Fernsehpreises aufgrund der Niveauarmut der aktuellen Fernsehformate abgelehnt hatte. Reich-Ranicki wäre durchaus angenehm überrascht gewesen, hätte er den Unterhaltungen den Szene Dortmund beiwohnen können, von Schopenhauer über Nietzsche, von der menschlichen Anatomie bis zum Austausch aktueller Rezepte von Lafer und Lichter, alle Facetten deutscher Kunst wurden ausführlichst behandelt. Insbesondere das Referat des Oberhausener Topmodels wusste hierbei zu Begeistern, selten wurde wohl eine anschaulichere Abhandlung zu Ausbreitung von Flüssigkeiten in Plastiktüten verfasst. Respekt!

Da weder in Bielefeld noch in Bremen am HBF irgnedetwas nennenswerte passierte, erreichte man zügig das Weserstadion. Zurecht sollte man an dieser Stelle anerkennen, dass die Bremer den ursprünglichen Namen ihres Stadions immernoch beibehalten und trotzdem Dauergast in der Championsleague sind. Dann könnte sich mancher Ruhrgebietsverein mal eine Scheibe abschneiden. Moderner Fußball ist echt nur so mittel…

Die erste Häflte des Spiels plätscherte mehr schlecht als recht vor sich hin, so dass man schon befürchtete irgendwann im Laufen des Spiels den Anstrengungen des Vortages und der Hinfahrt Tribut zollen zu müssen. Glücklicherweise ersparten mir die Kontrahenten diese Peinlichkeite und spielten in der zweiten Hälfte wie entfesselnd. Sechs Tore und ein unter dem Strich nicht ungerechtes Unentschieden waren die logische Konsequenz. Schade, dass unser Torwart beim Stande von 2:1 für die Guten einen nicht gänzlich unhaltbaren Ball passieren liß, aber ich habe mir damals geschworen, nie wieder über einen Torwart zu meckern – Hauptsache er heißt nicht Lehmann oder sonst irgendwie blau… Also laß ich es auch.

Nach dem Spiel das übliche: Proviant kaufen, einsteigen, einschlafen, umsteigen, Bier trinken, Kutten zu hören, welche Menschen im schwarzundgelben Ruhrgebiet, die immer nur total besoffen sind besingen, Kutten zuhören, welche Rakete feiern, mit Marco W. zu neunziger Dancefloormusik zeigen, mit Chuck Moritz ein Fachgespräch übers Bügeln führen…

Als wir gegen 23.30 endlich wieder in Dortmund ankamen, war ich so müde, dass ich tatsächlich nur 2 Stunden in der Stube aushalten konnte, bevor ich nach kurzer Fahrt mit meinem geliebten RE 1 endlich in einen komatösen Schlaf fallen durfte, den zum Glück nicht einmal mein besonderer Freund das Deckenklaumonster stören konnte…

NUR der BVB!

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