Archiv für September, 2008

Im Südwesten nichts Neues

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer am September 29, 2008 von schnurzeletti

Endlich wieder Samstag, endlich wieder Fußball. Es ist doch schön, wenn der alte Trott einen wieder einholt und man schön englische Woche für englische Woche das Stadion besuchen kann. Heute ging es zu Hause gegen den VfB aus Stuttgart, immerhin den Meister der vorvergangen Spielzeit und wahrscheinlich der zweitgrößte Profiteur vom legendären 12. Mai.

Die illustre Reisegruppe, die sich also in frühen Morgenstunden Richtung Kreuzviertel begab, bestand aus den zwei Bichvierlingsbrüdern sowie einem guten Oberhausener Freund, dessen Geschichte vom Vorabend für den ein oder anderen Lacher sorgte, schließlich hatte er sowohl sein Handy als auch seine EC Karte verloren, natürlich völlig ohne berauschende Hilfsmittel…

An der bekannten Dortmunder Szenelokalität gabs ersteinmal eine Unterrichtseinheit für die Metros in Sachen Würfelstyle, bevor wir die gemütlichen Teil des Tages noch im Roten Erde Biergarten ausklingen ließen. Da wir erst um 15.15 im Stadion waren, entschieden sich Herwig und Kai-Uwe das Spiel aus der Südwestecke im Sitzen zu gucken und uns nicht auf die völlig überfüllte Südtribüne zu quetschen. War auch besser, Horst-Kevin wird wissen warum…

Zu allererst mußte sich nun eine gute Lüge ausgedacht werden, damit man auch mit dem Aufzug nach oben fahren kann. Kai-Uwe reagierte gewohnt pfiffig und behaupte einfach dummdreist, dass sein Fuß gebrochen sei. Der Ordner hatte sofort Mitleid und gewährte uns die Fahrt nach oben – easypeasy…

Wenn der BVB immer so spielen würde wie am vergangen Samstag als ich den gewohnten Platz in Block drölf tauschte, dann wäre ich sicherlich schon ab dem übernächtsten Heimspiel ;-(( Stammgast in der Ecke, denn Borussia legte sofort los wie die Feuerwehr. Weidenfeller konnte bereits in Anfangsphase die einzig aussichtsreiche Situation von Herrn Gomez vereiteln, bevor der heute bärenstarke Hajnal Borussia mit 1:0 in Führung brachte. Ganz anders als sonst, stellten sich die Borussen nun nicht der Führung einfach hinten rein, sonder stürmten die verbleibenden 80 Minuten munter weiter und gewannen schlußendlich hochverdient. Stellt sich nur die Frage, ob wir so gut, der Messias taktisch so ausgefuchst oder die Schwaben einfach nur schlecht waren…?

Immerhin macht das ganze nun Richtig Appetit auf die Fahrt nach Udine, bei dem vorgestrigen Ergebnis würden wir ja sogar in die Gruppenphase einziehen. Wir holen den U-U-efa Cup und wir werden Deutscher Meister. Selbst wenn wir wider Erwarten ausscheiden sollten, können wir uns trotzdem über dieses Highlight freuen, wir waren schließlich fünf Jahre nicht mehr in Europa unterwegs!

PS: Eigentlich wars das ja soweit für Samstag, sollte ich nicht noch kurz den armen, kranken Snör Bertram grüßen, hoffentlich geht’s Dir bald wieder besser!

PPS: Dem geneigten Fußballfan wird aufgefallen sein, dass der Titel nur bedingt den Tatsachen entspricht, und lediglich als Analogie zu einem bekannten Buch, ja Buch(!) gewählt worden ist. Genau der Intellektualität: Ficken Oi!

Und weiter geht’s im Sauseschritt

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer am September 26, 2008 von schnurzeletti

Am vergangenen Mittwoch stand mit der DFB Pokalpartie Borussia Dortmund gegen Hertha BSC Berlin das vierte BVB Spiel innerhalb von sechs Tagen an. Leider hatten die Profis ja in letzter Zeit gezeigt, wie man sich eindrucksvoll vorführen läßt, so dass sich die Essener Reisegruppe, bestehend aus sagenhaften drei Bichvierlingen, mit eher gemischten Gefühlen in Richtung Bierhauptstadt begab.

Da man noch dem vierten Vierling verabredet war und endlich einmal mit der gesamten Familie etwas unternehmen konnte, verabredete man sich in einer bekannten Szenekneipe in Stadionnähe. Witzigerweise kamen alle Besucher dieser Lokalität mit Ausnahme des Scharnhorster-Vorort-Horst-Tapperts , auch bekannt als der Sittich, aus der Kulturhauptstadt. Also schnell zugeprostet und etwas Mut angetrunken, die Erlebnisse der vergangenen Tage Revue passieren lassen und schon ging es auf ins Westfalenstadion. Da nur knapp über 30.000 Zuschauer die Eingangskontrollen passierten, war es heute angenehm leer, so dass man sich endlich mal nicht unter Verwendung von Knien und Ellbogen in Block Drölf kämpfen mußte.

Erstaunlicherweise verhält sich die Stimmung im Stadion antiproportional zur Zuschauerzahl, weswegen heute eigentlich durchgängig die Mannschaft unterstüzt werden konnte. Die Südtribüne und die engen zogen endlich an einem Strang und auch die nur spärlich gefüllten Ost- bzw. Westtribünen konnten phasenweise sehr gut animiert werden.

Das Spiel verdient eigentlich das Prädikat 0:0 der schlechteren Sorte, hätte nicht Nelson wieder einen Elfmeter erarbeitet, Alex diesen verwandelt und Neven den Berlinern ein Tor geschenkt. Da aber nicht Bundesliga war, mußte ein Sieger ermittelt werden, also Verlängerung. Der Messias wechselte schnell Diego und Nuri ein, die auch prompt nach schöner Freistoßkombination die Siegtreffer erzwangen…

Nach dem die Führung dann 16 Minuten lang nach Hause gezittert hatte, wurde die Mannschaft noch zu einer Humba gezwungen, was mir erstens zeigt, dass die Anzahl der Vollhonks in Dortmund wahrscheinlich genau so hoch ist wie in der Lukas Podolski Stadt, und dass zweitens selbst bei 30.000 die Idioten kommen, sind immer keine Schön-Wetter-Vollhonks…

Fazit ist, dass wir unserem Ruf als Cupmannschaft gerecht geworden sind und nun beruhigt nach Calcio fahren können, die Italiener müssen sich warm anziehen.

Achso, Samstag ist ja auch noch Bundesliga, Dortmund empfängt den VfB aus Stuttgart inklusive supi WM Held Jens Lehmann, also nehmt Euch Ohrenschützer mit – allen mitlesenden SG.de Forumsnutzern geb ich noch folgendes mit: Dietmar Hopp du Sohn eines Lehmanns bleibst mein Feind, Lehmann raus!!!

Schlechter Fußball

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer am September 23, 2008 von schnurzeletti

Arrrrrrrrrrrgh – alles was ich am Fußball nicht mag, bekam ich in Hoffenheim in konzentrierter Form zu sehen:

  • sinnloser Retortenverein vom Dorf mit entsprechenden Dorfultras
  • fast noch sinnloseres modernes Fußballpublikum
  • kriechende Vereinsfunktionäre
  • sogenannter „Fußball“ in Anführungszeichen

Während sich der BVB von in allen Belangen überlegenen Hoffenheimer Traditionsveteranen auseinandernehmen ließ, begann das eigentliche Drama des Tages. Mäzen, Gönner und Übermensch Dietmar H. aus H. – seines Zeichen ein knallharter, mit allen Wassern gewaschender Geschäftsmann und Multimilliardär – probte schnell für das Rührstück des Jahres. Nachdem die Dortmunder Fans ihre Meinung zu Herrn H. kundtaten, suhlte sich dieser schon bald im Selbstmitleid, so wird er ein ganzes großes Vorbild werden, endlich mal ein Deutscher mit Selbstbewußtsein…

Das größte Kotzen krieg ich aber, wenn ich mir am nächsten Tage das kriecherische Verhalten unserer Offizieller und der Presse anschauen muß. Unfaßbar – Wir sind Borussia, Gemeinsam sind wir stark… Das ich nicht lache…

Guter Fußball

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer am September 23, 2008 von schnurzeletti

Was kann es eigentlich schöneres geben als ein Wochenende an dem man seinen innig geliebten Fußballverein sogar zweimal spielen sehen kann? Eigentlich nicht viel, es sei denn das zweite Spiel ist gegen den süddeutschen Traditionsverein aus Hoffenheim…

Das Wochende wurde wie gewohnt durch einen exzessiven Pennematz begonnen, bevor man Samstag Morgen bereits von acht Uhr vom Deckenklaumonster überrascht wurde und tatsächlich schon aufstand. Der Herrgott hatte mal wieder das die Arbeit vor das Vergnügen gesetzt, so dass ich mich bereits um 10.00 Uhr gen Baustelle Kulturhauptstadtbahnhof aufmachte um dem Treffen der AG Fanbuch beizuwohnen. Gewohnt souverän konnten der Herr, den alle kennen, und ich aber pünktlich um halb zwei die Veranstaltung verlassen, um dem eigentlichen Hauptereignis des Tages beizuwohnen. Erstmals in dieser Saison war es uns vergönnt, einem Pflichtspiel der zwoten Mannschaft des Ballspielvereinsnullneun beiwohnen zu dürfen.

Es läßt sich nicht leugnen, dass ich die Rote Erde richtig vermißt habe, endlich mal wieder Fußball ohne Sponsorenschnickschnack und übertriebene Sicherheitsmaßnahmen. Schnell die üblichen Verdächtigen entlarvt und begrüßt, entschieden wir uns, das Spiel abseits der Kurve auf der Haupttribüne zu verfolgen. Eine gute Entscheidung, konnte man so nicht nur das durchaus spannede Spiel verfolgen, man auch noch einen hervoragenden Blick auf die äußerst aktive Amateurkurve. Hinter der „Avanti Amateure“ konnte man durchaus ansprechende und kreative Unterstüzung der Mannschaft sehen und hören. Es ist mir unbegegreiflich, was die Namenlosen in den Internetforen (okay, die Formulierung habe ich gestohlen… Danke CdS) immer an sogenannten Ultras auszusetzen haben, es gibt nichts besseres, als diese Fußballstimmung, um es mit den Worten des „blonden Engels“ auszudrücken: „Wenn ich Geld hätte, würde ich die alle zum Bier einladen…“

Auch circa 20 mitgereißten Elversberger Gäste staunten nicht schlecht über die farbenfrohe Kulisse, zumindest drehten sich Köpfe recht oft in Richtung Heimkurve. Der Sportinteressierte wird ja bereits wissen, dass das Spiel 3:1 gewonnen wurde, war aber bei weitem nicht so deutlich, wie das Ergebnis vermuten lässt. Nach dem Spiel beeilte ich mich, rasch nach zu Hause zukommen, wo ich den gemütlichen Teil des Abends beim Spelunckenwirt einläutete und dann irgendwann in Frohnhausen ausklingen ließ…

Gekämpft wie die Löwen

Veröffentlicht in Pflückebeutels Abenteuer am September 1, 2008 von vierauge

In den letzten Tagen kusierte in Deutschland ein gefährlicher Virus. Die Cottbus Grippe legte wieder viele Fans des Ballspielvereins flach. Gott sei Dank blieben Herwich, Kai-Uwe und Ewald verschont, so dass 3 Vierlinge den Weg zum Fightclub antreten konnten. Die Fahrt begann für uns bereits am Freitag gegen 11 in der Essener Szene Kneipe Rullich, wo das kleine Schnurzelchen und ich die Stunden bis zur Abfahrt mit der örtlichen Suffprominenz verbrachten. Dabei wurde uns die Geschichte des Englischen Fußballs näher gebracht. Da wurde Highbury schnell an die White Heart Lane verlegt und You never walk alone entpuppte sich als  eine alte Bäckerweisheit, die sagt, dass man bei Regen seine Hände über die Pie halten soll. Erfahren ham wir auch noch, woher die Essener Löwen Ihren Namen haben. Sie waren stark wie die Löwen, ham gekämpft wie die Löwen und waren dumm wie die Löwen.

Leider mussten wir um 2 die Lokalität bereits verlassen, um mit samt unserer flüssigen Nahrung den Weg gen Hauptbahnhof anzutreten. Am Gleis trafen wir dann ein weiteres Exemplar mit dem Prädikat besonders wertvoll.  Robert war ein „Draufi“, der das Leben, die Liebe und vor allem uns liebte, schließlich hatte er den Arsch voll mit Koks.  Robert versüßte uns die Fahrt nach Dortmund, in dem in einer Tour durchredete. Alles krieg ich an dieser Stelle leider nicht mehr zusammen, aber es ging vor allem um die Vorteile des Drogenkonsums und das er sich nicht mehr runterkifft.

In Dortmund angekommen wurde es erstmals sehr hektisch. Der schwarze Mob wollte sich an einer Gruppe Wuppertaler rächen, was zur Folge hatte, dass unser Bus erst mit einer Stunde Verspätung losfahren konnte, schließlich musste aus der Willkürzentrale noch eine Hundertschaft ausrücken um uns gebührend zu verabschieden. Traumhaft, Gott sei Dank blieb es nicht beim diesem einen Treffen mit den Guten!!!

Die Hinfahrt verging doch recht schnell. Zuerst wurde unser Kasten köstliches Stauderbier geleert, dann machte ich den ersten wohlverdienten Pennematz. Dieser wurde jäh vom kleinen Fabian unterbrochen, der kurzerhand unser Freunde aus Gelsenkrichen zu Göttern empor hob. Da half auch keine Diskussion: „Die Wichser sind Götter“!!!

Die gute Stimmung der Hinfahrt wurde lediglich durch einen zweiten Zwischenfall der Polizei getrübt. Diesmal waren sie nicht auf der Suche nach Fußballfans, sonder führten eine allgemeine Verkehrskontrolle durch. Leider hatten unser liebenswerten Busfahrer vor 3 Wochen die Geschwindigkeit übertreten, so dass wir eine Stunde auf dem Rastplatz rumhängen durften. Jetzt endlich wurde uns bewusst, warum wir bereits um halb Vier losfahren sollten. Cottbus erreichten wir erst um 14 Uhr, trotzdem hatten wir genug Zeit, uns mit dem anderen Bich zu treffen zu dem wir uns dann auch im Block gesellten. Das Spiel hat wohl jeder visierte Leser gesehen, weshalb ich nur noch erwähnen möchte, dass ich niemals mit so einem guten Saisonstart gerechnet hätte. Außerdem war die Stimmung in Cottbus wirklich gut und der Sieg half auch, die Rückfahrt feucht fröhlich zu gestalten. Dabei halfen auch die 2 Freunde Lars und Aktion, die sich der Suffelite anschlossen.

Nach einigen Stunden Fahrt trafen wir dann noch auf ein Brandenburger Original. Er war Stahl Brandenburg Fan, der die Süd Schweine hasst wie sonst keiner. Außerdem hatte er auch ein gewisses Interesse seinen Prachtarsch seiner Frau und seiner Tochter zu präsentieren. Die Ostdeutschen sind halt die besseren Väter.

Ich verbrachte den Rest der Fahrt dann schlafend, wobei ich es schaffte ohne aufzuwachen meinen Platz zu wechseln. Man hörte jedoch, dass sich einige Fans noch hingebungsvoll dem Konsum von Kaltschalengetränken widmeten. Ein gewisser Herr Wollmongo hatte wohl noch eine kleine Sinnkrise, weil er von seiner Chefin den Schnapsgenuss verboten bekommen hatte. Eine Gemeinheit, schließlich sind die Wochen im Hafen ziemlich hart.

Gegen 4 Uhr lag ich dann endlich im Bett. Nächste Woche ist spielfrei, danach die Woche schon Derby. Das Fieber beginnt….