Archiv nach Kategorie "Bichse eklären die Welt"

Schublade auf – Fan rein – Schublade zu

Veröffentlicht in Bichse eklären die Welt mit Tags , , , , , am Juli 11, 2009 von schnurzeletti

Schubladendenken ist bekanntlich etwas ziemlich schönes. Zum einen erspart man sich das lästige nachdenken und differenzieren zum anderen hat man sofort ein perfektes, unerschütterliches Weltbild – und das in unserer schnelllebigen Zeit. Welch Vorteil.

Dass man sogenannte Fans in Anführungszeichen eindrucksvoll in drei völlig ausreichende Kategorien steckt, weiß der gemeine Bichblogleser schon seit Jahren. Diese Woche wurde diese Absurdität aber um ein weiteres Kapitel ergänzt. Wie sicherlich auch jeder schon der Blogosphäre entnommen hat, reichte die Bundestagsfraktion von Büdnis90/Die Grünen diese Woche „den Antrag, alle Formen von Diskriminierungen zu thematisieren, Bürgerrechte von Fußballfans zu stärken und für einen friedlichen und integrativen Fußballsport zu werben“. Wie nicht anders zu erwarten, wurde dieser durchaus vernünftige Antrag von den sogenannten „Volks“parteien abgelehnt. Neben einer ohnehin haarsträubenden Begründung („Der Antrag enthalte eine Reihe von Selbstverständlichkeiten und Banalitäten“) durfte sich auch noch der ausgewiesene Soziologe und Intimus der Fanszene Deutschlands Bernd Heynemann zu der Thematik äußern.

Seiner  eloquenten und nachhaltigen Einschätzung der Lage verdanken wir nun drei neue Kategorien, in die wir die sogenannten „Fans“ nun stecken können.

Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter und jetzige CDU-Bundestagsabgeordnete Bernd Heynemann äußerte sich in einer Rede zum Antrag und erklärte, dass es bei Fußballfans grundsätzlich drei Typen gäbe. So sei der erste Typ derjenige, der gerne ins Stadion geht, um guten Fußball zu sehen und seine Mannschaft anzufeuern. Die zweite Gruppe Fans sind nach Heynemann die Hooligans, die „vorrangig Ausschreitungen mit anderen Fangruppierungen und der Polizei und den Ordnungskräften provozieren wollen.“ Ihnen sei, so Heynemann, das Zünden von bengalischen Feuern und Rauchbomben ein legitimes Mittel, um andere zu stören. „Die dritte Gruppe, die so genannten Ultras, haben sich zum Ziel gesetzt, im Vorfeld des Stadions, das heißt in der Stadt und im Stadion schon Hasspunkte, Gewaltpunkte, Krawallpunkte zu setzen. Und sie haben mit dem Fußball nichts mehr zu tun, stellen aber eine große Bedrohung dar, da sie sich beim Anmarsch und beim Rückmarsch der Fans zum und vom Stadion mit unter diese mischen und damit Ausschreitungen mit den Ordnungskräften und der Polizei provozieren“, so Heynemann weiter.

Dazu kann der Bichblog nur gratulieren, Herr Heynemann hat alle Probleme in Fußballdeutschland grundlegend analysiert und viele Lösungen aufgezeichnet. Hoffen wir, dass DFB, DFL Fanvertreter und Fanprojekte schon bald auf diesem Fundament Konzepte entwickeln können.

Da Fußball für die Bichs aber nur eine gesellschaftliche Randerscheinung ist, würden wir uns diese komplexe Schubladeneinschätzung auch in anderen Bereichen wünschen und bitten daher die Herrn Heynemann die deutsche Polizeiarbeit zu kategorisieren. Hierzu stellen wir gerne  Bildmaterial und einen kleinen Bericht zur Verfügung. Wobei Herr Heynemann selbstverständlich auf die vorbildliche funktionierende Gewaltenteilung in unserer freiheitlich demokratisch grundgeordneten Überrepublik verweisen kann ( 1. 2. 3. )

Deutscher Meister wird nur der BVB

Veröffentlicht in Bichse eklären die Welt, Voll Sinn, sinnVOLL am Juli 9, 2009 von vierauge

Die Essener Uniliga hingegen konnte ja nur der 1. FC Pennematz gewinnen. Ein Hoch auf die Jungs!Ein besonderer Glückwunsch geht an die 2 Bichs, die für den Erfolg verantwortlich waren: Leader und Medienstar Horst-Kevin und „die Gute Seele der Manschaft“ Herwig!!! Die Bichgroupies  GTorwart, GT Malte, GTimo, GT Simon und GT alle anderen verzückten ebenfalls durch Ihre Leistungen. Bravo! Erwähnenswert auch der Edelfan GTorwarts Vadda, der jedes Spiel gesehen hat, quasi Ultrà per sempre Pennematz!!!

„Alle Fans sind Störer…“

Veröffentlicht in Bichse eklären die Welt mit Tags , , , , , am Februar 19, 2009 von schnurzeletti

Selbstverständlich sind auch unsere Freunde und Helfer gewerkschaftlich organisiert, schließlich müssen auch die Arbeitnehmerrechte des gemeinen Beamten gewahrt werden. Völlig klar ist, dass eine Gewerkschaft für den sympathischen Polizisten nicht ausreichend ist, so dass neben der großen Gewerkschaft der Polizei noch die kleinere Deutsche Polizeigewerkschaft um Mitglieder konkurrieren. Dies wird, wie üblich, vor allem in den Medien ausgetragen und insbesondere die kleinere DPolG schafft es in regelmäßigen Abständen mit der populistischen Forderung, die DFL solle sich an den Fußballeinsätzen beteiligen, in die Schlagzeilen.

Erstaunlicherweise hat sich dieses Mal das Online Portal der WAZ Mediengruppe DerWesten.de tatsächliche die Mühe gemacht, dem Vorsitzenden Rainer Wendt ein paar kritische Fragen zu dieser Thematik zu stellen. Außerdem wird noch die generelle Problematik im Verhältnis zwischen sogenannten „Fans“ in Anführungszeichen und den allseits beliebeten Staatsdienern beleuchtet. Hierbei treten einige interessante Weltanschaungen ans Licht:

Nach welchen Kriterien richtet sich die Einschätzung, wie viele Beamte eingesetzt werden? Bleiben wir in Köln: Der Aufwand, der dort betrieben wird, wirkt auf den Laien maßlos überzogen. Da werden Straßenbahnen durch die ganze Stadt von Mannschaftswagen begleitet.

Wendt: Wir betreiben vor jedem Spiel eine Gefährdungsanalyse. Da spielen verschiedene Informationen hinein: Erfahrung, Tabellenstand der Vereine, wie gewaltbereit sind die Störer – es gibt ja Störer der Kategorien A, B und C.

Sind A nicht die Fans, die gar nichts machen? Die heißen schon „Störer“?

Wendt: (lacht) „Störer“ müssen Sie als polizeilichen Fachausdruck nehmen. Man könnte auch sagen „Teilnehmer“. Das ist das Spannungsfeld, in dem Polizeiarbeit immer steht. Stellen wir einen hohen Aufwand und alles bleibt sicher, stellen Sie vielleicht zurecht die Frage, ob der Einsatz übertrieben war. Haben wir zu wenig Polizei vor Ort, haben wir den Fall wie bei der Demonstration in Duisburg.

Außerdem wird auch noch die Frage beantwortet, ob eventuell auch Polizisten gegebenfalls überreagieren oder sich sogar strafbar machen:

Wenn wir über die wachsende Gewalt gegenüber Polizisten  sprechen, können wir beim Fußball den Spieß umdrehen. Von Seiten der Fans und auch von Fan-Beauftragten werden verstärkt Vorwürfe laut, die Polizei agiere überzogen  . Insbesondere bei Gruppen, die mit der Bahn zu Spielen reisen.

Wendt: Die Klagen hat es schon immer gegeben. Unsere Bereitschaftspolizei, gerade hier in Nordrhein-Westfalen, ist eine der besten in Europa. Die ist topausgebildet und hochqualifiziert. Die Zahl der verurteilten Beamtinnen und Beamten können Sie im Mikrobereich suchen. [...]

Auch die Nachfrage des Reporters, dass es fast unmöglich sei, Polizisten im Einsatz zu identifizieren bzw. deren Personalnummern oder gar Namen zu bekommen, um so Straftaten zur Anzeige zu bringen, kontert unser Oberförster eloquent…

Mal drei Dinge, die Fans der Polizei oft vorwerfen: Arrogantes Verhalten von oben herab, Duzen von Erwachsenen und die Weigerung, bei Konflikten den Namen zu nennen, auch gegenüber offiziellen Fan-Betreuern.

Wendt: Bei Einsätzen von geschlossenen Einheiten wird dieses Begehren, den Namen und die Dienststelle haben zu wollen, oft zur Provokation genutzt, als Mittel, um den Beamten zu einer bestimmten Reaktion zu bringen. Daher habe ich Verständnis, wenn einzelne Kollegen sagen. „Nee, das behindert uns jetzt hier im Einsatz, das machen wir nicht.“ Es gibt Einsatz-Situationen, in denen das nicht geht, ohne dass man neue Einsatzsituationen hervorruft. Jeder hat die Möglichkeit, sich später bei der Polizei zu beschweren, wir werden die Beamten dann ermitteln. Außerdem sind die Beamten durch die Nummern auf ihrem Helm jederzeit identifizierbar.

Niemals würde Eure ehrenwerten Bichse einem Polizisten nicht glauben wollen oder ihm gar unterstellen, Unwissenden bewußt Unwahrheiten zu erzählen. Wir vermuten vielmehr, dass Herr Wendt noch nie in Müchen war oder sogar das USK kennengelernt hat. Die sind bestimmt alle in der großen Gewerkschaft organisiert…