Archiv für November, 2009
Bichvierlinge decken auf!
Veröffentlicht in Bichse eklären die Welt mit Tags Das älteste Gewerbe der Welt, Kopp, Kugel, Sohn, Was der Enke kann... am November 30, 2009 von bichvierlingeZitat des Tages
Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags Dortmund, Hurensohn, Ultras am November 30, 2009 von schnurzelettiBevor die Bichs sich der anstrengenden Blog-Arbeit widmen, hier schon mal vorab mein liebstes Zitat vom Mäzen und Gönner der ruhmreichen TSG von 1899:
„Das ist ja heute noch glimpflich ausgegangen. Aber stellen Sie sich vor: Die Dortmunder hätten nicht gewonnen. Dann hätten die Fans hier möglicherweise alles kurz und klein geschlagen“, sagte der Mäzen von 1899 Hoffenheim.
Lieber Dietmar,
Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags Dietmar hopp, Doppler, Dortmund, Hoffenheim, Mongos raus aus Liga 3, Osnabrück, Ultras von die Amateure am November 27, 2009 von schnurzelettifalls Du regelmäßig unseren Blog liest, müssen wir uns ehrlich bei Dir entschuldigen. Wir haben Dich zwar weder, des Berufs Deiner Mutter wegen beleidigt noch uns anderweitig missbilligend über dich oder Dein Projekt Hoffenheim geäußert. Leider sind wir aber unserer Informationspflicht nicht nachgekommen und haben dich noch nicht über unsere Abenteuer beim richtigen Fußball am vergangenen Wochenende informiert:
Am vergangenen Freitag feierte unser ältester Bruder seinen Geburtstag und lud alle seine Freunde ein, selbst diejenigen, die keine Multimiliadäre sind – bei den Bichs darf eben jeder mitmachen. Da leider am nächsten Tage noch diverese Spiele des BVB oder TTSC stattfanden, reduzierte der gemeine Bich den Konsum von Gerstensaftkaltschalen auf ein Minimum und trat noch deutlich vor Sonnenaufgang den Heimweg an. So verschliefen Herr Wich, der schlaueste Mensch der Welt und Huub kollektiv den ersten Zug des Tages und traten nun isoliert zum zweiten Mal in einem Monat den Weg in die zweitgrößte Metropole Niedersachsens. Dort wollte unsere Zweitvertretung heute den Osnabrückern zeigen, was die Profis falsch gemacht haben und wichtige Punkte im Kampf um den Klasssenerhalt erkämpfen. Ums kurz zu machen – diese Mission verlief recht erfolglos, der VfL war einfach zu abgeklärt und behielt folgerichtig souverän die Oberhand. Aufgrund unserer späten Ankunft kurz nach Spielbeginn konnten wir leider den monumentalen Ereignissen des Tages nicht beiwohnen und verpassten sowohl die „Mong-OS raus aus Liga 3″ Fahne so wie die offensichtlich äußerst eloquente Erklärung des Osnabrücker Kapitäns Reichenberger zu seiner Verstrickung in den aktuellen Wettskandal.
Nach dem Spiel ging es ohne besondere Vorkommnisse per vorab gebuchten Intercity zurück in die Bierhauptstadt, die normalen Fahrgäste staunten sicherlich nicht schlecht, ob des gewaltigen Zugfahrermobs, aber wer bezahlt bestimmt eben die Regeln..
In Dortmund angekommen kutschierte uns die von der kleinen Emma extra organisierte Sondereinsatzbahn zum Stadion, so dass wir keine Minute des großartigsten „Drei-Tage-Bart-Duells“ aller Zeiten versäumten. Der Kick war allerdings nicht sonderlich fesselnd, wobei ich aufgrund einer Riesenfahne direkt vor mir sowieso nur die wenigsten Szenen beurteilen kann. Das 0:0 geht im Nachhinein ganz in Ordnung, obwohl wir mehr vom Spiel hatten und Torjäger P. Enne-Mats Hummels auch diverse große Chancen vergab.
Nach dem Spiel ließen wir den Abend dann noch in unserer Kneipe und an der ehemaligen tankstelle am Hauptbahnhof in Essen ausklingen, bevor ich gut erschöpft auf dem heimischen Sofa den Strapazen des Wochenendes Tribut zollen musste. Der tapfere Snör Bertram weckte mich dann gnädigerweise irgendwann in der Nacht, so dass sich meine Rückenschmerzen noch in einem gerade erträglichen Rahmen bewegen. Aber was nimmt man nicht alles für seinen Lieblingsverein in Kauf, schließlich trägt Tradition jeden Trend, mein lieber Dietmar…
Übrigens, interessant, was die amerikanische Wikipedia so alles über Dich weiss, hoffentlich wissen diese asozialen Fans morgen nicht mehr.
Schnappschuß des Wochenendes
Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer am November 24, 2009 von schnurzelettiAuch wenn der DTS von 1998 weder auf Kloppo noch auf Enke eingehen will, werden wir auchweiterhin unangenehme Wahrheiten ansprechen:
4 RiesENKErle auf Tour!
Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags Enke, Mumford & Sons, Riesenkerl, Sigh No More, Suizid am November 22, 2009 von Horst-KevinDa es in den letzten 2 Wochen kaum andere Themen als den Selbstmord eines mäßig begabten Torhüters und die damit verbundene völlig übertriebene und aufgebauschte Trauer in allen Medien gab, wollen die Bichs dieser Entwicklung entgegenlENKEn und endlich mal wieder über etwas völlig anders sprechen. Nein, bei den oben angesprochenen RiesENKErlen handelt es sich nicht um unsere Vierlinge, sondern vielmehr um den Musikgeheimtipp Mumford & Sons aus London. Da wir ja wissen, dass der Bichblogleser vielseitig interessiert ist, möchten wir ihm diese Band ans Herz legen. Immerhin ist die Band so toll, dass Horst-Kevin es sich nicht nehmen ließ, diese Woche 2 Konzerte der Londoner zu besuchen. Da das Konzert in Nimwegen lediglich 12 Mark kosten sollte, ließ ich es mir nicht nehmen, am Sonntag einfach mal hinzufahren, ohne das bislang einzige Album der Band gut zu kennen. Mit im Gepäck war auch der ehemalige juristische Beistand der Bichvierlinge, Benjo Gerner, der sich auf der Hinfahrt wieder einmal als technisch äußerst beschlagen erwies und es schaffte, das extra ausgeliehene Navi in nur einer halben Stunde gekonnt an der Frontscheibe anzubringen, was den FahrzeuglENKEr ziemlich irritierte. Dementsprechend sicher kamen wir dann auch pünktlich in Nimwegen an, nur um nicht die schlechteste Vorband, die ich jemals gesehen habe, nicht zu verpassen. Den Namen verrate ich hier nicht, aber die Band war schlechter als Uwe aus Jena…
Danach begann endlich das eigentliche Konzert. Ausgestattet mit einem Kontrabass, einem Banjo, einer Akkustikgitarre und einem Keyboard begeisterten die 4 Briten das holländische Publikum in (leider nur) 75 Minuten völlig. Unter großem GelENKEinsatz verfolgte ich das Konzert und kann abschließend bedENKEnlos sagen, dass es eines der besten Konzerte war, die ich je gesehen habe. Die Rückfahrt mit Volker Pispers und einer Portion Pommes mit TomatENKEtchup bei einer bekannten Fast-Food-Kette, bei der wir äußerst freundlich willkommen geheißen wurden, rundete den Abend ab. Da mich das Konzert und die Musik der Band so begeistert hatten, beschloss ich, keine Kosten & Mühen zu scheuen, um auch dem am folgenden Donnerstag in Köln stattfindenden Konzert beiwohnen zu können. Leider war dieses jedoch bereits ausverkauft und so musste ich mir einen Trick ausdENKEn, um trotzdem noch an Karten zu kommen. Über ein anscheinend äußerst seriöses Internetgewinnspiel vom Hochschulradio Düsseldorf konnte ich 3 Karten gewinnen und mir wurde mitgeteilt, dass 2 Freunde und ich auf der Gästeliste stünden. Also machten wir uns Donnerstag auf den Weg nach Köln – diesmal ohne Herrn Gerner, was die Montage des Navis erheblich verkürzte – , um das Spektakel ein zweites Mal verfolgen zu können. In Köln angekommen, standen wir natürlich nicht auf der Gästeliste und wurden also auch nicht reingelassen. Die Rettung für uns war der Fahrradladen nebenan, in dem wir freundlicherweise die erhaltene E-Mail ausdrucken durften, was die Türsteher schließlich zum EinlENKEn brachte. Wir waren also drin und konnten uns auf das Konzert freuen. In Köln konnten Mumford & Sons mit exzellenten FremdsprachENKEnntnissen aufwarten und begrüßten die Menge auf Deutsch. Auch diesmal konnte das Quartett wieder restlos begeistern und so beendete ich den Abend völlig euphorisch nach einigen alkoholischen FroschschENKElfressergetränken um ca. 6.15 Uhr. Sicherlich 2 Konzerte von denen ich noch meinen ENKEln erzählen werde.
Um dem Bichblogleser die Band schmackhaft zu machen, hier mal ein Lied von Mumford & Sons, was sogar dem adipösen Bich gefällt. Das ganze Album ist hervorragend:
Youtube Generation
Veröffentlicht in Don't look Bich in Anger mit Tags Enke, Entgleisung, Velbert Dank, Velbert Frank, Velbert Tank am November 19, 2009 von schnurzelettiImmerhin vergessen wir dank modernster Kommunikationsmedien so gut wie niemanden mehr. Selbst scheinbar längst verschollene, einstige Weggefährten tauchen gelegentlich noch einmal in den Weiten des Cyperspace auf. Die Welt ist eben klein und doch voller Peinlichkeiten:
Von Fischbrötchen, Eßstäbchen und Tiramisu
Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags 50 + 1, 50 plus 1, deutscher meister, Freund und Helfer, Ultras Dortmund, Werder Dortmund am November 9, 2009 von schnurzelettiDa die Vorzeigeblogger vom DTS schon heute Mittag wie die Hafendirnen geackert haben, will auch Euer Lieblingsblog in Nichts nachstehen und Euch zeitnah über die Geschehnisse des Wochenendes in Kenntnis setzen. Nachdem bereits am Freitag in Dortmund das Bichumfeld einem subversiv-konspirativ Geheimtreffen beiwohnte und dort auch seine Kritik an der modernen Fußballgesellschaft postulierte, sollte es an den verbleibenden zwei Wochenendtagen wieder um die wichtigste Hauptsache der Welt gehen.
So sammelte sich pünktlichen zur samstäglichen Mittagsruhe ein doch recht verkaterter Haufen im schönsten Raucherbereich der Welt, von wo wir mit dem ÖPNV gekonnt den Weg zum Westfalenstadion zurücklegten. Leider durften die Amateure mal wieder in der überdimensionierten Heimat der Profis ihre Heimspiel austragen, gastierten doch mal wieder Menschenfresser aus Ostdeutschland, die 20 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer wie „Klassenfeinde“ behandelt werden. Dementsprechend war auch die Staatsmacht in völlig übertreibenem Aufgebot vor Ort und kesselte in Ermangelung ernsthafter Konflikte prompt die bichige Reisegruppe ein. Müßig hier nach Gründen zu fragen, wie gewohnt gab es keine und nach mehreren Drohungen unserer selbstverständlich ungekennzeichneten Freunde und Helfer informierten wir unseren Fanbetreuuer, der die unangenehme Angelegenheit dann schnell klären konnte. Danke dafür! Im Endeffekt stellte sich dann heraus, dass unsere Exekutive wohl nicht wußte, wo unsere Gruppe hinwollte, in Anbetracht eines 10m entferneten Fußballstadions in mitten einer Einöde von Parkplätzen und einer von mir persönlich dem Wortführer vorgezeigten Eintrittskarte auch völlig abwegig. Naja, an dieser Stelle wie gewohnt der Hinweis, dass gesunder Menschenverstand wohl eine Sekundärtugend im Auswahlverfahren des Nachwuchses darstellt – Befehle ausführen ist wohl nach wie vor als urdeutsche Tugend unabdingbar. Glücklicherweise sind in unserer Gruppe alle ruhig, friedlich und wohlgesonnen, so dass wir keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme boten…
Im Stadion dann das gewohnte Bild, bei einer Auslastung von knapp drei Prozent, nicht annährend so etwas wie ein stimmungsvolle Kulisse, obwohl die Ultras beider Seiten durchaus bemüht erschienen, die „Mitmachquote“ (für die Außenstehenden sei gesagt, dass es sich hierbei um die neue Ultradeutschformulierung handel) bei den Erfurtern liess aber zu wünschen übrig. Neben einem gemütlichen Nachmittag geprägt von lustigen Unterhaltungen und einem recht souveränen 1:0 Erfolg unserer Kleinen, bleiben mir vor allem die beiden neuen Amateurlieder in Erinnerung, die „sehr zu gefallen wissen“ (Old School Ultra Formulierung).
Nach Spielende ließen die Bichs dann den Nachmittag in der Stadionkneipe der Roten Erde bei Fußball, Mineralwasser und Hefeteilchen ausklingen, zu sehr steckten vor allem mir noch die Strapazen des Vorabends in den Knochen.
Dementsprechend erfreute sich der 1. FC Pennematz mal wieder großer Beliebtheit, so dass ich sonntag morgen wieder im Vollbesitz meiner Kräfte zu neuen Taten schreiten konnte. Schließlich stand noch das Spiel der Profis bei den wiedererstarkten Bremern auf dem Programm des arbeitscheuen Fußballfans. Heute entscheiden wir uns zu einer richtigen Retrotour ohne Bier dafür mit Schal, Kloppo Jacke und Snör Bertram. Komplettiert wurden die Reisegruppe von Chauffeur Kai-Uwe, dem diskreten Methusa Ben und selbstverständlich dem Herren der Kackfässer. Ohne erwähnenswerte Vorfälle kutschierte der Fanastra unsere illustre Fünferbande in die Hansestadt, wo wir auf die andere Essener Reisegruppe um Huub, Jan von Liv, Liv von Jan und den koreanischen Austauschstudenten Hen Se trafen. Dank deren bewundendertswerter Ortskenntnis schnell die Kfz auf einem Behindertenparkplatz mit angeschlossenem Fahrradständer in mittelbarer Stadionnähe geparkt und ins Vergnügen gestürzt.
Aufgrund unserer frühen Ankunftszeit hatten wir nach einem Gewaltmarsch ohne Todesfolgen noch die Chance in einer kleinen Spelunke die erste Halbzeit des Hamburg-Hannover-Bielefeldspiels zu verfolgen. Hierbei wurde zum Ensetzen des weltschlausten Menschen und seiner Fitnessstudioschwester Kaffee, Cappucino und Tiramisu gereicht. Angeblich sind wir sehr spießig geworden.
Zeitnah begaben wir uns dann aber ins Weserstadion, schließlich waren wir sehr gespannt, wie der Baustellenblock aussieht. Mir gefiel er sehr gut, ein großer Stehplatz der traditionellen Art, wenn man mal von den dezenten Baukränen absieht. Wir positionierten uns ganz oben und beobachten ein gutes Spiel unserer Wunderelf. Selten kann man nach einem Auswärtspunkt in Bremen behaupten, dass da tatsächlich mehr drin war. Paraguaynixjäger Nelson sei Dank…
Stimmung war aus einem unerfindlichen Grund zumindest auf unserer Seite eher mau, ob es am fehlenden Dach, an der sonntäglich Müdigkeit oder doch der Weitläufigkeit des Blocks sei mal dahingestellt – Fakt ist, dass sicherlich unserer schlechtester Auftritt seit langer Zeit war. Dies genügt nicht unseren Ansprüchen – mangelhaft!
Nach dem Spiel stellte sich erneut unser Parkplatz als wahrer Glücksfall heraus – ohne Stau gings es ruckzuck (nach kurzer Diskussion mit einem entspannten Einheimischen und seiner Gattin, die eventuell mit Eßstäbchen ausgerüstet hätte sein können) zur Autobahn und ab ins geliebte Ruhr-Biet – wo noch der Döner meines Vertrauens meinen immensen Hunger befriedigte – Fischbrötchen gabs nämlich für mich nicht!
„Normale Menschen sind so scheiße!“
Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags Ultras, Hooligans, Fans, Ultras Dortmund, Elbflorenz, Rollator, Ultra Aufkleber, Aufkleber, Aufkleber ultras Dortmund kaufen am November 8, 2009 von schnurzelettiSo eloquent formulierte das Kackfass am Freitag Abend seine Gesellschaftsphilosophie. Anlass war der Besuch des Bichumfelds beim Dortmunder Methusa Ben, der sein biblisches Alter mit uns feiern wollte. So ließ sich auch niemand lumpen und es wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um ein vernünftiges, brauchbares und sinnvolles Geschenk zu erwerben:
Der Methusa versorgte die weitgereisten Fans in Anführungszeichen mit goldenem Nektar, so dass einige auf der Rückreise noch ein Abenteuer der Bier-Gerdi-Art (weiterhin gute Besserung) erlebten, bevor wir am nächsten Tag vor dem Heimsieg der Amateure noch alle gemeinsam ein Abenteuer der tausendreihundertzwölften Art erlebten.
Jetzt gehts nach HB, daher wie gewohnt, Mitte der Woche mehr!
Lila Woche zweiter Teil – Amateure in Aue
Veröffentlicht in Jan von Liv erklärt die Welt mit Tags Alle Bichs sind Kutten, Keiner fährt mehr auswärts, zu weit am November 2, 2009 von schnurzelettiNachdem unter der Woche schon der unrühmliche Auftritt bei den Violetten in Osnabrück über uns gebracht wurde stand am Samstag als einzigem des Bichhaufens eine Tour nach Aue auf meiner Agenda.
Nachdem die Großen beim BVB schon am Freitag in einer weiteren Vollgasveranstaltung die Hertha aus Berlin förmlich zerlegt hatten und selbst unser geliebter Patrick-Uwe mit zwei Vorlagen zu glänzen wusste sollte es am darauffolgenden Morgen um 5:30 gen Erzgebirge gehen. Da der DTM-Vizemeister-Besieger mich dankenswerterweise noch nach Hause fuhr konnte ich noch einen dreieinhalbstündigen Pennematz einlegen.
Schlaftrunken griff ich dann zielgenau zu meinen Klamotten, klaubte meine Wegzehrung zusammen und merkte dann in der U-Bahn sitzend, dass der Pullover in Schachter-Lila strahlte. Sauber, so kanns losgehen. Im Bus angekommen blickte ich dann in noch mehr verquollene Gesichter. Entweder vom Suff, von zu wenig oder keinem Schlaf – oder halt beidem. Helmut drehte die Heizung auf Anschlag und so schmorte jeder dann in dem Siff, den er vom Hertha-Spiel mitgebracht hatte. Insgesamt waren Hin- und Rückfahrt mehr oder weniger ein Dahinvegetieren, gepaart mit Schlafen und ziellos in die ostdeutsche und westfäliche Dunkelheit starren. Abwechslung schaffte neben einer lesenswerten „Blickfang Ost“ eine Zitatenschlacht aus Dokumentationen über die deutsche Kulturelite. Untermalung schaffte eine gefühlte Dauerschleife des Crazy Frog. Unterbrochen wurde diese Tristesse in regelmäßigen Abständen durch „chalbe Stunde Pause“.
Nachdem schon im Bus von der legendären Auer Nudelpampe geschwärmt wurde galt es dann sobald man im schmucken Stadion stand diese zu erwerben. Der Vordermann in der Schlage konnte aber natürlich den letzten Nudeltopf ergattern. Na Klasse! Man konnte aber die Küchenperle dazu überreden noch eine weitere Rutsche klar zu machen. Dies sollte aber eine Weile dauern sodass ich mich mit der Zone in die Sonne setzte und bei dem ganzen Lila über die gute alte Lila Pause diskutierte. Abschließend konnten wir nicht feststellen ob es diese nun noch gab oder ein Opfer der modernen Nahrungsmittelindustrie geworden war. Allen neugierigen Nostalgikern sei gesagt: Die Produktion wurde leider 2007 eingestellt. Was ist bloß aus der Kuh geworden, die Kohorten von Großstadtkindern weißmachte, dass es lila Kühe gibt?
In der zweiten Warteschlange noch schnell einen Blick in den ausliegenden Fanartikelkatalog geworden und siehe da, auch lila Vereine bieten noch zusätzlich eine Ladies Edition an. Zudem noch Devotionalien von Wismut Karl-Marx-Stadt und Fortuna Düsseldorf. Dieses mal war dann wirklich der Nudeltopf gänzlich auserkauft, aber ich bekam die allerletzte Schüssel. Obwohl er eigentlich ein ziemlich kärgliches Mahl darstellte war es doch eine nette Abwechslung zum sonstigen 0815-Standard-Arena-Fraß wie auch das sonstige Ambiente.
Während des Essens wurde dann mir gegenüber noch die Frage aufgeworfen warum das Stadion bitte Erzgebirgsstadion hieße und wofür man bitte Erz bräuchte? Das Spiel begann für die Ultras von die Amateure dann mit ein paar Minuten Verspätung nachdem die Polizei, vielleicht angestachelt durch das skandalöse BGH-Urteil, zweien den Zugang zum Stadion aufgrund eines angeblichen Stadionverbots verwehrte. Tolle Wurst. Erst braucht‘s keinen Grund und jetzt noch nicht einmal ein Stadionverbot um nicht zum Spiel zu dürfen. Wieder zurück in der Kurve fiel direkt das 1:0 durch einen sehenswerten Heber über Marcel Hötteke und wiederum einige Sekunden später der Ausgleich durch den noch sehenswerteren Torwartfehlers des Auer Pendants, der sich den sicher gefangen Freistoß von Julian Koch einfach mal selbst in die Maschen schmiss. In der Folge gab es dann noch einen verwandelten Elfmeter für die Schachter und den wiederum folgenden Ausgleich durch den BVB. Ein Unentschieden, worüber man nach den letzten Wochen schon glücklich sein muss obwohl heute mehr drin gewesen wäre.
Insgesamt plätscherte das Spiel vor den 9000 Zuschauern dahin, Dortmund hatte insgesamt die meiner Meinung nach besseren Chancen, konnte aber wie zuletzt auch zu wenige davon in Tore ummünzen. Auch der Gästeblock plätscherte eher dahin. Die Strapazen standen dann doch den rund 200 Gästefans auf den Stimmbändern. Die Gegenseite gönnte sich, abgesehen von wiederholten, in feinstem Sächsisch vorgetragenen Schieber-Rufen, augenscheinlich auch eher eine Auszeit, nachdem am Vorabend schon das Derby der Zweitvertretung mit Zwickau angestanden hatte.
Nach Schlusspfiff wollte Team Green dann doch den guten Gastgeber spielen und machte mit uns noch eine kleine Exkursion (allerdings ohne Geländeansprache, dafür mit Blaulicht) durch die sächsische Haldenlandschaft. Für den Geomorphologen sicher nicht uninteressant. Auf eine kleine Einkaufsrast, worauf sich viele gefreut hatten, musste verzichtet werden da im gesamten Freistaat der Jahrestag der Kriegserklärung zum 30-jährigen Krieges gefeiert wurde. Stattdessen rastet man doch viel lieber eine geschlagene Stunde bei völliger Dunkelheit und dichtestem Nebel mit circa 2 Metern Sichtweite in der Weltstadt Eichelborn im trostlosen Nirgendwo in der Gaststätte zum goldenen M. Schlussendlich fand der Abend dann doch noch ein positives Ende indem man den 23:45er-RE1, den man traditionellerweise sonst um 3 Minuten verpasst, knapp noch erreichte.
Nächstes Wochenende stehen die erstarkten Bremer sowie mit Erfurt der nächste Ostclub auf dem Programm.




