Archiv für Oktober, 2008
1 Tor, 2 Punkte im Sack, 3 Meter Kölsch, 4linge
Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer mit Tags Baileys, BVB, Dortmund, Hurensöhne, Köln, Werner am Oktober 30, 2008 von bichvierlinge Kurz zusammengefasst war das der Ausflug der Bich-Brüder in die Hauptstadt der Schwulen. Nachdem sich die Vierlinge durch den beherzten Einsatz des Fettesten einen Vierer im RE nach Colonia gesichert hatten, vernichteten Sie das erste Fangetränk des Tages. Es sollte erwartungsgemäß nicht das letzte an diesem Tag gewesen sein. Am bereits seit 7 Tage brennenden Dom vorbei und auf der Asche tanzend zog das Quartett auf Empfehlung ins Früh-Brauhaus, um dort für schnapperhafte 1,60 Euro ein Reagenzglas nach dem anderen zu vertilgen. Sie schafften ganze drei Runden, dann obsiegten der Geiz und die Lust auf eine unglaubliche Wanderung durch die Weltstadt, die von der Finanzkrise in keinster Weise geschockt gewesen sein dürfte. In Köln gibt es nämlich gar keine Banken. Dieser Tatsache nicht bewusst, zogen die Vierlinge, die temporär von Horst-Kevins Groupies begleitet wurden durch die komplette Innenstadt und man war schon fast in Leverkusen, als Kai-Uwe und Horst-Kevin doch noch ein paar Jecken-Dollars bekamen.
Mit prall gefülltem Säckel ging es dann vom Heumarkt zum Neumarkt zum Heumarkt und wieder zum Neumarkt. Dort angekommen zog es Herwich in eine Hooligan-Kneipe des Eff-Zeh, um angestachelt von G.Wald Bich seinen latenten Gewalt-Trieb ausleben zu können. Leider waren die Kölner Opfer und keine Gegner und so ging es weiter, bis ein Schild die Aufmerksamkeit der Vier weckte: „1 Meter Kölsch: 12 Euro“. Das Schild war einfach unwiderstehlich und so zog man in die Kneipe ein und sicherte sich das miese Hinterzimmer mit bequemer Sitzmöglichkeit. Drei Meter Kölsch, drei Wiener Schnitzel und eine Bauernpfanne später verließ man die Lokalität um die Fans in Müngersdorf nicht warten zu lassen. In gemütlicher Sardinen-Atmosphäre ging es dann zum Stadion, wo man noch eben einen Abstecher zur Hooligan-Wiese machte, um ein paar Jecken weg zu klatschen – natürlich nur in Gedanken. Gewalt gehört zum Fußball, wie Baileys zum Schocken. In der Bahn zum Stadion gaben die Eff-Zehen noch ein Kuttenlied feinster Dichtart über den geliebten Nachbarn aus dem Bayerwerk zum Besten. Hierauf werden die anderen Vierling jedoch sicherlich noch eingehen.
Im Stadion angekommen präsentierte sich der Gästeblock im oberen Teil erstaunlich leer, dafür war unten kuscheln angesagt. Bei den Temperaturen auch besser so. Das Spiel der schwarzgelben war gut, allerdings hatten sie es nicht so mit dem Toreschiessen, was dazu führte, dass Florian Kringe seinem alten Arbeitgeber einen einschenken musste, damit Borussia am Ende die zwei Punkte im Sack haben konnte. Nach dem Spiel musste G.Wald noch ein bisschen alleine auf der Hooliganwiese umhertollen, was dazu führte dass die Gebrüder eine gefühlte Ewigkeit warten mussten. In feinster Tokio-Manier wurde die Straßenbahn gekapert und es keimte Hoffnung auf, man könne den Regionalexpress noch erreichen. Doch Horst-Kevins 800m-Fabel-Weltrekord reichte nicht aus, um den RE zu erwischen. So musste ein weiteres Bierersatzgetränk herangeschafft werden und kaum war man eine halbe Stunde durch Deutz geirrt, fand sich ein Kiosk, der sogar echtes Bier verkaufte. Einfach herrlich. Mit dem nächsten RE ging es dann gemütlich in die Heimat und wären wir nicht gewesen, der Schwarzfahrer Werner, wäre wohl schuldig im Sinne der Anklage gewesen. Den Schaffner einfach gnadenlos zuzutexten scheint immer noch die beste Möglichkeit zu sein, einer Bestrafung zu entgehen.
In Essen angekommen, überlegten die Vierlinge, wie sie das erfolgreiche Open Air in Müngerdorf in gemütlicher Runde ausklingen lassen können. Das Glücksrad blieb beim Gemarkentreff stehen, was gleichzeitig Kai-Uwes „Kneipe in unserer Straße“ ist und zumindest von drei der vier Linge des Öfteren konsultiert wird. Unzählige Schock-Runden und 50 Baileys später gings dann ins Land, in dem der 1. FC Pennematz Deutscher Meister ist. Der nächste Tag war für Ewald besonders hart, denn außer Kamillentee wollte sein Körper nichts in sich aufnehmen. Verflucht seiest du, Bier aus dem Reagenzglas!
Auf bald,
Euer G.Wald
Derbysieger spielt unentschieden
Veröffentlicht in DerEwigeZweite, sinnVOLL am Oktober 29, 2008 von schnurzelettiEin Blick auf den Kalender verrät es, es ist tatsächlich schon wieder Mitte der Woche und der geneigte Bichblogleser hat immer noch keinen neuen Lesestoff bekommen. Der Schuldige ist schnell benannt, es handelt sich selbstverständlich um Elke Heidenreich, die für eine Sonderausgabe von „Lesen Ausrufezeichen“ noch schnell die neuesten Abenteuer der Bichs rezensieren wollte. Zum Glück ist diese intellektuelle Studentenshow nun abgesetzt, so dass wir unsere Artikel endlich wieder veröffentlichen dürfen. Hurra!
Wochend und Sonnenschein und dann mit der Familie allein. Getreu diesem Motto lud Kai Uwe am Samstag Vormittag die Familie zum gemeinsamen Brunchen ein, welches die freundliche Frau Putzig für uns vorbereitete. Einen verrückten Bruder unseres Ansprechspartner Mighty später (Achtung, sinnfreies szeneinternes Wortspiel) ging es dann mit dem bekannten Fanastra nach Wanne Eickel, wo die tapferen Amateurrecken dem blauen Abschaum aus der Ruhrgebietsstadt mit dem geringsten Durchschnittseinkommen mal eben die Grenzen aufzeichnen sollten. So eine Demontage der Meineidler würde ich mir bei unseren Profis auch einmal wünschen, bin aber durchaus optimistisch, dass der Messias das auch hinkriegen könnte.
Die beiden anwesenden Bichs wurden während des Spiels noch von einem bulligen Kaufmann ausOberhausen über eine gesellschaftliche Neuordnung aufgeklärt, die revolutionären Auswirkungen der Finanzkrise scheinen auch am Fußballstadion nicht spurlos vorbeizugehen. Apropos Oberhausen, der blonde Engel der Stadt schaffte es irgendwie nicht, in Wanne aufzutauchen. Gerüchteweise war er in Dortmund mit seiner Süßen untergetaucht. Das taucht doch irgendwie alles nichts, zum Glück hat sich aber keiner was vertaucht. Peng!
Nach dem Spiel ging es schnell zurück in die Kulturhauptstadt, um nach Gottesdienst und üppigem Mahl in Heisingens zweitbestem Gastronomiebetrieb schnell ins LC Gebiet zur dortigen Fünfjahresfeierlichkeit aufzubrechen. An dieser Stelle nur so viel: Ein perfekter Abend in perfektem Umfeld mit perfekten Leuten, was will man mehr? Großer Dank auch nochmal an unsere unkonventionelle Anreisemöglichkeit. Morgens um sechs erreichte ich völlig erschöpft wieder meine Zuhause, nichtmal ein Abschlußbier im Gemarkentreff war für mich möglich. Also schnell dem Pennematzgott ein Opfer dargebracht, bevor ich mich gegen 13.00 Uhr bereits wieder aus dem Hause quälen mußte, wollte man doch auch dem Heimspiel der Profis beiwohnen.
Dieses ging, wie in letzter Zeit üblich, schiedlich friedlich 1:1 Unentschieden aus, wie bereits gegen Hannover und Werder war aber mehr drin. Wir sollten mal damit anfangen, unsere Chance zu nutzen. Hoffentlich feheln uns diese Punkte nicht am Ende, für was auch immer…
Geburtstagskind Ewald, der Bichblog gratuliert herzlich, wurde nachdem Spiel auch noch begrüßt und durfte zur Feier des Tages noch Herwig und Kai Uwe nach Hause fahren, welch ein nettes Geschenk für unseren Bruder.
Heute dann das Highlight, erstmal seit ihrem Konzert in der Straßburger Innenstadt werden die Bichvierlinge wieder gemeinsam auf Tournee gehen, ab 20.00 Uhr kann man sie im ausverkauften Stadion zu Köln Müngersdorf antreffen. Viel eher wird wohl keiner da sein, soll man doch in Colonia Gerüchten zu Folge ein Bierersatzprodukt namens Kölsch zu sich nehmen können.
Wo die Weser einen großen Bogen macht…
Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer am Oktober 21, 2008 von schnurzeletti… das ist natürlich Werder Bremen und nicht Kaiserslautern, trotzdem reisten unsere tapferen Abenteurer ersteinmal in die pfälzische Provinz. Wider Erwarten handelte es sich beim Anlass nicht um ein Spiel des legendären Ballspielvereins von neunzehnhundertundneun, vielmehr jährte sich erneut die Anwesenheit des Vieraugenvierlings auf diesem Planeten.
Da wir nach unserem letzten Aufenthalt nun bundesweites Sandhausenverbot haben, mußten wir uns leider mit der zweitbesten Partystadt begüngen. Da es das Schicksal doch manchmal gut mit uns meint, wollte es der Zufall, dass der Vieraugenjunge ausgerechnet in der Metropole unserer Begierde ein ultrawichtiges Kuttenseminar besuchen sollte. So chauffierte das Tischtennis-Ass Horst Kevin seinen Bichbruder Herwig sowie den edelmütigen Snör Bertram und den Benjo-Gern-Air Fluglotsen Ger-Jet im Fan Golf gen Hölle der roten Teufel.
Aufgrund der intensiven Lektüre von Jugendkriminalgeschichten wurde die illustre Reisegruppe vor so gut wie keine Hindernisse gestellt, als sich Kai Uwe nicht sofort finden ließ. Wir ließen uns einfach von unserem Instinkt leiten und fanden ihn dann in der nächstbesten Pinte in der „Innenstadt“ von Kaiserslautern. Eine kleine Portion Kürbisnudeln und etwas Entenbrust später, war es bereits an der Zeit die Tassen zu heben und dem kleinen Vierling der Familie zu gratulieren. Glückwunsch! Unser Fluglotse erklärte noch schnell wie am effektivsten von Dortmund nach Oberhausen oder von Duisburg nach Hause kommt, bei diesen Fabelzeiten würde selbst Korti vor Neid erblassen.
Leider rief um 2.00 morgens schon wieder die Pflicht, schließlich sollte es schon in gut sechs Stunden in Deutschlands zweitkleinstes Bundesland gehen, selbstverständlich stilecht mit dem metromäßigen Wochendticket. Hortst Kevin fuhr uns wohlbehalten in die Heimat, allerdings hatten auch Ger-Jet und ich unseren Anteil daran, schließlich sorgten wir mit unserem Symphonieschnarorchester dafür, dass für den Fahrer nicht einmal annähernd so etwas wie Langeweile aufkam.
Um 5.30 erreichten wir den Leuchtturm des Heimathafens, und konnte immerhin noch eine Halbzeit des 1. Fc Pennematzes schauen. Hurra.
Als Ger-Jet und Herwig am nächsten Morgen das Haus verlassen wollten, erwartete sie der nächste Schock! Keiner von beiden konnte seinen Wochendticketrucksack finden, so dass noch vor der Abfahrt der örtliche Supermarkt beehrt werden mußte.
Ohne Probleme konnten wir nun unsere Prachtkörper in den Zug nach Bremen hieven, mit dem wir entspannt in die Hansestadt fuhren. Die Fahrt stand ganz im Zeichen des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki, der die Verleihung des deutschen Fernsehpreises aufgrund der Niveauarmut der aktuellen Fernsehformate abgelehnt hatte. Reich-Ranicki wäre durchaus angenehm überrascht gewesen, hätte er den Unterhaltungen den Szene Dortmund beiwohnen können, von Schopenhauer über Nietzsche, von der menschlichen Anatomie bis zum Austausch aktueller Rezepte von Lafer und Lichter, alle Facetten deutscher Kunst wurden ausführlichst behandelt. Insbesondere das Referat des Oberhausener Topmodels wusste hierbei zu Begeistern, selten wurde wohl eine anschaulichere Abhandlung zu Ausbreitung von Flüssigkeiten in Plastiktüten verfasst. Respekt!
Da weder in Bielefeld noch in Bremen am HBF irgnedetwas nennenswerte passierte, erreichte man zügig das Weserstadion. Zurecht sollte man an dieser Stelle anerkennen, dass die Bremer den ursprünglichen Namen ihres Stadions immernoch beibehalten und trotzdem Dauergast in der Championsleague sind. Dann könnte sich mancher Ruhrgebietsverein mal eine Scheibe abschneiden. Moderner Fußball ist echt nur so mittel…
Die erste Häflte des Spiels plätscherte mehr schlecht als recht vor sich hin, so dass man schon befürchtete irgendwann im Laufen des Spiels den Anstrengungen des Vortages und der Hinfahrt Tribut zollen zu müssen. Glücklicherweise ersparten mir die Kontrahenten diese Peinlichkeite und spielten in der zweiten Hälfte wie entfesselnd. Sechs Tore und ein unter dem Strich nicht ungerechtes Unentschieden waren die logische Konsequenz. Schade, dass unser Torwart beim Stande von 2:1 für die Guten einen nicht gänzlich unhaltbaren Ball passieren liß, aber ich habe mir damals geschworen, nie wieder über einen Torwart zu meckern – Hauptsache er heißt nicht Lehmann oder sonst irgendwie blau… Also laß ich es auch.
Nach dem Spiel das übliche: Proviant kaufen, einsteigen, einschlafen, umsteigen, Bier trinken, Kutten zu hören, welche Menschen im schwarzundgelben Ruhrgebiet, die immer nur total besoffen sind besingen, Kutten zuhören, welche Rakete feiern, mit Marco W. zu neunziger Dancefloormusik zeigen, mit Chuck Moritz ein Fachgespräch übers Bügeln führen…
Als wir gegen 23.30 endlich wieder in Dortmund ankamen, war ich so müde, dass ich tatsächlich nur 2 Stunden in der Stube aushalten konnte, bevor ich nach kurzer Fahrt mit meinem geliebten RE 1 endlich in einen komatösen Schlaf fallen durfte, den zum Glück nicht einmal mein besonderer Freund das Deckenklaumonster stören konnte…
NUR der BVB!


