Archiv für August, 2008

Bayern und der BVB – die Freundschaft

Veröffentlicht in sinnVOLL am August 25, 2008 von schnurzeletti

Am vergangenen Wochenende gastierten die deutsche Fußballmannschaft, die man auf der ganzen Welt kennt, und der Club, der hierzulande die Rekorde hält, im altehrwürdigen Westfalenstadion. Heimspiele gegen die Bayern könnten eigentlich immer die entspanntesten Partien sein, schließlich wäre man selbst im Falle einer zugegebenermaßen unrealistischen Niederlage nicht allzu enttäuscht, dominiert der FCB doch seit Jahren nach Belieben die Liga. Leider muss man jedoch im vorhergegangenen Satz den Konjunktiv verwenden, da sich auch nach Jahren im unteren Niemandsland der Bundesliga noch das Gros der sogenannten „Fans“ in Anführungszeichen als direkter Konkurrent der „BUYern oder Bauern“ sieht und statt mit Gelassenheit immer voller Neid gen München blickt.

Der bichige Teil des Wochenendes begann ungewohnter Weise schon am Freitag abend, als sich mal wieder der aktive Teil der Pennematzszene verabredete, um die kommenden schweren Fußballaufgaben zu besprechen. Dabei genossen wir den Anschauungsunterricht von Rot-Weiß Essen, deren Regionalligatruppe mal eben en Passant die Blauen mit 4:0 wegballerten und damit dem BVB ein gutes Vorbild abgaben, so sollte es immer aussehen. Auf Drängen eines gewissen Herren ohne Nachnamen durfte nach dem Spiel nicht wie gewohnt unsere Stammkneipe aufgesucht werden, stattdessen probierten wir einen neuen Laden, das Bullich, aus, dessen Ambiente aber niemandem so richtig zusagte, so dass ich bereits um 1.00 auf dem Matrazenhorchposten patrouillierte.

Samstag morgen, nach erholsamer Zeit im Pennematzland, fuhr mich Deutschlands und der Welt beste AutofahrerIN (…ja Korti) erstmal zum HBF, wo für ich mich noch einmal ausdrücklich bedanken möchte, ich hoffe ich finde eine ähnlich freundliche Wortwahl wie am Samstag morgen für dich…

Aufgrund eines administrativen Treffen unserer Fanbucharbeitsgruppe mußte ich bereits um 10.30 in Dortmund sein, weshalb mich einsam als einziger Bich auf dem Bahnsteig wiederfand. In Dortmund angekommen wurde schnell der arbeitsintensivere Teil des Tages erledigt, hoffentlich kommen wir mit unserer Arbeit schnell voran, bevor ich mich mit den anderen Honkitonks, unter anderem einem Bich, treffen konnte. Zeitnah ging es auch schon in Richtung Stadion, schließlich musste man sich auf die Suche nach einem Kärtchen für unseren Freund, Seriendarsteller und Flugkapitän Ben Jo Gerner machen, die offensichtlich doch recht viel Zeit in Anspruch nahm, so dass man Block Drölf erst pünktlich zum Einlaufen der Teams betreten konnte.

Besonders im Gedächnis bleibt wohl jedem Anwesenden die schönen Transparente im Block, die unsere kreuzsympathische KGaA nochmal darauf aufmerksam machen, dass egal wie lange ein Vertrag läuft, egal wie wieviele Millionen fließen, niemand von uns wird jeh den Namen unser Spielstätte vergessen. Wir wissen wie unser Zuhause heißt, hier im Westfalenstadion sind wir alle an den Fußball herangeführt worden, hier haben wir mit dem BVB gefeiert und getrauert, manch Träne der Freude oder Enttäuschung vergossen. Egal wie das Stadion „offiziell“ bezeichnet wird, wir alle werden dafür Sorgen das der richtige Name präsent bleibt, bei uns, in unseren Medien und vor allem in unseren Herzen. Bezeichnungen kann man beliebig ändern, der Name bleibt für immer. Für immer Westfalenstadion.

Sportlich gesehen gehen die Meinungen auch noch heute, zwei Tage nach dem Spiel, deutlich auseinander. Während die einen froh darüber sind bei diesem Auftaktprogramm nach zwei Spieltagen schon vier Punkte zu haben, mokieren sich andere darüber, dass man gegen dezimierte Bayern in der zweiten Halbzeit nicht druckvoll genug agierte und somit vielleicht sogar zwei Punkte liegen gelassen hat. Die Wahrheit wird wie immer irgendwo dazwischen liegen, zumindest sollten wir uns nicht beschweren…

Nachdem Spiel trennten sich die Bichs mal wieder. Während der vieräugigere der beiden Vierlingsbrüder am Sonntag selber ein Spiel zu bestreiten hatte und entsprechend vernünftig den Heimweg wählte, gesellte sich Herwig noch zu der illustren Expertenrunde in der Sonne, wo man sich bei Bier und Gesang die Zeit mit der Sportschau vertrieb, bevor man gegen 20.00 gen Stübchen aufbrach, wo man noch ein Bier trank, bevor nach einem kurzen Intermezzo mit Suczuk (so richtig liebe Korrekturleser?) bereits vor halb acht wieder an seinem Bettchen ankam.

Nächste Woche gehts dann nach Cottbus, ausgerechnet zur Zeit wo wieder die Grippewelle herumgeht, heute hat sogar meine Nachhilfe schon abgesagt…

Saisonstart

Veröffentlicht in sinnVOLL am August 25, 2008 von vierauge

Hallo ihr Wertschätzer illustrer Fußballkultur,

etwas verspätet reiche ich für Euch den Leverkusenbericht nach, handelt es sich doch hierbei um die Eindrücke des menschgewordenen achten Weltwunders, unserem kleinen Vieraugenvierling.

Die Fußballfreien Zeit ist vorbei-und das ist auch gut so. Vorbei die Zeit, wo jeder dahergelaufe „Sevennationarmy“ Kuttentyp dir die taktischen Ausrichtung „unserer“ EM-Helden erklärt. Vorbei die Zeit, wo man am Wochenende überlegen muss, wie man sich beschäftigt. Die  Saison hat bekonnen und anders als in den letzten Jahren wird jetzt alles besser. Neuer Trainer, neuer Stürmerstar und neuer Championspartner, da konnte ja nix mehr schief gehen…  Nun mussten zum Saisonauftakt unser Helden nach leverkusen, watt ja ansich für den gemeinen Vierling locker erreichbar ist. Nun buchten wir uns dummerweise in das falsche Gefährt ein und brauchten für die kurze Strecke mal elegante 3 Stündchen.Die Anfangs Illustre Reisegruppe wurde doch mit der Dauer des Staus immer nervöser…um 15:00 Uhr fuhren wir dann endlich in Leverkusen ein. Gott sei Dank hatte unser Thailändischer Fahrer sein Presseschild dabei, so dass man doch 10 Minuten vor Beginn in den Block kam. Aber watt zählt ist aufm Platz, und da wurde wir heute richtig belohnt. 3:2 geonnen, Mund abgewischt und ab nach Hause.  Auf dem Rückweg ham wir uns dann den Stau gespart, so dass wir pünktlich zum Sportschau Highlight wieder in der Weltkulturhauptstadt einliefen.

Auswärts zuhause

Veröffentlicht in Voll Sinn am August 11, 2008 von schnurzeletti

Zum ersten Mal in meinem Leben gastierte unsere ruhmreiche Borussia heute in einem Pflichtspiel an Essener Hafenstraße um die vermeintliche leichte erste Runde des DFB Vereinspokals zu überstehen. Zur Vorbereitung auf dieses wichtige Spiel stimmte ich mich bereits am Freitag mit zwei weiteren Vierlingen auf die heutige Partie ein, in dem wir am Saisonauftaktsabend des 1.FCP die Stärken und Schwächen des heutigen Gegners analysierten. Leider gehörte zur unseren Stärken nicht der maßvolle Umgang mit hopfenhaltiger Flüssigkeit, so dass wir unseren Abend am Tatiktisch erst gegen 6.00 morgens im legendären Gemarkentreff beenden konnten.

Nach erholsamem vierstündigen Tiefschlaf weckte mich unverständlicherweise der frühmorgendliche Anruf des Vieraugenvierlings, der sich bereits eine gute Stunde später Treffen wollte. Wach, motiviert und voller Tatendrang begab ich mich baldmöglichst zu unserem Treffpunkt, einem Essener Szenerestaurant, dessen kulianarischer Ruf bis weit hinter Essen-Steele Ost zu hören ist, so dass selbst der zweitbeste Autofahrer der Szene sich die Ehre gab, mit uns zu picknicken…

Leider (Snyder) hatte der Römer Grill beschlossen geschlossen zu schließen, so dass uns nichts anderes übrig blieb, als uns sofort gen Stadion aufzumachen. Am Essener HBF angekommen genossen wir erstmal das bunte Treiben am Vorplatz, wo unter völliger Abwesenheit unserer besten Freunde und Helfer die vorher proagierte Fantrennung außer Kraft gesetzt wurde und sich beide Lager schonmal warmsingen konnten. Erfreulicherweise kann man doch einmal festhalten, dass der schwarzgelbe Anhang zumindest nicht völlig abgestumpft ist und immerhin ein gewisses Maß an Kreativität an Tag legt, wohingegen die Rot Weißen uns mit einem bunten Potpourri (Danke an Liv) der Bundesligastadienmalloracahitmixer zu erfreuen wußten. Bleibt zu hoffen, dass an normalen Spieltagen das Essener Liedgut nicht nur von diesen sogenannten „Fans“ domniert wird.

Schnell war man derart Szenerie überdrüssig, so dass wir uns zügig mit den bereit gestellten Bussen in Richtung des hermitisch abgeriegelten Gästeblocks fahren ließen. An dieser Stelle ein besonderer Dank an den Planer dieser malerischen und vor allem überhaupt nicht umständlichen Fahrtroute, endlich habe ich mal die wunderschönen, kulturellen Ecken der künftigen Kulturhauptstadt kennengelernt – das wurde auch Zeit!

Endlich am Stadion angekommen, dachte ich eigentlich, dass das Spiel wohl doch verlegt worden ist, damit ich endlich dem scheidenden US Präsidenten meine Aufwartung machen könnte, schließlich hätte ich noch zwei gute Vorschläge, wie man sich im Irak verhalten könnte. Leider stellte sich heraus, dass ich nach Überwinden dreier winziger Sicherheitskontrollen inklusive Drogen- und Sprengstoffspürhund und trotz der Anwesenheit von hunderten Polizisten und genausovielen Ordnern lediglich ein Fußballspiel sehen durfte – muß ich meine Weisheiten doch für mich behalten – schade.

Das Spiel wird ja mittlerweile jeder gesehen haben, den in diversen Printmedien vermittelten guten Eindruck des BVB kann ich leider noch nicht bestätigen. Insbesondere in der ersten Halbzeit wirkte die Mannschaft einfallslos und defensiv immer noch instabil, so dass sich der Klassenunterschied erst ab der 70 Minuten beobachten ließ, als den Essenern immer mehr die Kräfte schwanden. Auf kuttisch heißt das ganze wohl „Essen ist fertig“. Im Endeffekt wurde die Partie aber verdient mit 3:1 gewonnen, Kloppo sei dank (…).

Zur Stimmung nur kurz die Anmerkung, dass der Mythos Hafenstraße wohl tatsächlich ein Mythos bleiben wird, allerdings im negativen Sinne. Von der erwarteten Stimmgewalt des Heimanhangs wurde ich mehr als enttäuscht, einizige laute Lieder von Essener Seite waren das völlig ausgelutschte „Heidi Ho“ in RWE 07 Version, deren ganzes Leben und ganzer Stolz und das zugebenermaßen doch recht kultige von Ruhr bis an die Elbe, alles in allem also lediglich drei Lieder von ungemeiner Kreativität. Traurig, was aus Essen geworden ist.

Nach dem Spiel machten sich die Bichs eilig auf in die Sternquelle, wo der Kegelbedeutung von Würfeln die klassische Bedeutung von Würfeln verliehen wurde. Zum Glück wurden die Stammkegler heute würdig von einem Tennisass unterstüzt – zu hoffen bleibt, dass sich für ihn der Verzicht auf Olympia gelohnt hat.

Ich glaub es geht schon wieder los…